Spitzenpolitiker der Europäischen Union haben den Sturm rechtsradikaler Demonstranten auf das brasilianische Regierungsviertel scharf kritisiert.
Brüssel - EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen nannte die Randale von Anhängern des früheren brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro im Kongress, Obersten Gerichtshof und Regierungssitz in der Hauptstadt Brasília einen «Angriff auf die Demokratie». Sie schrieb am Montag auf Twitter, ihre ganze Unterstützung gelte dem neuen Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva, der frei und fair gewählt worden sei. Fast wortgleich äußerte sich EU-Ratschef Charles Michel.
Die Polizei hatte Pfefferspray, Tränengas- und Blendgranaten gegen die Gewalttäter eingesetzt, konnte aber erst nach mehreren Stunden die besetzten Gebäude in Brasilia wieder unter Kontrolle bringen. Dutzende Verdächtige wurden festgenommen.
Bolsonaro distanzierte sich von den Geschehnissen. Der rechte Präsident war im Oktober dem Linkspolitiker Lula in der Stichwahl unterlegen und zum Jahreswechsel aus dem Amt geschieden. Bereits vor der Wahl hatte er aber immer wieder Zweifel am Wahlsystem gestreut. Auch nach der Abstimmung räumte er seine Niederlage nie ausdrücklich ein. Seine Anhänger blockierten immer wieder Landstraßen, kampierten vor Kasernen und forderten eine Militärintervention zugunsten des abgewählten Staatschefs. (dpa)