Berlins Universitätsklinik Charité beobachtet die aktuelle Coronalage mit Sorge.
Berlin - «Wir laufen an der Charité möglicherweise in eine Situation hinein, in der wir die reguläre Versorgung wieder einschränken müssen», sagte Charité-Vostandsmitglied Prof. Martin E. Kreis am Montag. «Wenn der Infektionsschutz mit der Maskenpflicht in Innenräumen intensiviert würde, hätten wir eine gute Möglichkeit, der schwierigen Lage in den Krankenhäusern gegenzusteuern», sagte Kreis.
Nach Einschätzung des Mediziners gibt es für die Kliniken zwei Belastungen: «Zum einen liegen wir im Krankenstand deutlich höher als sonst, viele Beschäftigte fallen wegen positiven Corona-Tests oder Erkrankungen aus», erläuterte Kreis. In der vergangenen Woche sei die Anzahl der belegten Intensivbetten noch einmal nach oben gegangen. «Ein Viertel der Patientinnen und Patienten, die mit einem positiven Coronatest bei uns aufgenommen werden, müssen dort versorgt werden.» Vor allem aber laste auf den Normalstationen und Notaufnahmen ein erheblicher Druck.
«Viele Menschen kommen mit Sars-CoV-2-Infektionen in die Notaufnahmen. Dort müssen sie isoliert werden», sagte Kreis. «Wenn die Kapazitäten ausgelastet sind und die Menschen nicht weiter verlegt werden können, müssen sich die Notaufnahmen einschränken.» Das sei in der vergangenen Woche deutlich zu beobachten gewesen. (dpa)