Vor dem Hintergrund der in einer Woche beginnenden Weltnaturkonferenz fordern Umweltschützer konkrete Pläne zum Schutz lebensnotwendiger Ökosysteme.
Berlin - «Wir brauchen ein messbares, ambitioniertes System mit klaren Finanzzusagen der Länder und der Mitgliedsstaaten», sagte Jörg-Andreas Krüger, Präsident des Naturschutzbundes, am Mittwoch in Berlin. Derzeit seien nur drei Prozent der weltweiten Ökosysteme in einem guten Zustand. Deswegen müssten etwa Projekte zur Renaturierung und zum Ausbau von Naturschutzgebieten vorangetrieben werden.
Der ungezügelte Hunger der Menschen etwa nach Energie, Rohstoffen und Fleisch werde immer mehr zur Bedrohung, sagte Greenpeace-Geschäftsführer Martin Kaiser. «Einfach nur den Stopp der Naturzerstörung zu postulieren, das wird nicht mehr reichen», ergänzte Christoph Heinrich, geschäftsführender Vorstand beim WWF Deutschland mit Sitz in Berlin. Deswegen müsse bei der Konferenz wieder mehr über die Heilung der Natur nachgedacht werden.
Neben der Finanzierung brauche es dafür etwa auch «ordentliche Berichte» aus den Ländern, in denen die Staaten darlegten, ob und wie sie die vereinbarten Naturschutzmaßnahmen einhielten. «Wir brauchen ein Indikatorensystem, woran man messen kann: Sind wir überhaupt auf Kurs?» So könnten Naturschutzmaßnahmen nachgeschärft werden und die Konferenz zum Erfolg führen.
Der 15. Weltnaturgipfel findet vom 7. bis zum 19. Dezember im kanadischen Montreal statt. Eines der Hauptziele der Konferenz ist es, mindestens 30 Prozent der weltweiten Landes- und Meeresflächen bis 2030 unter Schutz zu stellen. Bislang ist lediglich ein Bruchteil dieser Flächen geschützt. Eine wichtige Rolle bei den anstehenden Verhandlungen spielt auch eine solide Finanzgrundlage für den globalen Artenschutz. Die Konferenz sollte ursprünglich in China tagen und musste pandemiebedingt mehrfach verschoben werden. (dpa)