VonFelix Durachschließen
Nicht nur die Energiekrise macht Robert Habeck zu schaffen. Der grüne Wirtschaftsminister muss in einer aktuellen Umfrage gleich zwei Rückschläge einstecken.
Berlin - Bei der zurückliegenden Bundestagswahl führte Annalena Baerbock die Grünen als Spitzenkandidatin in ihre erste Regierungskoalition auf Bundesebene. Das Kanzleramt – Baerbocks eigentliches Ziel – verpasste die jetzige Außenministerin jedoch deutlich. Nicht wenige politisch interessierte Menschen hatten nach der Wahl geunkt, dass die Grünen jetzt den Bundeskanzler stellen würden, hätte sich Robert Habeck gegen seine damalige Co-Vorsitzende durchgesetzt. Doch dieses – zumindest gefühlte – Stimmungsbild scheint sich mittlerweile deutlich gewandt zu haben.
Habeck kassiert Umfrage-Watschn: Wirtschaftsminister bei K-Frage hinter Merz und Scholz
Denn wie aus einer aktuellen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa für das RTL/ntv hervorgeht, hat Habeck in der Wählergunst offenbar stark eingebüßt. Der amtierende Wirtschaftsminister muss bei seinen Beliebtheitswerten im Vergleich zur Vorwoche erneute Abstriche machen. Die Teilnehmer wurden befragt, für welchen Kandidaten sie sich aktuell entscheiden würden, wenn sie den Bundeskanzler direkt wählen könnten. Zur Auswahl standen Amtsinhaber Olaf Scholz, CDU-Chef Friedrich Merz und Wirtschaftsminister Habeck.
Lediglich 18 (-3) Prozent der Befragten würden demnach bei dieser Auswahl für Habeck stimmen. Damit landet der Grünen-Minister deutlich hinter seinen beiden Konkurrenten. Oppositionsführer Merz kam auf 22 (+2) Prozent der Stimmen, der amtierende Bundeskanzler auf 23 (+2) Prozent. Bezeichnend: 37 Prozent würden sich für keinen der Drei entscheiden. Bei der Kanzler-Frage rutscht Habeck also hinter seine aktuell stärksten Konkurrenten zurück.
Union deutlich vorne - Grüne rutschen erstmals seit April unter 20-Prozent-Marke
Eine zweite Umfrage-Watschn musste Habecks Partei bei der traditionellen Sonntagsfrage hinnehmen. Wenn am kommenden Sonntag Bundestagswahl wäre, würden lediglich 19 Prozent der Befragten die Grünen wählen – ein weiteres Minus von einem Prozentpunkt im Vergleich zur Vorwoche. Damit rutscht die Partei erstmals seit April dieses Jahres wieder unter die 20-Prozent-Marke.
Ebenfalls bei 19 Prozent steht unverändert die Kanzler-Partei SPD. Neun Prozentpunkte hinter der Union, die ihre Umfragewerte zwar nicht verbessern kann, jedoch mit 28 Prozent deutlich auf dem ersten Platz liegt. Die FDP verbessert sich derweil um einen Prozentpunkt auf 7 Prozent. Die AfD liegt unverändert bei 13 Prozent, die Linken ebenfalls gleich zur Vorwoche bei 5 Prozent.
Die Energieversorgung bleibt auch in der aktuellen Woche weiterhin das Thema, das die Bundesbürger am meisten (80%) bewegt. Der Ukraine-Krieg folgt mit 56 Prozent, an dritter Stelle wird der Tod von Königin Elisabeth II genannt (22%). Für die Umfrage wurden im Zeitraum vom 13. bis zum 19. September 2.506 Teilnehmer befragt. (fd mit dpa)
