Nach tödlichem Attentat auf Abe

„Beileid aussprechen“: Blinken reist nach Japan

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Antony Blinken

US-Außenminister Antony Blinken wird am Montag Japan besuchen.

Er wolle den Japanern bei einem Treffen mit Regierungsvertretern in Tokio persönlich "sein Beileid aussprechen", teilte das US-Außenministerium mit. Blinken hält sich derzeit zu einem Besuch in Thailand auf.

Abe war am Freitag bei einem Wahlkampfauftritt niedergeschossen und wenige Stunden später im Krankenhaus für tot erklärt worden. Die Gewalttat, die von einem 41-jährigen Arbeitslosen begangen wurde, sorgte im In- und Ausland für Entsetzen. Am Montagabend wird laut japanischen Medien eine Totenwache für den früheren Ministerpräsidenten abgehalten. Sein Begräbnis soll demnach am Dienstag im engsten Kreis stattfinden.

Abe hatte während seiner Regierungszeit enge Beziehungen zu den USA aufgebaut, insbesondere im Bereich der Verteidigung. "Das Bündnis zwischen Japan und den Vereinigten Staaten ist seit Jahrzehnten ein Eckpfeiler unserer Außenpolitik", sagte Blinken am Samstag nach dem G20-Außenministertreffen auf Bali. "Wir stehen an der Seite des japanischen Volkes und der Familie des Premierministers nach diesem wirklich entsetzlichen Gewaltakt, fügte er hinzu.

US-Präsident Joe Biden besuchte derweil in Washington die Residenz des japanischen Botschafters, um sich in ein Kondolenzbuch einzutragen. bfi

Japan wählt zwei Tage nach tödlichem Attentat auf Shinzo Abe neues Oberhaus

Unter dem Eindruck des tödlichen Attentats auf Ex-Regierungschef Shinzo Abe hat am Sonntag in Japan die Wahl zum Oberhaus begonnen. Bei dem Urnengang werden 125 der 248 Sitze der Parlamentskammer neu vergeben. Mehr als 500 Kandidatinnen und Kandidaten treten an.

Umfragen zufolge kann die regierende liberaldemokratische Partei LDP, der auch Abe angehörte, mit einem Wahlsieg rechnen. Zusammen mit ihren Koalitionspartner Komeito könnte sie demnach mehr als 70 Sitze gewinnen und somit ihre Mehrheit im Oberhaus ausbauen.

Abe hatte am Freitag einen Wahlkampfauftritt zur Unterstützung eines Parteikollegen in der westjapanischen Stadt Nara absolviert, als er niedergeschossen und wenige Stunden später im Krankenhaus für tot erklärt wurde.

Die Gewalttat, die von einem 41-jährigen Arbeitslosen begangen wurde, sorgte im In- und Ausland für Entsetzen. Japans Regierungschef Fumio Kishida hielt trotz des Attentats am Termin für die Wahl zum Oberhaus fest.

"Wir dürfen auf keinen Fall dulden, dass während einer Wahl Gewalt eingesetzt wird, um die Meinungsäußerung zu unterdrücken", erklärte Kishida am Samstag. Er habe "eine Verantwortung, diese Oberhauswahlen auf freie, gerechte und sichere Weise abzuschließen". Die Wahllokale in Japan schließen um 20.00 Uhr (Ortszeit, 13.00 Uhr MESZ), erste Prognosen sollen direkt im Anschluss veröffentlicht werden. bfi

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