Karl Lauterbach

Gesundheitsminister Lauterbach will Preisregeln für Kinderarzneimittel anpassen

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Bei bestimmten Präparaten soll laut Lauterbach künftig das bis zu 1,5-Fache des «Festbetrags» von den Krankenkassen übernommen werden.

Vor dem Hintergrund der Lieferengpässe bei Arzneimitteln will Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) die Preisregeln für Kindermedikamenten ändern.

Berlin - Damit solle kurzfristig gegengesteuert werden, um einen sehr viel größeren Markt als heute zu erschließen, wie es aus Ministeriumskreisen am Montagabend hieß. So solle künftig für bestimmte Präparate das bis zu 1,5-Fache des «Festbetrags» von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden - also des maximalen Betrags, den die Kassen für ein Arzneimittel bezahlen.

Die «Süddeutsche Zeitung» (Dienstag) berichtete unter Berufung auf ein Eckpunktepapier des Ministeriums mit Dienstsitz in Bonn und Berlin, eine solche bessere Vergütung solle nicht nur kurzfristig gelten, sondern Kindermedikamente auch dauerhaft wirtschaftlich attraktiver machen. Das solle dafür sorgen, dass keine Engpässe entstehen. Für bestimmte Krebsmedikamente und Antibiotika für Erwachsene seien ähnliche Maßnahmen geplant. Um früh zu erkennen, bei welchen Mitteln sich Engpässe abzeichnen könnten, solle zudem die Versorgungslage intensiver überwacht werden.

Der in Düren geborene Karl Lauterbach hatte für diese Woche Eckpunkte angekündigt, um Problemen bei Arzneimittellieferungen gegenzusteuern. Engpässe gab es zuletzt bei Kindermedikamenten wie Fieber- und Hustensäften. Auch Mittel für Erwachsene sind betroffen, etwa Krebsmedikamente und Antibiotika.

Generell solle bei der Medikamentenbeschaffung nicht mehr nur der billigste Anbieter zum Zug kommen, berichtete die «Süddeutsche Zeitung» weiter. Laut dem Eckpunktepapier solle es bei wichtigen Mitteln zwei Verträge geben: Neben dem günstigsten Anbieter aus dem nicht-europäischen Ausland solle immer auch der günstigste Hersteller aus der EU berücksichtigt werden. Der Auftrag werde dann geteilt. (dpa)

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