Trump will Selenskyj und Putin zu Abkommen im Ukraine-Krieg zwingen
VonGregor-José Moser
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Ex-US-Präsident Trump hat erneut bekräftigt, er könnte den Ukraine-Krieg innerhalb eines Tages beenden. Wäre er Präsident, würde er Russland und die Ukraine wohl dazu zwingen wollen.
New York - Wie endet der Ukraine-Krieg? Neben einem militärischen Sieg der Ukraine oder Russlands wird auch ein mögliches Abkommen zwischen den beiden Ländern immer wieder ins Spiel gebracht. Diesen Plan verfolgt auch der frühere US-Präsident Donald Trump, der sich in der Vergangenheit bereits mehrfach zum Ukraine-Krieg geäußert hatte. Der Republikaner hat jetzt erneut behauptet, dass er als Präsident den Krieg innerhalb kürzester Zeit beenden würde.
In einem Interview mit dem Sender Fox News erklärte Trump das vor allem mit seinem Verhältnis zu den Präsidenten der Ukraine und Russlands, Wolodymyr Selenskyj und Wladimir Putin: „Ich kenne Selenskyj sehr gut und ich kenne Putin sehr gut, sogar noch besser. Ich hatte eine sehr gute Beziehung zu beiden von ihnen. Ich würde Selenskyj sagen: Du wirst einen Deal machen.“ In Richtung des russischen Präsidenten wählt Trump noch drastischere Worte.
Trump zum Ende des Ukraine-Kriegs: „Wäre innerhalb eines Tages erledigt“
Weiter sagte Trump: „Ich würde Putin sagen: Wenn du keinen Deal eingehst, werden wir ihm [Selenskyj] viel geben. Wir werden der Ukraine mehr geben als jemals zuvor, wenn wir müssen.“ Trump ist sich sicher: „Ich werde den Deal innerhalb eines Tages abschließen. Innerhalb eines Tages.“ Interessant ist bei Trumps Aussagen zum Ende des Ukraine-Kriegs auch, dass er nicht den Konjunktiv „würde“, sondern den Indikativ „werde“ benutzt.
Das erweckt dein Eindruck, als sei sich Trump sicher, dass er die kommende Wahl gewinnen und erneut US-Präsident werden wird. Im November hatte er seine Kandidatur für die Präsidentschaftswahl 2024 offiziell gemacht. Trumps Wortwahl suggeriert zugleich, dass er nicht davon ausgeht, dass der Ukraine-Krieg bis zu seinem möglichen Amtsantritt vorbei sein wird. Passend dazu übte er erneut Kritik an dem amtierenden Präsidenten Joe Biden.
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Trump hält Biden für zu unfähig, um den Ukraine-Krieg zu beenden
Über Biden sagte Trump, dieser sei anderen großen Staatsführern nicht gewachsen. Diese seien herausragend in dem, was sie tun. Biden hingegen habe „keine Ahnung, was geschieht“. Er selbst sei in seiner Amtszeit härter mit Russland umgegangen, so Trump. Der frühere US-Präsident hatte in den letzten Monaten mehrfach versprochen, den Krieg „innerhalb von 24 Stunden zu beenden“, wenn er erneut ins Weiße Haus gewählt werden würde. Beim ukrainischen Präsidenten kamen Trumps Worte jedoch nicht gut an.
In einem Gespräch mit der ukrainischen Zeitung Pravda hatte Selenskyj kürzlich gesagt, Trump habe die Chance, den Ukraine-Krieg zu beenden, bereits gehabt. Leider hätte er damals wohl andere Pläne gehabt, so Selenskyj und fügte hinzu: „Wenn wir davon reden, den Krieg auf Kosten der Ukraine zu beenden, mit anderen Worten, indem wir uns dazu zwingen, unsere Gebiete aufzugeben, dann denke ich, dass Biden ihn auf diese Weise sogar in fünf Minuten hätte beenden können.“ (Gregor-José Moser)