Russlands Präsident Wladimir Putin wird von Außenministerin Annalena Baerbock mit dem Vorwurd konfrontiert, Vertrauen zerstört zu haben.
Berlin - «Wir wollten in Frieden weiter mit Russland leben. Es war nie Ziel der Nato, in Konfrontation mit Russland zu gehen», sagte die deutsche Grünen-Politikerin am Mittwoch anlässlich des Nato-Gipfels in Madrid dem Fernsehsender «Welt». Es sei versucht worden, Vertrauen zwischen der Nato und Russland aufzubauen, etwa mit der Nato-Russland-Grundakte. «Aber dieses Vertrauen hat Russland im wahrsten Sinne des Wortes in die Luft gesprengt», sagte Baerbock.
Die Nato sei eine Verteidigungsunion. «Wir haben alles dafür getan, weiterhin in Frieden zu leben, deswegen haben wir ja in den letzten Jahren nicht so massiv aufgerüstet», so Baerbock. «Jetzt ist es leider notwendig, weil der russische Präsident uns dazu zwingt.» Im spanischen Madrid tagen bis einschließlich Donnerstag die Staats- und Regierungschef der 30 Nato-Mitglieder. Sie beraten unter anderem über ein neues strategisches Konzept für das Bündnis. Zudem ist geplant, die Zahl der schnellen Eingreifkräfte drastisch zu erhöhen - von derzeit rund 40 000 auf mehr als 300 000. Die bisherige Nato-Eingreiftruppe NRF soll dazu durch ein neues Streitkräfte-Modell ersetzt werden.
Moskau - Bei Kämpfen im Süden der Stadt Lyssytschansk in der Ostukraine haben regierungstreue Truppen nach Darstellung Moskaus deutliche Verluste erlitten. Von den 350 Mann einer Gebirgsjägerbrigade seien lediglich noch 30 Soldaten am Leben geblieben, teilte das russische Verteidigungsministerium am Mittwoch in Moskau mit und bezog sich dabei auf Kämpfe an einer Ölraffinerie. Das lässt sich nicht unabhängig überprüfen. Zudem sei eine Ausbildungsbasis für ausländische Söldner in der Nähe der Stadt Mykolajiw im Süden der Ukraine sowie vier Kommandoposten zerstört worden.
Das russische Verteidigungsministerium teilte zudem mit, bei Angriffen in der Nähe von Pytomnyk im Charkiwer Gebiet im Osten der Ukraine seien 100 Kämpfer getötet und Militärtechnik vernichtet worden. Auch in anderen Gebieten seien Kämpfer auf der Seite der ukrainischen Armee getötet worden. Über größere Geländegewinne wurde nichts mitgeteilt. (dpa)