Wahlwiederholung

Berlin-Wahl: Ablauf, Parteien, Umfragen im Überblick

Die Berlin-Wahl findet seit 1999 alle fünf Jahre statt. Da kommt die Frage auf, wie möchten Parteien mit ihrem Wahlprogramm die breite Masse überzeugen?

Berlin – Am 12.02.2023 ist es so weit: Die Bevölkerung geht erneut zur Wahlurne, um für die Wahl zum Abgeordnetenhaus von Berlin und zu den Bezirksverordnetenversammlungen abzustimmen. Die Wahlwiederholung passiert auf Beschluss des Verfassungsgerichtshofes Berlin. Doch über was entscheidet der Wähler? Wie läuft die Wahl ab und wer sind die Spitzenkandidaten?

StadtBerlin
Telefon-Vorwahl030
Einwohnerzahl3.677.472
Wahlberechtigte2.442.049
Regierende BürgermeisterinFranziska Giffey (SPD)

Berlin-Wahl: Wie läuft eine Wahl ab?

Alle fünf Jahre geht die Bevölkerung Berlins an die Wahlurne, um über ihre Stimmen ihr Mitentscheidungsrecht in ihrer Stadt zu nutzen. Jede Person, die die deutsche Staatsbürgerschaft besitzt, das 18. Lebensjahr vollendet hat und seit mindestens drei Monaten in Berlin lebt, ist dazu befugt, ihr Wahlrecht geltend zu machen. Die Wahllokale sind zwischen 8 und 18 Uhr geöffnet. Jeder Wahlberechtigte hat zwei Stimmen. Die Erststimme geht an eine Person. Erststimmen-Kandidaten sind gewählt, wenn sie im entsprechenden Wahlkreis die meisten Stimmen erhalten haben.

Die Wiederholungswahl in Berlin findet am 12.02.2023 statt.

Die Zweitstimme hingegen wird für eine Parteiliste abgegeben. Jede Partei mit mindestens 5 Prozent der Zweitstimmen erhält einen Anteil an den Sitzen im Abgeordnetenhaus, nach dem Verhältnis der Zahl der erhaltenen Stimmen zur Gesamtzahl der Zweitstimmen. Es handelt sich um eine Verhältniswahl. Wegen der Verbindung mit der Personenwahl der Erststimme werden die Wahlen zum Abgeordnetenhaus von Berlin auch unter dem Schlagwort „gemischtes Wahlsystem“ geführt.

Berlin-Wahl 2023: Parteien und Spitzenkandidaten im Überblick

Wegen zahlreicher Pannen musste das Wahlergebnis der Berlin-Wahl 2021 revidiert und Neu-Wahlen beschlossen werden. Die wichtigsten Parteien und Spitzenkandidaten im Überblick.

Für die Berlin-Wahl 2023 geht die SPD mit der bewährten Spitzenkandidatin und amtierenden Bürgermeisterin Franziska Giffey ins Rennen. Aus aktuellen Umfragen geht hervor, dass Grünen-Spitzenkandidatin Bettina Jarasch ihr das Amt als Bürgermeisterin Berlins streitig machen könnte. Daneben ist der Linke Klaus Lederer der dritte Spitzenkandidat aus Reihen der rot-grün-roten Koalition.

Für die CDU tritt Kai Wegener an vorderster Front an. Nach Daten des BerlinTrends des rbb ist er allerdings bei weitem nicht allen von Berlinerinnen und Berlinern als solcher überhaupt bekannt. Für die AfD tritt Kristin Brinker als Spitzenkandidatin auf. Sebastian Czaja, Spitzenkandidat der FDP wird es hingegen schwerer haben, die Liberalen bangen nach Umfragen aus dem Januar um das Überspringen der 5-Prozent-Hürde.

Das war das Ergebnis der letzten Abgeordnetenhauswahl

Umfrage zur Berlin-Wahl: Das sagt die Sonntagsfrage

In einer Umfrage des Instituts Infratest dimap am 18.01.2023 schnitt die CDU mit 23 Prozent am besten ab. Darauf folgen die Grünen mit 21 Prozent. Die SPD kaum auf 18 Prozent, gefolgt von der Linken und der AfD mit jeweils 11 Prozent. Relativ schwach schneidet die FDP mit sechs Prozent ab.

Am Wahlsonntag erscheinen die ersten Prognosen um 18 Uhr, sobald die Wahllokale schließen. Im Laufe des Abends veröffentlichen Umfrageinstitute weitere Hochrechnungen, die aus den Zwischenergebnissen erster ausgezählter Wahlkreise hervorgehen. Mit dem vorläufigen amtlichen Endergebnis der Berlin-Wahl ist zu rechnen, sobald alle Stimmen ausgezählt sind. Das ist gewöhnlich am späten Abend der Fall.

Für Unentschlossene: Der Wahl-O-Mat

Um Unentschlossenen eine Orientierungshilfe zu ermöglichen, stellt die Bundeszentrale für politische Bildung auch für die diesjährige Landtagswahl in Berlin einen Wahl-O-Mat zur Verfügung. Unentschlossene können dort einen Fragebogen zu politischen Themen ausfüllen, um anschließend abzugleichen, welche Partei die eigenen Interessen am besten vertritt. (Muhammed Aksungur)

Rubriklistenbild: © Political-Moments/Imago

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