VonPatrick Mayerschließen
Die Bundeswehr erhält Ersatz für an die Ukraine gelieferte Kampfpanzer. FDP-Verteidigungspolitikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann bestätigt Merkur.de den bevorstehenden Kauf einer zweistelligen Stückzahl neuer Leopard 2.
München - Deutschland steht kurz vor dem Kauf neuer Leopard-2-A7V für die Bundeswehr. Das erklärte FDP-Verteidigungspolitikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann Merkur.de am Rande einer Wahlkampfveranstaltung zur Landtagswahl Bayern in München.
Leopard 2 A7V für die Bundeswehr: Strack-Zimmermann kündigt Kauf neuer „Leos“ an
Demnach soll die Truppe eine untere zweistellige Stückzahl neuer „Leos“ erhalten. Die Verhandlungen mit dem Münchner Panzerbauer Krauss-Maffei Wegmann (KMW) seien fortgeschritten, erklärte die 65-jährige Bundestagsabgeordnete. „Wir bestellen gerade neue Leopard 2. Das ist der A7, das neueste Modell. Weil wir aus dem Bestand der Bundeswehr welche an die Ukraine abgeben. Und in diesem Zug haben wir sofort den Auftrag erteilt, dass neue hergestellt werden, damit wir mit der Bundeswehr nicht in ein Delta laufen“, erzählte Strack-Zimmermann: „Denn: Die Ausbildung muss ja weitergehen. Das ist das Neueste vom Neuen.“
Sukzessive werde von dem, „was wir abgeben, das Neueste bestellt, um dies der Truppe zuzuführen“. Laut Strack-Zimmermann wird mit KMW aktuell so auch über den Kauf neuer Panzerhaubitzen 2000 verhandelt. Sie erklärte Merkur.de: „Die neue Panzerhaubitze wird auch eingekauft.“ Deutschland hatte im Zuge des Ukraine-Kriegs den ukrainischen Streitkräften zur Verteidigung gegen die russische Invasion 14 schwere selbstfahrende Artillerie-Haubitzen zur Verfügung gestellt, bis Ende März und Anfang April sollen Kiew zudem 18 moderne Leopard-2-Panzer aus Beständen der Bundeswehr übergeben werden.
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Diese Lücken sollen nun offenbar vergleichsweise rasch geschlossen werden. Auch, wenn die Produktion eines Kampfpanzers Zeit brauche, wie Strack-Zimmermann betonte. „Bei solch einem Gerät müssen Sie immer um die zwei Jahre rechnen. Die stehen ja nicht im Regal und wir packen die ins Körbchen“, sagte die Rheinländerin in München - und deutete die Bestellung weiterer „Leos“ an.
„Wenn wir diese (Leos, d. Red.) zuführen, ist nicht ausgeschlossen, dass deutlich mehr bestellt werden“, erklärte die FDP-Politikerin, die im Deutschen Bundestag dem Verteidigungsausschuss vorsteht. Mit Blick auf die deutsche Rüstungsindustrie meinte sie: „Sie wissen jetzt, dass da Aufträge kommen. Und sie können davon ausgehen, dass noch mehr nachfolgen.“
Leopard 2 A7V für die Bundeswehr: Ampel-Koalition kauft auch neue „Boxer“ für das Heer
Dass es nach Verkündung der „Zeitenwende“ und des „Sondervermögens Bundeswehr“ durch Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) Anfang März 2022 solange dauert, bis neue Leopard 2 für die Bundeswehr bestellt werden, bemängelte Strack-Zimmermann.
„Es liegt daran, dass die Bundesregierung leider erst jetzt entschieden hat, der Ukraine den Leopard 2 und den Leopard 1 sowie Marder-Schützenpanzer zur Verfügung zu stellen“, sagte sie Merkur.de: „Hätte man das direkt im April, Mai, Juni gemacht, hätte man direkt nachbestellen können.“ Zuletzt wurde bereits bekannt, dass Deutschland mehr als 100 Radpanzer „Boxer“ für das Heer kauft. (pm)

