Bundestagswahl 2025

Befragungen vor der Bundestagswahl zeigen Unterschiede – ein Überblick

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Die Kanzlerkandidaten der verschiedenen Parteien für die Bundestagswahl 2025 von links nach rechts: Friedrich Merz (CDU), Olaf Scholz (SPD), Robert Habeck (Grüne), Alice Weidel (AfD).
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In den Umfragen konnten einige Parteien zuletzt Zuwächse verzeichnen, andere hingegen verloren an Zustimmung – was bedeutet das für die Resultate der Bundestagswahl 2025?

Update vom 23. Februar: Der Wahl-Tag in Deutschland ist gekommen. Alle aktuellen Ereignisse und Ergebnisse zur Bundestagswahl 2025 finden Sie heute in unserem Live-Ticker zur Wahl.

Erstmeldung: Berlin – Umfragen sind immer Momentaufnahmen, zeigen jedoch Tendenzen. Was die jüngsten Schwankungen der Umfrageergebnisse vor der Bundestagswahl verschiedener Institute bedeuten – und warum korrekte Vorhersagen laut Meinungsforschern immer schwieriger werden.

Letzte Umfragen vor der Bundestagswahl 2025 zeigen Schwankungen: Was das bedeutet

Die letzte Meinungsumfrage des Instituts Forsa vom Freitag (21. Februar) sieht die Union mit 29 Prozent als Gewinner aus der Bundestagswahl hervorgehen, allerdings mit einem Prozentpunkt weniger als noch in der Vorwoche. Zweitstärkste Partei wird demnach die Alternative für Deutschland (AfD), die auf 21 Prozent kommt – und damit einen Prozentpunkt zulegt. 15 Prozent der Wähler und Wählerinnen geben laut Forsa der SPD ihre Stimme, 13 Prozent entscheiden sich für die Grünen. Die Linke zieht mit acht Prozent in den Bundestag ein. Die FDP kommt auf nur fünf Prozent der Stimmen, das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) auf nur drei Prozent.

In der aktuellen Allensbach-Umfrage kommen CDU und CSU sogar auf 32 Prozent – drei Prozentpunkte mehr als bei Forsa. Wie kann das sein? Erklären lässt sich das unter anderem durch die statistische Fehlertoleranz. Je nach Umfrage-Methodik und Stichprobengröße kann das tatsächliche Wahlergebnis um wenige Prozentpunkte nach oben oder unten vom Umfrageergebnis abweichen. Mit der Fehlertoleranz geben die Statistiker also die Unsicherheit der Umfrage an. In der Tendenz sind sich die verschiedenen Institute für die Bundestagswahl allerdings einig. Auch im Zeitverlauf sind die Ergebnisse der Parteien bis auf kleinere Schwankungsbreiten relativ stabil, wie eine Grafik zeigt:

Umfragen und Prognosen vor Bundestagswahl: Viele Faktoren und Tücken

Die Genauigkeit von Umfragen wird noch durch weitere Faktoren beeinflusst. Meinungsforscher betonen, dass etwa die abnehmende Bindung der Wähler an Parteien und die immer kurzfristigeren Wahlentscheidungen eine korrekte Vorhersage zunehmend erschweren. Auch der Faktor der sozialen Erwünschtheit spielt eine Rolle, da Befragte möglicherweise nicht ehrlich angeben, welcher Partei sie ihre Stimme geben werden. Entsprechend kann es zu Verzerrungen kommen. Besonders anschaulich wurde dies bei der US-Wahl: Umfragen hatten das Rennen zwischen Kamala Harris und Donald Trump deutlich knapper vorhergesagt, als es am Wahltag tatsächlich war.

Wettportale wie etwa Polymarket hatten Trump hingegen mit rund 60 Prozent als Sieger gesehen. Menschen wetten auf diesen Seiten mit echtem Geld – und versuchen, den Ausgang der Wahl möglichst realistisch einzuschätzen. In einem dieser Prognosemärkte hatte ein Nutzer vor der US-Wahl einen neuen Ansatz gewagt und damit fast 50 Millionen US-Dollar gewonnen: Er setzte auf die „Nachbarumfragen“-Methode, wie das Wall Street Journal berichtete. Die Idee dahinter: Statt Menschen direkt zu fragen, solle man sich lieber erkundigen, für wen ihre Nachbarn wählen werden. So erhalte man indirekt eine genauere Wahlprognose. Denn der Faktor der sozialen Erwünschtheit fällt in der Antwort weg.

Trotz Schwierigkeiten waren die Umfragen in Deutschland zuletzt recht genau: Laut dem Portal Dawum lag die mittlere Abweichung aller Institute bei der Bundestagswahl 2021 im Schnitt bei 1,03 Prozentpunkten. Im Hinblick auf die Bundestagswahl 2025 ist noch eine weitere Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa interessant: Demnach weiß jeder fünfte Wahlberechtigte in Deutschland noch nicht, wen er am Sonntag (23. Februar) wählen wird. Bei der Entscheidungsfindung helfen können Tools wie der Wahl-O-Mat oder der Real-O-Mat (bme).

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