Das erste Mal seit 20 Jahren

Briten sichern ihre Küstengewässer – wegen Putins Provokationen

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Üben für den Ernstfall: „Baltic Mine Countermeasures Squadron Exercise“ war ein kürzlich durchgeführtes Natoländer-übergreifendes Manöver mit dem Ziel, die Zusammenarbeit im Ostseeraum weiter zu verbessern – und der Gefahr von Minen entgegenzuwirken.
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Schattenflotte, Raketenkorvetten, U-Boote – künftig auch Minen? Nato findet zu ihren alten Tugenden zurück und rückt Russland unter Wasser auf den Pelz.

London – „Russlands Marine ist ,die Beste unter Wasser‘“, schrieb Ellie Cook Anfang 2023. Als der Ukraine-Krieg bereits mehr als ein Jahr alt war, schaute das Magazin Newsweek auf und unter die Wasseroberfläche, um zu ergründen, was Wladimir Putins Invasionstruppen noch zu bieten hätten – als das Desaster am Boden und in der Luft gerade seinen Anfang nahm. Jetzt streckt die Nato ihre Fühler erstmals ernsthaft nach russischen U-Booten aus, besonders nach deren unliebsamen Hinterlassenschaften; die Briten machen den Anfang – der Jagd.

Die Royal Navy habe unbemannte Schiffe gekauft, um sich zu schützen vor russischen U-Booten, die die kritische nationale Infrastruktur Großbritanniens bedrohen, schreibt aktuell der Telegraph. Aber auch über Wasser fängt Russland an, den Briten auf der Nase herumzutanzen: Die Briten kennen beispielsweise aus dem Effeff die Raketenkorvette Boykiy, wie die BBC berichtet hat: Die Korvette sei eines von mehreren russischen Schiffen, die in den letzten Monaten in der Nähe der britischen Küste verfolgt worden seien, wie der Sender bereits Ende März gemeldet hatte. Jetzt sei auch das russische U-Boot Novorossiysk vor der britischen Küste gesichtet worden, berichtet Focus Online.

Nato rüstet auf: Sweep verdeutlicht, dass Großbritannien als Teil der Nato jetzt besser gewappnet ist

Jetzt wollen die Briten endgültig Klar Schiff machen vor ihrer Haustür: Zum ersten Mal seit 20 Jahren würde wieder ein Minensuchgerät eingesetzt, um der zunehmenden Bedrohung wichtiger Infrastrukturen entgegenzuwirken, berichtet der Telegraph. Die Royal Navy will damit unter Wasser die Herrschaftsverhältnisse wieder gerade rücken. „Das neue Sweep-System der Marine nutzt eine Technologie, die hochentwickelte, moderne digitale Seeminen entschärfen kann, die in der Nähe vorbeifahrende Schiffe und U-Boote erkennen und angreifen können“, schreibt Telegraph-Autorin Danielle Sheridan. Laut dem Uk Defence Journal könnten die Plattformen der Sprengladungen Schiffssignale nachahmen und die Seeminen dadurch zur Explosion bringen.

„Nach spektakulären Unfällen, darunter der  Verlust des Schwarzmeer-Flaggschiffs  Mosvka im April 2022 und der Tatsache, dass Russlands  einziger Flugzeugträger regelmäßig Feuer fängt , gelten viele der russischen Überwasserschiffe – mit Ausnahme einiger neuerer, kleinerer Schiffe – weitgehend als nicht mehr auf der Höhe der Zeit.“

Ellie Cook, Newsweek

Die Briten sowie die Nato haben definitiv Angst vor einem Konflikt mit Russland, der als hybrid bezeichnet wird; den Victor Duenow aber bereits kurz nach der Invasion der Ukraine durch Russland als „Grauzonenkrieg“ hat heraufziehen sehen – und der nicht zuletzt durch Russlands Schattenflotte an Gestalt annimmt. Die nordatlantische Verteidigungsallianz befürchtet die Verminung mindestens der Ostsee oder anderer Wasserstraßen, die strategische Bedeutung für den Westen haben. Die ständige Präsenz von Über- und Unterwasserschiffen Russlands an der Schwelle zum Westen gelten dem Autoren des Thinktanks Foreign Policy Research Institute (FPRI) als Menetekel.

Das Sweep-System besteht aus einer Art unbemanntem Motorboot, an dem in etlicher Entfernung an Flöße erinnernde Anhänger vertäut sind, dahinter wiederum wird eine Art Boje gezogen. Die „Anhänger“ seien „hochentwickelte“ Nutzlasten zur schnellen Detonation von Minen“, die gesamte Einheit würde von „Bedienern in Kommandozentralen auf See oder an Land ferngesteuert“, schreibt Telegraph-Autorin Sheridan. Laut dem UK Defence Journal hat die Royal Navy drei Systeme erhalten. Sweep verdeutlicht, dass Großbritannien als Teil der Nato jetzt besser gewappnet ist gegen russische Aktivitäten auf einem Niveau, „unterhalb dessen die Nato zu einem Eingreifen bereit war, was es Russland ermöglichte, seinen Einsatz von Grauzonenmacht in ganz Europa fortzusetzen“, wie der ehemalige U.S. Navy Commander Duenow geschrieben hat.

Ukraine-Krieg schwappt über: Wiedergeburt der Minenkriegsführung in der Ostsee

Mit Russland wird auf und unter dem Wasser zu rechnen sein: „Der Einsatz von Minen als Form der Grauzonenkriegsführung steht im Einklang mit anderen russischen Initiativen. Indem Russland den Mineneinsatz hinter einer Desinformationskampagne und der Notwendigkeit, die baltische Energieversorgung zu schützen, verschleiert, könnte es eine rechtliche Rechtfertigung für den Mineneinsatz liefern, was zu einer begrenzten oder vernachlässigbaren Reaktion der Nato führen würde“, schreibt er. Insofern rechnet die Nato bereits mit einer Verminung von Wasserstraßen, beispielsweise in der Ostsee.

Von einer Wiedergeburt der Minenkriegsführung in der Ostsee hat bereits Anfang 2024 Ott Laanemets im Organ des U.S. Naval Institutes gewarnt. Da war gerade Schweden als jüngstes Mitglieder der Nato beigetreten und hatte die Ostsee damit vollends zum Nato-Meer gemacht; prinzipiell die zweite harte Gerade auf die Nase von Wladimir Putin, der bereits die Finnen aus ihrer mehr als 80 Jahre währenden militärischen Neutralität getrieben und damit die Landesgrenze Russlands zur Nato um fast 1.500 Kilometer verlängert hatte. „Seeminen sind noch immer die zentrale Waffe in der Ostsee, doch ein Großteil des institutionellen Wissens der Nato ist verloren gegangen“, schrieb der estnische Marinekommandant Laanemets.

Ihm zufolge sei Minenlegen sowie Räumen im Kalten Krieg eine der Königsdisziplinen der Nato gewesen und im Rahmen der Friedensdividende als erste Kompetenz über Bord gegangen – was die Nato-Streitkräfte jetzt wieder einholt: „Der Charakter des Minenkriegs in der Ostsee hat sich nicht geändert, ist aber in Vergessenheit geraten. Seeminen sind nach wie vor die zentrale Waffe, und der Minenkrieg muss Teil der maritimen und gemeinsamen Kriegsführung sein“; schreibt Laanemets.

Putin will übers Wasser: Skandinaviern wachsen die Ihnen zugedachten Aufgaben gerade über den Kopf

André Uzulis urteilt, Moskau versuche seine verschlechterte strategische Position durch zunehmende Aggressivität auszugleichen, wie er im Bundeswehr-Reservistenmagazin loyal ausbreitet. Die Ostsee bildet inzwischen die Nahtstelle zwischen einer deutlich verstärkten Nato sowie eines Russlands unter Putins Herrschaft, der durch die Verstärkung der Verteidigungs-Allianz durch Schweden und Finnland die erste krachende strategische Niederlage im Zuge des Ukraine-Krieges hat erleiden müssen. „Die Ostsee wirkt bereits seit Beginn der russischen Invasion der Ukraine im Jahr 2014 wie ein Brennglas der angespannten Beziehungen zwischen der Nato und der Russischen Föderation“, zitiert loyal den Politikwissenschaftler Julian Pawlak vom Bundeswehr-Thinktank GIDS in Hamburg. Ähnlich gefährlich ist das Aufeinandertreffen im Ärmelkanal.

Großbritannien schickt sich also an, im Ärmelkanal wieder eine ernstzunehmende Seeminen-Macht zu werden. In der Ostsee ruhen die Hoffnung der Nato auf die Kapazitäten der Schweden. Allerdings wachsen den Skandinaviern den Ihnen zugedachten Aufgaben auch gerade über den Kopf, wie der in den USA ansässige Thinktank Center for Maritime Strategy klar stellt – viele Bereiche der schwedischen Marine benötigten zusätzliche Streitkräfte: „Die derzeit vier U-Boote, zehn Korvetten/größere Patrouillenschiffe und weitere kleinere Schiffe sowie die derzeit zwei Marineregimenter reichen nicht aus, um den neuen, geplanten Nato-Bedarf zu decken“, schreibt der Analyst Steven Wills.

Putins nächste Provokation: Jetzt auch noch eine kommende Bedrohung durch Unterwasser-Sprengkörper

Laut Victor Duenow hat ein künftiger Minenkrieg eine geringe Priorität für die Nato. Der FPRI-Autor geht aber davon aus, dass Russland zu diesem Thema anders denkt. Ihm zufolge horte Russland mit geschätzten 250.000 Seeminen den größten Bestand aller Länder und würde kaum zögern, den auch einzusetzen, wenn dessen Interessen in der Ostsee als gefährdet gelten würden: Schattenflotte, Sabotage an Untersee-Infrastruktur und jetzt auch noch eine kommende Bedrohung durch Unterwasser-Sprengkörper. Die Nato bekommt die nächste Hausaufgabe auf ihre ohnehin schon lange To-Do-Liste.

Die Nato wächst und kämpft: Alle Mitgliedstaaten und Einsätze des Bündnisses

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Gegründet wurde die Nato am 4. April 1949 in Washington, D.C. Zunächst zwölf Staaten unterzeichneten den Nordatlantikvertrag: Belgien, Dänemark, Frankreich, das Vereinigte Königreich, Island, Italien, Kanada, Luxemburg, die Niederlande, Norwegen, Portugal und die USA. Sie wurden zu den Gründungsmitgliedern der Nato. Hier präsentiert Gastgeber und US-Präsident Harry S. Truman das Dokument, das die Grundlage für das Verteidigungsbündnis bildet. Der erste Oberkommandeur war der US-Amerikaner Dwight D. Eisenhower, der nach seiner Zeit bei der Nato Truman im Amt des US-Präsidenten beerben sollte. © imago
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In den ersten Jahren nach ihrer Gründung stand die Nato ganz im Dienste der Abwehr der sowjetischen Gefahr. 1952 fanden in Deutschland zahlreiche Manöver der Mitgliedsstaaten statt, unter anderem überwacht vom zweiten Oberkommandeur der Nato, Matthew Ridgway (2.v.l.) und dem damaligen französischen Botschafter in Deutschland, Andre Francois-Poncet (3.v.r.). © imago
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Im Jahr 1952 traten zwei weitere Länder der Nato bei: Griechenland und die Türkei. Die Anzahl der Nato-Mitglieder stieg also auf 14. Noch im selben Jahr fanden die ersten Manöver des Verteidigungsbündnisses statt. Beteiligt waren neben Einheiten Großbritanniens und der USA auch Kampftaucher, sogenannte Froschmänner, der türkischen Marine. © imago
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Im Jahr 1954 beschlossen die Nato-Mitgliedsstaaten auch der Bundesrepublik Deutschland den Beitritt anzubieten. Der britische Außenminister Anthony Eden reiste nach Paris, um im Palais de Chaillot die Vereinbarung zu unterzeichnen. Ein Jahr später, 1955, wurde die BRD als 15. Mitglied der Nato in das Verteidigungsbündnis aufgenommen. © UPI/dpa
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Kurz nach Gründung durchlitt die Nato bereits ihre erste interne Krise. Frankreich entzog bereits 1959 seine Flotte der Nato-Unterstellung. 1966 verabschiedeten sich die Vertreter des Landes aus allen militärischen Organen des Verteidigungsbündnisses. Frankreichs Präsident Charles de Gaulle (l.), hier bei der Beerdigung John F. Kennedys, fürchtete eine Dominanz der USA in der Nato und pochte auf die Unabhängigkeit der französischen Streitkräfte. Das Land kehrte erst im Jahr 2009 wieder als vollwertiges Mitglied in die militärischen Strukturen zurück. © imago
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Im Jahr 1982 fand die nächste Erweiterungsrunde der Nato statt. Spanien wurde das 16. Mitglied des Verteidigungsbündnisses und nahm kurz darauf am Nato-Gipfel in Bonn teil. In der damaligen Bundeshauptstadt kamen die Staatsoberhäupter und Regierungschefs zusammen (v.l.n.r.): Kare Willoch (Norwegen), Francisco Balsemao (Portugal), Leopoldo Calvo-Sotelo (Spanien), Bülent Ulusu (Türkei), Margaret Thatcher (Großbritannien) und Ronald Reagan (USA). © imago
Ihren ersten Kampfeinsatz startete die Nato am 30. August 1995 mit der Operation „Deliberate Force“ gegen serbische Freischärler im ehemaligen Jugoslawien. Offiziell trat die Nato dabei nur als eine Art bewaffneter Arm der UN-Mission im Land auf. Beteiligt waren 5000 Soldaten aus 15 Ländern mit 400 Flugzeugen, darunter 222 Kampfflugzeugen. 54 dieser Maschinen, die rund um die Uhr von drei Flugzeugträgern und 18 Luftwaffenstützpunkten in Europa losflogen, waren F-16 Fighting Falcon (im Bild).
Am 30. August 1995 startete die Nato die Operation „Deliberate Force“ gegen serbische Freischärler im ehemaligen Jugoslawien. Offiziell trat die Nato dabei nur als eine Art bewaffneter Arm der UN-Mission im Land auf. Beteiligt waren 5000 Soldaten aus 15 Ländern mit 400 Flugzeugen, darunter 222 Kampfflugzeugen. 54 dieser Maschinen, die rund um die Uhr von drei Flugzeugträgern und 18 Luftwaffenstützpunkten in Europa losflogen, waren F-16 Fighting Falcon (im Bild). © DOD/USAF/afp
Bei der Operation kam es zum ersten Kampfeinsatz der deutschen Luftwaffe seit dem Zweiten Weltkrieg. 14 deutsche Tornado-Kampfflugzeuge flogen von Piacenza aus 65 Einsätze. Nach dem Abzug der schweren Waffen durch die Serben und einer Garantie für die verbliebenen Schutzzonen wurde die Luftoperation am 21. September 1995 beendet. Nato-Befehlshaber Leighton Smith (Mitte) und UN-Balkankommandant Bernard Janvier (rechts) konnten sich schon am Tag davor am Flughafen von Sarajevo als Sieger fühlen.
Am ersten Kampfseinsatz der Nato war auch Deutschland beteiligt. Die Bundeswehr schickte Tornado-Kampfflugzeuge in den Krieg in Jugoslawien. Ab Juni 1999 übernahm Deutschland die militärische Führung über einen Sektor des Kosovos im Rahmen der so genannten Kosovo-Friedenstruppe (KFOR). Zu Beginn befanden sich rund 6.000 deutsche Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr im Einsatz im Kosovo. © ANJA NIEDRINGHAUS/afp
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Es war der erste Kriegseinsatz der deutschen Luftwaffe seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs. 14 deutsche Tornado-Kampfflugzeuge flogen von Piacenza aus 65 Einsätze im ehemaligen Jugoslawien. Nach dem Abzug der schweren Waffen durch die Serben und einer Garantie für die verbliebenen Schutzzonen wurde die Luftoperation am 21. September 1995 beendet. © dpa
Bereits im Jahr 1998 hatte hatte das Kabinett Kohl gemeinsam mit den Wahlsiegern der Bundestagswahl 1998, Gerhard Schröder und Joschka Fischer, den ersten Einsatz deutscher Soldaten in einem militärischen Konflikt in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg beschlossen. Außenminister Fischer appellierte: „Wir haben immer gesagt: ‚Nie wieder Krieg!‘ Aber wir haben auch immer gesagt: ‚Nie wieder Auschwitz!‘“ Die Menschen in Deutschland gingen bei Antikriegsdemos gegen den Nato-Einsatz auf die Straße, so wie hier zum Beispiel am 25. März 1999 in Leipzig.
Bereits im Jahr 1998 hatte das Kabinett Kohl gemeinsam mit den Wahlsiegern der Bundestagswahl 1998, Gerhard Schröder und Joschka Fischer, den ersten Einsatz deutscher Soldaten in einem militärischen Konflikt in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg beschlossen. Außenminister Fischer appellierte: „Wir haben immer gesagt: ‚Nie wieder Krieg!‘ Aber wir haben auch immer gesagt: ‚Nie wieder Auschwitz!‘“ Die Menschen in Deutschland gingen bei Antikriegsdemos gegen den Nato-Einsatz auf die Straße, so wie hier zum Beispiel am 25. März 1999 in Leipzig.  © ECKEHARD SCHULZ/Imago
Seit Anfang 2001 lieferten sich die Rebellen der UCK (Befreiungsarmee im Kosovo), die bereits im Kosovo-Krieg gegen die Serben gekämpft hatten, Kämpfe mit der mazedonischen Armee. Nach Abschluss eines Friedensabkommens stimmte die UCK ihrer Entwaffnung und Auflösung zu und übergab der Nato ihre Waffen. Insgesamt wurden 3875 Waffen der Rebellen eingesammelt und eingeschmolzen.
Seit Anfang 2001 lieferten sich die Rebellen der UCK (Befreiungsarmee im Kosovo), die bereits im Kosovo-Krieg gegen die Serben gekämpft hatten, Kämpfe mit der mazedonischen Armee. Nach Abschluss eines Friedensabkommens stimmte die UCK ihrer Entwaffnung und Auflösung zu und übergab der Nato ihre Waffen. Insgesamt wurden 3875 Waffen der Rebellen eingesammelt und eingeschmolzen. © Louisa Gouliamaki/dpa
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Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs erweiterte sich die Nato um Länder der ehemaligen Sowjetunion. Am 12. März 1999 wurden die Flaggen von Polen, Tschechien und Ungarn am Nato-Hauptquartier in Brüssel (Belgien) gehisst. Das Verteidigungsbündnis war damit auf 19 Mitgliedsstaaten gewachsen. © ATTILA SEREN/imago
Im August 2003 übernahm die Nato durch ein Mandat der Vereinten Nationen in Afghanistan das Kommando über internationale Friedenstruppen und läutete damit den ersten Einsatz des Bündnisses außerhalb Europas ein. der Einsatz der International Security Assistance Force (ISAF) war ein sogenannter friedenserzwingender Einsatz unter Verantwortung der beteiligten Staaten im Rahmen des Krieges in Afghanistan von 2001 bis 2014.
Im August 2003 übernahm die Nato durch ein Mandat der Vereinten Nationen in Afghanistan das Kommando über internationale Friedenstruppen und läutete damit den ersten Einsatz des Bündnisses außerhalb Europas ein. Der Einsatz der International Security Assistance Force (ISAF) war ein sogenannter friedenserzwingender Einsatz unter Verantwortung der beteiligten Staaten im Rahmen des Krieges in Afghanistan von 2001 bis 2014.  © SHAH MARAI/afp
Nato-Einsatz in Afghanistan
Am Nato-Einsatz in Afghanistan beteiligte sich auch die deutsche Bundeswehr. Mit gleichzeitig 5.300 stationierten Soldatinnen und Soldaten war es der größte Auslandseinsatz der Bundeswehr. Als Teil der International Security Assistance Force (ISAF) waren deutsche Streitkräfte an mindestens zehn Kampfeinsätzen beteiligt. Zwischen 2001 und 2014 wurden 59 Bundeswehrsoldaten in Afghanistan getötet. © Michael Kappeler/dpa
Im Februar 2020 unterzeichnete Donald Trumps Regierung mit den Taliban das Doha-Abkommen
Im Februar 2020 unterzeichnete Donald Trumps Regierung mit den Taliban das Doha-Abkommen, das einen vollständigen Abzug der US-Truppen aus Afghanistan bis Ende April 2021 beinhaltete. Trumps Nachfolger Joe Biden terminierte den Abzug der US-Truppen bis zum symbolischen Stichtag des 11. September. Die verbündeten Nato-Staaten schlossen sich an, und so begann auch die Bundeswehr mit dem Abzug ihrer letzten Streitkräfte aus Afghanistan. © Boris Roessler/dpa
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Im Jahr 2004 fand die bis dato größte Erweiterungsrunde der Nato statt. Der damalige US-Außenminister Colin Powell gab bekannt, dass das Verteidigungsbündnis sieben neue Mitgliedsstaaten auf einen Streich aufnehmen werde: Bulgarien, Estland, Lettland, Litauen, Rumänien, die Slowakei und Slowenien. Die Nato bestand damit aus 26 Mitgliedern. © BENOIT DOPPAGNE/imago
Seit Juni 2005 unterstützt die Nato die Afrikanische Union, u.a. auch die AU-Mission in Somalia (Amisom). Dort kontrolliert die mit der Terrororganisation Al Qaida verbundene islamistische Bewegung Al-Shabaab Teile des Südens und setzt die Scharia in strenger Form durch. Im Rahmen der AU-Mission in Somalia testet ein Panzerfahrer im Januar 2013 seine Lenkung, während er auf einem Stützpunkt an der Front in Lower Shabelle stationiert ist.
Seit Juni 2005 unterstützt die Nato die Afrikanische Union, u.a. auch die AU-Mission in Somalia (Amisom). Dort kontrolliert die mit der Terrororganisation Al Qaida verbundene islamistische Bewegung Al-Shabaab Teile des Südens und setzt die Scharia in strenger Form durch. Im Rahmen der AU-Mission in Somalia testet ein Panzerfahrer im Januar 2013 seine Lenkung, während er auf einem Stützpunkt an der Front in Lower Shabelle stationiert ist. © TOBIN JONES/afp
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Zu ihrem 50-jährigen Bestehen im Jahr 2009 nahm die Nato zwei weitere Mitglieder auf: Albanien und Kroatien. Bundeskanzlerin Angela Merkel begrüßte den albanischen Ministerpräsidenten Sali Berisha bei den Feierlichkeiten rund um die Erweiterung sowie zum Jubiläum auf dem Nato-Gipfel in Straßburg und Kehl. © imago
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Am 5. Juni 2017 wird die Nato um ein weiteres Mitglied erweitert. Montenegro tritt dem Verteidigungsbündnis bei. Das Land hatte sich 2006 von Serbien unabhängig erklärt und wurde inklusive Flagge elf Jahre später in Brüssel am Nato-Hauptquartier begrüßt.  © Gong Bing/imago
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Die vorerst letzte Nato-Erweiterung fand im Jahr 2020 statt. Am 27. März trat Nordmazedonien dem Verteidigungsbündnis bei. Griechenland hatte die Aufnahme des Landes wegen eines Streits über dessen Namen jahrelang blockiert. Nachdem sich beide Länder geeinigt hatten, war der Weg frei für gemeinsame Manöver, wie hier zum Beispiel mit Einheiten der US-Armee in der Nähe von Krivolak. © imago
Im Rahmen ihrer Mission im Irak traniert und unterstützt die Nato die irakischen Sicherheitskräfte im Kampf gegen den sogenannten Islamischen Staat. Am 9. Dezember 2021 trafen sich der irakische Sicherheitsberater Qassem al-Araji (links) und der Nato-Befehlshaber Michael Lollesgaard in der „Grünen Zone“ der Hauptstadt Bagdad. Die USA-geführte Koalition beendete damals ihren Kampfeinsatz und verlegte sich auf eine Ausbildungs- und Beratungsrolle.
Im Rahmen ihrer Mission im Irak traniert und unterstützt die Nato die irakischen Sicherheitskräfte im Kampf gegen den sogenannten Islamischen Staat. Am 9. Dezember 2021 trafen sich der irakische Sicherheitsberater Qassem al-Araji (links) und der Nato-Befehlshaber Michael Lollesgaard in der „Grünen Zone“ der Hauptstadt Bagdad. Die USA-geführte Koalition beendete damals ihren Kampfeinsatz und verlegte sich auf eine Ausbildungs- und Beratungsrolle. © AHMAD AL-RUBAYE/afp
Nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine hat die Nato ihre seit Jahren bestehende Mission für die Luftsicherheit der baltischen Staaten an der Ostflanke des Militärbündnisses noch einmal ausgebaut. Zur Luftraum-Überwachung setzt Frankreich vier Rafale-Kampfflugzeuge ein. Vor dem Start am 25. November 2022 bereitet ein Düsenjägerpilot in Mont-de-Marsan noch einmal sein Flugzeug für die viermonatigen Mission vor.
Nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine hat die Nato ihre seit Jahren bestehende Mission für die Luftsicherheit der baltischen Staaten an der Ostflanke des Militärbündnisses noch einmal ausgebaut. Zur Überwachung des Luftraums setzt Frankreich vier Rafale-Kampfflugzeuge ein. Vor dem Start am 25. November 2022 bereitet ein Pilot in Mont-de-Marsan noch einmal seinen Jet für die viermonatige Mission vor.  © THIBAUD MORITZ/afp
Unter dem Eindruck des Ukraine-Kriegs ist im April 2023 auch Finnland der Nato beigetreten. Der Schritt ist historisch. Finnlands Präsident Sauli Niinistö bezeichnete den Nato-Beitritt als Beginn einer neuen Ära. Finnland hat eine 1340 Kilometer lange Grenze zu Russland. Das nordische Land mit seinen rund 5,5 Millionen Einwohnern hatte zuvor jahrzehntelang großen Wert auf militärische Bündnisfreiheit gelegt. Mit dem Beitritt Finnlands wächst die Nato-Außengrenze Richtung Russland nun auf mehr als das Doppelte an.
Unter dem Eindruck des Ukraine-Kriegs ist im April 2023 auch Finnland der Nato beigetreten. Der Schritt ist historisch. Finnlands Präsident Sauli Niinistö bezeichnete den Nato-Beitritt als Beginn einer neuen Ära. Finnland hat eine 1340 Kilometer lange Grenze zu Russland. Das nordische Land mit seinen rund 5,5 Millionen Einwohnern hatte zuvor jahrzehntelang großen Wert auf militärische Bündnisfreiheit gelegt. Mit dem Beitritt Finnlands wächst die Nato-Außengrenze Richtung Russland nun auf mehr als das Doppelte an. © JOHN THYS/afp
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Und am Horizont ist bereits die nächste Erweiterung der Nato zu sehen. Zusammen mit Finnland hatte sich auch Schweden um einen Beitritt zum Verteidigungsbündnis beworben. Der Aufnahmeprozess läuft. Im baltischen Meer fanden bereits erste gemeinsame Übungen der US Navy und der schwedischen Marine statt.  © IMAGO/U.S. Navy
Droht immer wieder mit einem Austritt aus der Nato: US-Präsident Donald Trump.
Bereits während seiner ersten Amtszeit stellte US-Präsident Donald Trump den Nutzen der Nato für die USA infrage und kritisierte die Verbündeten dafür, zu wenig in ihre Verteidigung zu investieren. Stattdessen würden sich die Staaten der Europäischen Union (EU) auf die militärische Stärke der USA verlassen. Nach seinem Sieg bei der US-Wahl 2024 erneuerte Trump seine Kritik und stellte sogar Artikel 5 des Nordatlantikvertrags infrage. Dieser besagt, dass ein Angriff auf einen Nato-Staat als Angriff auf alle Nato-Staaten gilt. © Anna Ross/Uncredited/dpa/Montage

Allerdings gilt Russlands Marine insgesamt als waidwund und wird um so verbissener mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln kämpfen; möglicherweise vor allem „unter der Gürtellinie“ – wie Newsweek-Autorin Ellie Cook aus der verkümmerten Überwasser-Marine ableitet:

„Nach spektakulären Unfällen, darunter der  Verlust des Schwarzmeer-Flaggschiffs Mosvka im April 2022 und der Tatsache, dass Russlands einziger Flugzeugträger regelmäßig Feuer fängt, gelten viele der russischen Überwasserschiffe – mit Ausnahme einiger neuerer, kleinerer Schiffe – weitgehend als nicht mehr auf der Höhe der Zeit.“

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