TV-Vierkampf: Linken-Chef platzt nach Wagenknecht-Kommentar der Kragen – „Jetzt halt doch mal den Mund“
VonFelix Durach
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Paula Völkner
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„Wer schafft es in den Bundestag, wer fliegt raus?“: Lindner, Wagenknecht, van Aken und Bär treffen im Vierkampf zum Live-Schlagabtausch aufeinander.
Update vom 11. Februar, 6.13 Uhr: Dass sich die Linke und das BSW nicht sonderlich mögen, ist bekannt. Im TV-Vierkampf vor der Bundestagswahl sind ihre Vorsitzenden jetzt aneinander geraten: „Halt doch mal den Mund“, giftete Jan van Aken BSW-Chefin Sahra Wagenknecht an, als diese der Linken vorwarf, immer wieder Waffenlieferungen für die Ukraine zu fordern.
Das ging Moderator Louis Klamroth dann doch zu weit, er ermahnte den Linken-Chef. Van Aken gab sich anschließend im Ton gemäßigt, in der Sache aber weiter kritisch gegenüber Wagenknecht. „Wieso wirst Du so nervös, wenn wir sagen, wir müssen das Völkerrecht achten?“, fragte er sie. Niemals dürfe man zulassen, dass ein starkes Land einen kleinen Nachbarn einfach so überfalle.
TV-Vierkampf: Linken-Chef platzt nach Wagenknecht-Kommentar der Kragen – „Jetzt halt doch mal den Mund“
Update, 22.16 Uhr: Jetzt zum Thema Ukraine-Krieg. Linken-Chef van Aken kritisiert den Fokus in der deutschen Debatte auf Waffenlieferung für die Ukraine. Wagenknecht pflichtet ihm zumindest teilweise bei. Man müsse jetzt mehr denn je den Fokus auf Verhandlungen legen, um das Sterben an der Front in der Ostukraine zu beenden. Aber: „Die Ukraine kann den Krieg nicht gewinnen, das ist doch keine moralische Frage“, bekräftigt Wagenknecht.
Van Aken widerspricht seiner früheren Parteikollegin: „Sie darf den Krieg nicht verlieren, sonst ist das Völkerrecht gebrochen“. Es dürfe keinen Diktatfrieden geben, so der Linken-Chef. Wagenknecht wirft van Aken als Reaktion vor, dass dieser sich für mehr Waffenlieferungen aussprechen würde. Ein Kommentar, der beim Linken-Chef wohl den Kragen platzen lässt. „Jetzt halt doch mal den Mund, ich hab gerade eben gesagt, ich seh die Waffenlieferungen kritisch“, blafft van Aken die BSW-Chefin an. Eine kurzer Ausraster, der auch beim Moderator eine Reaktion hervorruft. Klamroth appelliert an den Linken-Chef, auf seine Wortwahl zu achten.
TV-Vierkampf: FDP-Chef sorgt mit Aussage für Gelächter –„Was reden Sie da, Herr Lindner?“
Update, 21.51 Uhr: Moderator Klamroth nennt Zahlen zum Bürgergeld. Die Arbeitsagentur meldet knapp 15.000 Menschen im Bürgergeld, die als sogenannte Totalverweigerer gelten. Bei seinen Ausführungen wird Klamroth jedoch von Lindner unterbrochen. „Das ist das, was die Arbeitsagentur sagt“, kommentiert der FDP-Chef. Moderator Klamroth erwidert etwas verdutzt: „Und der glauben Sie nicht?“ Ein Kommentar, der im Publikum für Gelächter sorgt.
Lindner setzt zu seiner Verteidigung an. „Auch wenn hier gelacht wird, natürlich sind das nur diejenigen, wo ein Fallmanager in der Agentur sagt, ich nehme es jetzt auf mich, ihn mit einer Sanktion zu markieren.“ Es gäbe, so Lindner, jedoch viel mehr Menschen, bei denen es seit Jahren keinen Kontakt mehr zum Arbeitsamt gibt. Zahlen kann der FDP-Chef jedoch nicht nennen. „Was reden sie da, Herr Lindner?“, schaltet sich van Aken ein. „Wann waren sie jemals in einem Jobcenter?“, will der Linken-Chef vom Ex-Finanzminister wissen und warf ihm eine „Politik der Herzlosigkeit“ vor.
CSU-Politikerin Bär redet Lindner bei Bürgergeld ins Gewissen: „Du würdest es auch nicht mehr so machen“
Update 21.40 Uhr: CSU-Politikerin Dorothee Bär kritisiert das von der Ampel-Regierung eingeführte Bürgergeld. „Die Ampel hat einen ganz großen Fehler gemacht mit diesem Bürgergeld, weil das ein Einstieg in ein bedingungsloses Grundeinkommen ist“, sagt Bär. Lindner, der neben der CSU-Politikerin sitzt, winkt bei dem Kommentar vehement ab. „Du würdest es auch nicht mehr so machen“, sagt Bär in Richtung des Ex-Finanzministers. Lindner stimmt der CSU-Politikerin insofern zu, dass er Veränderungsbedarf bei den Maßnahmen sieht.
Sahra Wagenknecht sieht das Problem bei den Mindestlöhnen. Diese seien „viel zu niedrig“. Es gäbe in Deutschland zu viele Menschen, die den ganzen Monat lang schuften würden und am Ende bei einem leeren Konto ankommen. „Wer in Deutschland arbeitet, wer hier etwas leistet, der muss ein Einkommen haben, von dem er sich auch etwas leisten kann.“ Die Entscheidung für den Mindestlohn solle deshalb in der Politik lesen.
TV-Vierkampf: Linken-Chef zu Lindner – „gut, wenn er nicht reinkommt“
Update 21.20 Uhr: Zum Beginn der Sendung lenkt Moderator Louis Klamroth den Fokus auf die knappen Umfrage-Ergebnisse von FDP, BSW und Linke. Linken-Chef Jan van Aken wird direkt mit einer Aussage aus der Vergangenheit konfrontiert.
„Ich will, dass wir bei der Bundestagswahl vor dieser asozialen FDP landen“, hatte der Linken-Chef noch im November gesagt. Er könne die Gesichter von Lindner und seinen Parteikollegen nicht mehr sehen. Van Aken quittiert den Einspieler mit einem Lächeln. Er vermisse die liberale FDP von vor 40 Jahren, sagt der Linken-Chef in der Runde. In den letzten Jahren hätten jedoch viele Menschen unter der FDP und Lindner gelitten. „Deswegen ist eigentlich gut, wenn er nicht reinkommt“, sagt van Aken mit Blick auf die Bundestagswahl.
Lindner reagiert sportlich. „Da haben weniger als fünf Prozent im Publikum geklatscht“, erwidert der Ex-Finanzminister mit Blick auf van Akens Forderung.
TV-Vierkampf mit FDP, Linke, BSW und CSU: Schlagabtausch bei „Hart aber fair“
Update 20.23 Uhr: Nach dem TV-Duell ist vor dem Vierkampf. In einer knappen Stunde messen sich Vertreter von FDP, Linke, BSW und CSU in einem Schlagabtausch im ZDF. Dabei dürfte es neben den Dauer-Wahlkampfthemen Migration und Wirtschaft wohl auch über die gestrige Auseinandersetzung von Olaf Scholz und Friedrich Merz gehen.
Erstmeldung: Berlin – Weniger als zwei Wochen vor der Bundestagswahl treffen am Dienstag (10. Februar) Vertreterinnen und Vertreter von FDP, Linke, BSW und CSU zum Vierkampf der kleinen Parteien aufeinander. Moderator Louis Klamroth empfängt am Abend Bundesvorsitzende der FDP, Christian Lindner, Linken-Chef Jan van Aken, BSW-Vorsitzende Sahra Wagenknecht und die stellvertretende Parteivorsitzende der CSU, Dorothee Bär, live bei „Hart aber fair“.
Hart ist es für BSW, Linke und FDP derzeit allemal, denn für diese Parteien geht es im Wahlkampf-Endspurt um den Einzug in den Bundestag. „Der Vierkampf: Wer schafft es in den Bundestag, wer fliegt raus?“, lautet daher der Titel der Live-Sendung zur Bundestagswahl. Die CSU hingegen muss nicht bangen. Dennoch könnte auch für die CSU als Teil der Union nach der Bundestagswahl am 23. Februar entscheidend werden, wie viele und welche der kleinen Parteien den Einzug in den Bundestag schaffen.
Die Gäste beim TV-Vierkampf der kleinen Parteien vor der Bundestagswahl:
Christian Lindner, Bundesvorsitzender der FDP
Jan van Aken, Parteivorsitzender der Partei Die Linke
Sahra Wagenknecht, Parteivorsitzende des BSW
Dorothee Bär, stellvertretende Parteivorsitzende der CSU
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FDP, die Linke und BSW verharren seit Wochen rund um die Fünf-Prozent-Marke. Wäre am vergangenen Sonntag gewählt worden, wären laut Insa-Umfrage die Linke sowie das BSW in den Bundestag eingezogen – die FDP wäre mit vier Prozent an der fünf-Prozent-Hürde gescheitert. Nach der Wahl könnte der Einzug dieser Parteien ausschlaggebend dafür sein, ob eine Zweierkoalition zustande kommen kann oder eine dritte Partei zur Koalitionsbildung an Bord geholt werden muss.
„Welche Konzepte haben diese Parteien für die Zukunft Deutschlands, welche Antworten auf die internationalen Herausforderungen? Wer schlägt sich im Vierkampf am besten?“ Diese Fragen sollen am Dienstagabend ab 21.15 in der Live-Sendung beantwortet werden. Ausgestrahlt wird die Sendung im Fernsehen in der ARD. Auch im Livestream des Senders wird der Vierkampf zwischen FDP, Linke, BSW und CSU zu sehen sein.
Für die FDP, BSW und Linke geht vor der Wahl es um alles. Noch am Sonntag hat auch FDP-Chef Lindner das auf dem Sonderparteitag der Liberalen betont. „Wir stehen gegenwärtig in den Umfragen auf der Kippe, wir wissen es“, sagte Lindner in seiner Rede. Nicht nur bei der FDP läuft der Wahlkampf auf den letzten Metern vor der Bundestagswahl am 23. Februar auf Hochtouren. (pav)