Bis zu 1.000 Kilometer

Kiews neue Langstrecken-Drohne: Kamikaze-Biber ist wohl Schrecken von Moskau

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Drohnenangriffe auf Moskau haben sich in den vergangenen Tagen gehäuft. Experten gehen davon aus, dass es sich um die Langstrecken-Drohne „Biber“ handeln könnte.

Moskau/Kiew — In Moskau kam es in den vergangenen Tagen zu Drohnenangriffen. Am Sonntag sowie am Montag (30. und 31. Juli) krachten Drohnen in den Glasturm des Wolkenkratzerviertels Moskwa City ein. Der Kreml machte Kiew für die Attacken verantwortlich. Es wird spekuliert, um welche Drohnen es sich dabei gehandelt haben könnte und woher diese stammen. Laut Experten weisen Aufnahmen darauf hin, dass die sogenannten „Biber“-Drohnen in den Glasturm stürzten. Dabei handelt es sich um eine Langstrecken-Kamikaze-Drohne, die Ähnlichkeiten mit den iranischen Shahed-Drohnen aufweisen soll.

Kiews Langstrecken-Drohne „Biber“ im Ukraine-Krieg – bis zu 1.000 Kilometer Reichweite

Laut Open-Source-Geheimdienstberichten soll die ukrainische „Biber“-Drohne (engl. Beaver) hinter den Angriffen in Moskau stecken, wie Newsweek berichtete. Über den „Biber“ ist bislang wenig bekannt, sie soll allerdings der im Iran hergestellten Shahed-Drohne ähneln, wie Justin Bronk, leitender Forscher der in London ansässigen Denkfabrik „Royal United Services Institute“ dem Portal sagte. Die Shahed-Drohne, auch bekannt unter Geran-2-Einrichtungsangriffsdrohne, wurden bereits im Ukraine-Krieg von Russland gegen die Ukraine eingesetzt.

Ermittler untersuchen einen beschädigten Wolkenkratzer im Geschäftsviertel „Moscow City“ nach einem Drohnenangriff in Moskau.

Auf den Bildern und Videos, die den Drohnen-Anschlag in Moskau zeigen, konnte der Experte Ähnlichkeiten mit der Shaheds-Drohne erkennen. Das Gewicht und die Größe würden dem iranischen Modell ähneln, auch wenn die Flugspannweite eine größere sei, wie der Experte Newsweek erklärte. Die „Biber“-Drohne habe zwar einen kleinen Benzinmotor, jedoch eine Reichweite von mehr als 1000 Kilometern.

Ukraine-Krieg: Kiews Langstrecken-Kamikaze-Drohne „Biber“ zuvor selten im Einsatz

Vor dem Hauptflügel der „Biber“-Drohne befindet sich ein kleiner Bug, was dem Flugobjekt seine „sehr markante Form“ verleiht, erklärte Drohnen-Experte Steve Wright aus Großbritannien Newsweek. Die Drohne fliege sehr langsam und gleichmäßig, wobei der Schwerpunkt auf der Reichweite liege. Die Drohne soll mit einem Verbrennungsmotor angetrieben werden, wobei der „Biber“ mit einem Propeller und einem Fahrwerk ausgestattet sein soll, so Wright weiter.

Drohnen oder Bestandteile im „Biber“-Design soll es schon seit ein paar Jahren geben, unklar ist jedoch, ob sie schon vor dem Beginn des Ukraine-Krieges eingesetzt wurden, wie die Analysten beschrieben. Auch in anderen Teilen des Konflikts konnte die Drohne nicht beobachtet werden, wie Akshara Parakala, leitende Luftfahrtanalystin beim Verteidigungsgeheimdienst Janes, gegenüber Newsweek. Unklar sei, wie die „Biber“-Drohne mit Navigationsstörungen zurechtkomme. Der Drohnen-Experte vermutet, dass die „Biber“-Drohne künftig öfter zum Einsatz kommen könnte. (vk)

Rubriklistenbild: © Uncredited/dpa

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