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Machtkampf bei der SPD: Pistorius zieht den Kürzeren - zumindest vorerst

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Im Haushalts-Streit mit Kanzler Olaf Scholz zieht Verteidigungsminister Boris Pistorius den Kürzeren. Scholz hat klargestellt, wer das Sagen hat – und auch nach 2025 regieren will.

Frankfurt am Main - Noch ist völlig unklar, wann der Haushalt des Bundes für 2025 steht und wie er dann aussieht. Sehr viel klarer ist dagegen, dass sich eine politische Partnerschaft derzeit rapide abkühlt.

Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) hat erst selbstbewusst eine Aufstockung im Milliardenbereich gefordert und ist nun zunehmend frustriert darüber, dass er damit augenscheinlich abblitzt. Bundeskanzler Olaf Scholz (ebenfalls SPD) wiederum scheint eher amüsiert über den entnervten Minister zu sein.

Verteidigungsminister Boris Pistorius

Pistorius als möglicher Spitzenkandidat für die nächste Bundestagswahl?

Womöglich ereilt Boris Pistorius nun die Strafe für ein Gerücht, das vor einiger Zeit im Regierungsviertel in Berlin die Runde machte: Die SPD könnte in ihrer Panik vor einem drohenden Desaster bei der nächsten Bundestagswahl 2025 Olaf Scholz gegen den wesentlich beliebteren Pistorius als Spitzenkandidaten austauschen.

Es kann natürlich purer Zufall sein, dass Olaf Scholz ausgerechnet jetzt die Sache mit Koch und Kellner in der Bundesregierung klarstellt. Dieses Bild hatte Alt-Kanzler Gerhard Schröder verwendet, um seinen Vizekanzler und Außenminister Joschka Fischer von den Grünen in die Schranken zu weisen.

Boris Pistorius muss früher oder später die Herausforderung mit Olaf Scholz annehmen

Kanzler Scholz spricht stattdessen von überschaubaren Aufgaben, die sein Minister Pistorius hat. Während er selbst klarmacht, dass er die Gesamtverantwortung auch nach 2025 tragen will. Sollte Boris Pistorius also höhere Ziele haben, muss er die Herausforderung mit Olaf Scholz annehmen. (Christine Dankbar)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Bernd Elmenthaler

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