VonFriederike Hilzschließen
Viele Gaststätten und Cafés vergeben nur noch Slots, in denen vor Ort gegessen und getrunken werden kann. Bei BuzzFeed Deutschland erklären sie ihre Gründe.
Zeit ist Geld: Mittlerweile setzen viele Restaurants und Cafés auf feste Reservierungsfenster. Gäste können nicht mehr unbegrenzt an ihrem Tisch sitzenbleiben, sondern müssen diesen nach einer bestimmten Zeit für die nächsten freimachen. Solche Time-Slots gibt es in Großstädten wie Los Angeles oder Paris schon lange, in Deutschland waren sie bis zur Corona-Pandemie eher die Ausnahme. Warum sind so viele bei diesem neuen Reservierungsmodell geblieben?
Wir haben bei verschiedenen Restaurants und Cafés in Deutschlands Großstädten nachgefragt, wieso sie Reservierungen zeitlich begrenzen.
Bei diesen 15 Gastro-Tweets fühlst du dich über den Tisch gezogen.
„Flamingo Fresh Food Bar“ in Berlin
Die „Flamingo Fresh Food Bar“ ist eines der beliebtesten Bistros in Berlin und ist dementsprechend gut besucht. Trotzdem sind Reservierungen derzeit noch zeitlich unbegrenzt, was sich jedoch bald ändern soll. Im Moment „sprechen wir Gäste, die Plätze blockieren, weil sie zum Beispiel nur einen Kaffee trinken und ihren Tisch als Meetingraum nutzen, direkt vor Ort an“, sagt der Chef des Restaurants BuzzFeed News Deutschland.
„Der Pschorr“ in München
Wirtshaus, das bedeutet neben deftigem Essen vor allem Gemütlichkeit, oder? Doch auch „Der Pschorr“, eines der bekanntesten Münchener Wirtshäuser, setzt mittlerweile auf begrenzte Time-Slots. Diese „orientieren sich vor allem an der durchschnittlichen Zeit, die Gäste bei uns verbringen und dienen in allererster Linie der Planung“, heißt es auf unsere Nachfrage. Das werde auch bei Online-Reservierungen so kommuniziert. „Wir sind da aber nicht streng“, verrät eine Bedienung.
„Ola Lisboa“ in Hamburg
Das „Ola Lisboa“ liegt ganz in der Nähe der Elbe, also eigentlich der perfekte Platz, um lange zusammenzusitzen, oder? Unter der Woche sei das kein Problem, erklärt ein Mitarbeiter. Am Wochenende werden Tische allerdings nur für einen bestimmten Zeitraum reserviert, weil die Nachfrage so groß sei. In allererster Linie würden die Reservierungsfenster aber der besseren Planung dienen.
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„Der fette Bulle“ in Frankfurt
Im Burgerrestaurant „Der fette Bulle“ in Frankfurt ist immer viel los. Reservierungen sind zeitlich begrenzt, entweder 90 Minuten oder zwei Stunden können Gäste hier verbringen. „Wir haben nur eine kleine Fläche und dementsprechend nicht so viele Plätze, deswegen begrenzen wir die Reservierungen, damit auch jede:r eine Chance auf einen Tisch hat. Das erleichtert gleichzeitig auch die Planung“, erklärt das Restaurant.
Ingrid Hartges, Hauptgeschäftsführerin beim Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga-Bundesverband) betont allerdings, dass es keinen grundsätzlichen Kulturwandel gebe: „Dies ist definitiv nicht das Ende der deutschen Gemütlichkeit. Für nachhaltigen Erfolg sind gutes Essen, freundlicher Service und die Wohlfühlatmosphäre die entscheidenden Faktoren.“
(Mit Material der dpa)




