„Bayerische Anliegen anmelden“

SPD fährt vor der Bayern-Wahl die Krallen aus: Direkter Draht zu „Lars und Olaf“ – und Verbalwatschn für Söder

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Florian von Brunn (li.), Vorsitzender der Bayern SPD, und Lars Klingbeil, SPD-Bundesvorsitzender, nehmen an der Winterklausur der SPD-Landtagsfraktion im bayerischen Landtag teil.
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Wahlkampf in Bayern: die SPD fährt ihre Krallen aus. Die Umfragewerte trüben den roten Kampfgeist nur wenig. Aus Berlin kommen spitze Worte in Richtung CSU.

München – Holprig. So startet die bayerische SPD ins neue Jahr – in das Wahlkampfjahr. Zuerst tritt der Wahlkampfmanager und Generalsekretär Arif Tasdelen zurück, dann scheint sich die Partei aktuell bei rund neun Prozentpunkten einzupendeln.

Bayerische SPD schaltet in Wahlkampfmodus

Zum Auftakt der Winterklausur am Dienstag (17. Januar) gan SPD-Spitzenkandidat Florian von Brunn zu: „Ich hätte mir natürlich auch einen anderen Start ins neue Jahr gewünscht.“ Dennoch überwiegt der Optimismus. Denn: Die Genossen sind Kanzlerpartei. Während die CSU in Berlin keine Rolle mehr spiele, habe die Bayern-SPD einen „direkten Draht in die Bundesregierung, auch zum Bundeskanzler“, sagt von Brunn. Dies gebe die Möglichkeit, „bayerische Anliegen bei Lars und Olaf anzumelden“.

Es sind viele Projekte, die die SPD in Bayern voranbringen will. Schnellere Planungs- und Genehmigungsverfahren etwa beim Windkraftausbau oder wichtigen Verkehrsprojekten wie dem Brenner-Basis-Zulauf oder der zweiten Münchner Stammstrecke stehen auf dem Plan.

Auf ihrer dreitägigen Klausur wollen die Sozialdemokraten vor allem über die Energiewende, gerechte Bildung, Fachkräftemangel und bezahlbares Wohnen sprechen. „Wir haben einen Ministerpräsidenten, der Weltmeister im Ankündigen und Bauen von Luftschlössern ist, aber nicht im Bauen von bezahlbaren Wohnungen“, sagt von Brunn.

Olaf Scholz in Bayern für SPD-Wahlkampf erwartet - Klingbeil schießt gegen CSU

Rückendeckung bekommt der bayerische Spitzenkandidat aus Berlin. Kanzler Olaf Scholz und Arbeitsminister Hubertus Heil sollen für den Wahlkampf nach Bayern kommen. SPD-Chef Lars Klingbeil feuert Richtung CSU: Es brauche „eine Politik, die nicht immer nur ,Nein‘ sagt, die mutige Entscheidungen trifft und sich nicht andauernd hinter Berlin versteckt“.

Auch den Chef der Christsozialen nimmt sich Klingbeil vor. „Ich glaube nicht, dass Bayern davon profitiert, wenn Markus Söder immer nur auf Blockade setzt.“ Egal was die Ampel auf den Weg gebracht habe, „Markus Söder hat immer nur gemeckert“.

Die aktuellen neun Prozentpunkte sind für Klingbeil eher Ansporn: „Es lohnt sich, jeden Kampf zu führen, und das werden wir in Bayern auch zeigen.“ Die letzte Bundestagswahl habe ohnehin gezeigt: „Entschieden wird am Wahltag.“ (lh)

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