Ukraine-Krieg

Kritik an der Bundesregierung: Ehemaliger Top-General geht hart mit Deutschland ins Gericht

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Erhard Bühler (r) kritisiert die Bundesregierung.
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Deutschland war nicht immer das erste Land, das sich für Waffenlieferungen an die Ukraine starkgemacht hat. Jetzt kritisiert einer der ehemaligen Top-Generale die Regierung.

Berlin – Deutschland brauchte einige Zeit, bis es sich entschied, Waffen an die Ukraine zu entsenden. Zu Beginn des Ukraine-Kriegs kündigte die damalige Verteidigungsministerin, Christine Lambrecht, an, 5000 Helme nach Kiew zu entsenden. Von dieser Position hat sich die Bundesrepublik mittlerweile entfernt. Dennoch gibt es nach wie vor kritische Stimmen, was das Verhalten Deutschlands im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine betrifft.

Eine dieser Stimmen kommt aus der Bundeswehr. Erhard Bühler ist Vier-Sterne-General a.D der Bundeswehr und unzufrieden damit, wie Deutschland mit dem Krieg in der Ukraine umgeht.

Ukraine-Krieg: Ehemaliger Top-General kritisiert deutsches Verhalten

Ein Kritikpunkt, den Bühler aufbringt, ist dass es der Ukraine an gepanzerten Fahrzeugen, Kampf- und Schützenpanzern fehle. Auch weil „die Bundesregierung sehr spät entschieden“, meint der Militär der Bild Zeitung zufolge.

„Sie hat nicht erlaubt, dass man Handlungsoptionen vorbereitet, auch multinational, dass man sich also zusammensetzt und erörtert: Was wäre, wenn wir kurzfristig Panzer schicken müssen? Das ist alles verhindert worden“ sagt Bühler der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

Ukraine-Krieg: Ehemaliger Top-General fordert Kampfflugzeuge für Kiew

Auch in der Frage ob die Ukraine Kampfflugzeuge von westlichen Ländern erhalten sollte, hat Bühler eine Meinung. Das Land brauche „mehr Munition für die Flugabwehr und auch Kampfflugzeuge. Im besten Falle jedoch keine Kampfjets aus Deutschland, „sondern die amerikanischen F-16, die es in hoher Stückzahl auf der Welt gibt“. Für die seien nämlich auch genügend Ersatzteile auf dem Markt.

Die F-16 seien „nur ein Beispiel“. Alles in allem müsse man es schaffen, so Bühler, „die Ukrainer langfristig in die Lage zu versetzen, selbst für die Sicherheit ihres Landes zu sorgen.“ Auch der ehemalige ukrainische Botschafter Andrej Melnyk fordert weitere Unterstützung, wie die Bild Zeitung berichtet: „Wir sind unseren Verbündeten dankbar für ihre militärische Hilfe. Aber das ist nicht genug.“ Melnyk sagte weiter: „Die Ukraine braucht zehnmal mehr, um die russische Aggression dieses Jahr zu beenden.“ (lp)

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