US-Präsident Joe Biden und der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro haben bei ihrem ersten bilateralen Treffen jegliche Konfrontation vermieden.
Los Angeles in den USA - Biden bezeichnete Brasilien auf dem Amerika-Gipfel in Los Angeles am Donnerstag als "pulsierende" Demokratie mit "soliden" Institutionen. Bolsonaro erklärte, er habe "viele Gemeinsamkeiten" mit dem US-Präsidenten. So seien sie beide "Demokraten", denen "die Freiheit" am Herzen liege.
Auch bei heiklen Themen wie Wahlen und dem Schutz des Amazonas-Gebiets vermieden die beiden Staatschefs jede Konfrontation. Bei dem gemeinsamen Pressetermin vor dem Treffen schüttelten sie sich jedoch nicht die Hände und wechselten kaum einen Blick.
Biden begrüßte auch die "Opfer", die Brasilien zum Schutz des Amazonas-Regenwaldes bringe. Der rechtsextreme Bolsonaro zweifelt die Verantwortung des Menschen für den Klimawandel an und steht wegen seiner Umweltpolitik immer wieder in der Kritik.
Die Beziehung der beiden Staatschefs ist bekanntermaßen von Spannungen geprägt. Erst vor wenigen Tagen hatte Bolsonaro Zweifel an der Korrektheit von Bidens Wahl zum Präsidenten geäußert. Die US-Regierung hat ihrerseits offen Bolsonaros Angriffe auf das Wahlsystem Brasiliens kritisiert. noe/bfi
Sorge um verschwundenen britischen Journalisten und Begleiter in Brasilien nimmt zu
Die Sorge um das Wohlbefinden des in Brasilien verschwundenen britischen Journalisten Dom Phillips und des brasilianischen Experten für indigene Angelegenheiten, Bruno Pereira, nimmt zu. Die Polizei fand am Donnerstag Blutspuren in dem Boot eines im Zusammenhang mit dem Verschwinden festgenommenen Verdächtigen. Das Material werde nun untersucht, hieß es.
Der 57-jährige Phillips, der als freier Korrespondent regelmäßig für die britische Zeitung "The Guardian" schreibt, hatte zusammen mit Pereira im Javari-Tal nahe der Grenze zu Peru für ein Buch über Gewalt gegen Indigene recherchiert. Seit Sonntag werden sie vermisst. In der Region sind Goldgräber, Wilderer und Drogenbanden aktiv. Indigenen-Organisationen zufolge waren die Männer zuvor bedroht worden.
Am Mittwoch nahmen die Ermittler den 41-jährigen Amarildo da Costa de Oliveira fest. Laut Polizei wurden bei dem Verdächtigen bei einer zufälligen Kontrolle Drogen und Patronen für ein Sturmgewehr gefunden. Zeugen gaben an, den Mann gesehen zu haben, wie er das Boot von Phillips und Pereira verfolgte.
In seinem Boot seien nun Blutspuren gefunden worden, erklärte die Polizei. "Das gesammelte Material ist auf dem Weg nach Manaus (Hauptstadt des Bundesstaates Amazonas) an Bord eines Black-Hawk-Hubschraubers, um dort begutachtet zu werden."
Pereira, der für die Regierungsbehörde für indigene Angelegenheiten (Funai) arbeitet, erhält regelmäßig Drohungen von illegalen Holzfällern und Bergleuten, die versuchen, in das Land isolierter indigener Gruppen einzudringen. In den vergangenen Jahren hatte die Gewalt in der Region aufgrund der Anwesenheit von illegalen Bergleuten, Jägern und Fischern zugenommen.
Phillips Familie forderte von den brasilianischen Behörden mehr Einsatz bei der Suche nach den beiden Männern. Brasiliens rechtsextremer Präsident Jair Bolsonaro sagte, er "bete zu Gott, dass sie lebend gefunden werden", wobei "mit jedem Tag, der vergeht, die Chancen schwinden". Die Expedition der beiden bezeichnete er jedoch als "Abenteuer", auf das sie sich ohne angemessene Begleitung eingelassen hätten. pe