„Ganz neue Aufmerksamkeit“

Blackout-Sorgen: Bundespolizei wappnet sich - „Reserven noch mal massiv erhöht“

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Olaf Lindner, Präsident der Bundespolizeidirektion 11, im Gespräch mit der dpa.

In Zeiten der Energiekrise steigt in der Bevölkerung die Sorge über eine „Blackout“. Auch die Bundespolizei bereitet sich für das Szenario eines flächendeckenden Stromausfalls vor.

Berlin -  Der Ukraine-Krieg bedeutet nicht nur für die Bundeswehr neue Aufgaben und Einsatzszenarien – auch Spezialkräfte der Bundespolizei wappnen sich für schwierige Zeiten innerhalb Deutschlands. „Wir haben unsere Durchhaltefähigkeit erhöht“, sagte der Präsident der Bundespolizeidirektion 11, Olaf Lindner, der dpa am Sonntag (23. Oktober).

„Es geht zum Beispiel darum, bei einem etwaigen Cyberangriff auf die Stromversorgung in Berlin möglichst lange handlungsfähig zu bleiben“, erklärte er. Denn wenn der Strom ausfalle, funktioniere beispielsweise auch die Zapfsäule an der Tankstelle nicht mehr. „Wir haben unsere Reserven noch mal massiv erhöht“, sagte Lindner. Für die gesamte Bundespolizei gebe es einen „Mindeststandard in Sachen Durchhaltefähigkeit“.

Blackout-Vorbereitungen: Bundespolizei sieht sich gerüstet – „ganz neue politische Aufmerksamkeit“

„Hybride Bedrohungen und Risiken für die kritische Infrastruktur waren für uns und für andere Fachleute immer schon ein Thema“, sagte Lindner zugleich. Auch das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) beschäftige sich seit vielen Jahren mit der Frage, wie Deutschland für den Fall eines längeren, großflächigen Stromausfalls vorbereitet sei.

Neu sei nur, dass es für diese und andere Fragen zur kritischen Infrastruktur jetzt - ausgelöst durch die Corona-Pandemie, die Flutkatastrophe im Ahrtal 2021, den Krieg in der Ukraine und die jüngsten Sabotage-Akte gegen Pipelines und die Bahn „eine ganz neue politische Aufmerksamkeit“ gebe.

Sabotage-Akte: Bundespolizei hat bereits „seit vielen Jahren Szenarien durchgespielt“

Auch der Schutz von Anlagen auf hoher See sei für die Spezialkräfte der Bundespolizei nicht neu, betonte Lindner, der früher Kommandeur der GSG 9 war. Er sagte: „Seit vielen Jahren haben wir Szenarien durchgespielt wie Angriffe auf Gas-Plattformen in der Ostsee.“

Unter dem Dach der vor fünf Jahren gegründeten Direktion 11 in Berlin sind die GSG 9 sowie alle anderen Spezialkräfte der Bundespolizei mit insgesamt sechs Dienststellen an 40 Standorten zusammengefasst. Dazu gehören unter anderem Polizisten, die für die Sicherheit deutscher Diplomaten im Ausland sorgen. Beim Schutz von Bahnanlagen, um den sich die Bundespolizei in Abstimmung mit der Konzernsicherheit der Deutschen Bahn kümmert, unterstützen die Spezialkräfte mit Überwachungsflügen sowie mit einem Entschärfungsdienst, der an 15 Standorten im Bundesgebiet präsent ist. (dpa)

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