Von der Jungen Union zum Ministerpräsidenten: Die Karriere von Boris Rhein
Der Ministerpräsident von Hessen ist ein Politiker mit Prinzipien. Doch die Karriere von Boris Rhein war nicht ohne Kontroversen und Kritik.
Wiesbaden – Boris Rhein ist als Nachfolger von Volker Bouffier als hessischer Ministerpräsident in große Fußstapfen getreten. Der aus Frankfurt am Main stammende Politiker, der auch den Vorsitz des Landesverbands der CDU innehat, ist seit Mai 2022 der führende Mann in der Landesregierung. Doch wie hat er sich diesen Weg erarbeitet und wer ist er eigentlich?
Boris Rhein
Deutscher Politiker
Geburtstag
2. Januar 1972
Geburtsort
Frankfurt am Main
Partei
Christlich Demokratische Union Deutschlands (CDU)
Amt
Ministerpräsident von Hessen (seit 31. Mai 2022)
Beruf
Rechtsanwalt (bis zur Berufung als Minister)
Boris Rhein (CDU): In Frankfurt am Main geboren
Am 2. Januar 1972 wurde Rhein in Frankfurt am Main, der größten Stadt Hessens, geboren. Schon früh entschied er sich für eine Laufbahn in der Rechtswissenschaft. Nachdem er sein Abitur am humanistischen Lessing-Gymnasium in Frankfurt absolviert hatte, begann er 1991 sein Studium der Rechtswissenschaft an der angesehenen Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt. Im Jahr 1997 schloss er dieses Studium erfolgreich mit dem ersten Staatsexamen ab.
Nach seinem Zivildienst, den er als Betreuer in einem Wohnheim für Menschen mit Behinderung leistete, legte Rhein im Jahr 2000 sein zweites Staatsexamen ab. Bis zu seiner Berufung zum Minister war er als Rechtsanwalt tätig.
Boris Rhein tritt in die Politik ein
Mit 18 Jahren trat Rhein 1990 der Jungen Union bei und startete seine politische Karriere. Sein politischer Aufstieg nahm einen rasanten Verlauf, als er 1999, mit nur 27 Jahren, zum ersten Mal in den hessischen Landtag gewählt wurde. Rhein war in verschiedenen Ausschüssen tätig und zeigte sich als engagiertes Mitglied der CDU.
Von 2008 bis 2012 leitete Rhein den CDU-Kreisverband Frankfurt am Main. Nach der Landtagswahl 2013 kehrte er als Abgeordneter in den Landtag zurück und stärkte so seine politische Präsenz in Hessen.
Rheins Ministeramt und weiterer Aufstieg
2009 wurde Boris Rhein zum Staatssekretär im Hessischen Ministerium des Innern und für Sport ernannt. Mit seiner Beförderung zum Landesinnenminister im Jahr 2010 festigte er seine Position innerhalb der CDU. Rhein war bekannt für seine konservativen Ansichten und seine Unterstützung von Maßnahmen zur Stärkung von Recht und Ordnung. 2012 musste er jedoch eine Niederlage bei der Oberbürgermeisterwahl in Frankfurt am Main gegen Peter Feldmann hinnehmen – ein politischer Tiefpunkt für ihn.
Zwei Jahre später wechselte Rhein ins Ministerium für Wissenschaft und Kunst. In dieser Position zeigte er sich als engagierter Befürworter von Bildung und kultureller Entwicklung. Nach der Landtagswahl 2019 wurde er einstimmig zum Präsidenten des Hessischen Landtags gewählt. Mit 47 Jahren war er bis dahin der jüngste Parlamentspräsident in der Geschichte Hessens.
Boris Rhein wird Nachfolger von Bouffier in Hessen
Nach dem Rücktritt von Volker Bouffier als Ministerpräsident von Hessen wurde Rhein als sein Nachfolger vorgeschlagen. Im Mai 2022 wurde er offiziell zum Ministerpräsidenten von Hessen gewählt. Diese Wahl zum Regierungschef stellt einen Höhepunkt in seiner politischen Karriere dar und unterstreicht seine führende Rolle in der hessischen Politik.
Seine erste Feuerprobe bestand der römisch-katholische Ministerpräsident: Er gewann die Landtagswahl 2023 und holte 34,6 %. Die CDU wurde stärkste Kraft.
Kontroversen und Kritik rund um Boris Rhein
Rhein musste im Laufe seiner Karriere auch einige Kontroversen und Kritik aushalten. So wurde er 2011 beschuldigt, Kontakte zur Rockergruppe Hells Angels zu unterhalten. Rhein wies diese Vorwürfe entschieden zurück und erließ später ein Verbot gegen zwei Hells-Angels-Vereine.
Auch für seine harte Haltung gegenüber gewaltbereiten Fußballfans erntete Rhein Kritik. Als Innenminister forderte er eine Verschärfung des Strafgesetzbuches, um Gewalttaten gegen die Polizei stärker zu ahnden.
Boris Rhein: Werdegang, Wahlen und Skandale des hessischen Ministerpräsidenten
Rhein ist mit Tanja Raab-Rhein verheiratet, einer Richterin, die ebenfalls in der CDU aktiv ist. Das Paar hat zwei Söhne, Oskar und Bruno. In seiner Freizeit fährt Rhein gerne Rennrad und gibt zu, eine Vorliebe für Zigarillos zu haben. Rhein lebt mit seiner Familie in Frankfurt am Main.
Boris Rhein steht als Politiker vor allem für den Grundsatz Recht und Ordnung. Doch auch als Familienmensch präsentiert er sich in der Politik. Im Interview mit der Frankfurter Rundschau bezeichnete sich Rhein selbst als „Vertreter eines mitfühlenden Konservatismus“. Und das scheint zu wirken: Bis auf seine Niederlage in der OB-Wahl in Frankfurt 2012 legte Rhein eine beeindruckende Karriere in der CDU hin. In Deutschland war er lange ein Unbekannter – das hat sich nun geändert. (red)