Angesichts des Besuchs von US-Präsident Joe Biden in Kiew hat CDU-Außenpolitiker Norbert Röttgen Europa zu mehr Engagement in der Sicherheitspolitik appelliert.
Berlin - «Die USA sind als Sicherheitsmacht zurück in Europa», schrieb Röttgen am Montag auf Twitter. «Das ist nicht selbstverständlich, und darum ist es so wichtig, dass wir Europäer dem amerikanischen Engagement Respekt zollen, indem wir selbst mehr für unsere eigene Sicherheit in Europa tun.»
Russland führt seit dem 24. Februar vergangenen Jahres einen Krieg gegen die Ukraine. Wenige Tage vor dem ersten Jahrestag war Biden am Vormittag in Kiew eingetroffen, wo er sich mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj traf.
Selenskyj unterstreicht Bedeutung von US-Militärhilfe
Kiew - Der ukrainische Staatschef Wolodymyr Selenskyj hat bei dem unangekündigten Besuch von US-Präsident Joe Biden in Kiew die Bedeutung der US-Militärhilfe unterstrichen. Die Hilfe sei auf dem Schlachtfeld, bei der verbesserten Ausrüstung der Soldaten «und bei der Befreiung unserer Gebiete spürbar», sagte Selenskyj am Montag bei einem kurzen Statement mit Biden vor der Presse.
«Historisch wichtig war der Fortschritt bei der Frage der Flugabwehr und der Patriot-Systeme zum Schutz unserer Städte», sagte Selenskyj. Die Entscheidung der USA, Kampfpanzer vom Typ M1 Abrams zu liefern, habe die internationale Panzerkoalition ermöglicht. In diesem Bündnis zur erstmaligen Lieferung schwerer Kampfpanzer an die Ukraine spielt auch Deutschland mit den Panzern Leopard 2 eine wichtige Rolle.
Biden kündigte nach offiziellen Angaben des Weißen Hauses die Lieferung weiterer wichtiger Rüstungsgüter an die Ukraine an. Es wurden aber keine einzelnen Waffensysteme genannt. Artilleriemunition, panzerbrechende Systeme und Luftüberwachungsradare gehörten zu dem Paket, hieß es in der Mitteilung. Wenige Tage vor dem Jahrestag des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine an diesem Freitag kam der US-Präsident am Montag ohne öffentliche Ankündigung nach Kiew. (dpa)