Nach Richterwahl-Debakel: SPD präsentiert neue Kandidatin für das Bundesverfassungsgericht
VonFelix Durach
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Nach der gescheiterten Wahl von Frauke Brosius-Gersdorf zur Verfassungsrichterin hat die SPD ihre neue Kandidatin präsentiert.
Berlin – Die SPD-Fraktion im Bundestag hat die Juristin Sigrid Emmenegger als neue Kandidatin für das Bundesverfassungsgericht nominiert. Das erfuhr die Frankfurter Rundschau von Ippen.Media am Mittwoch. Die bisherige Richterin am Bundesverwaltungsgericht soll demnach am 26. September im Plenum zur Wahl gestellt werden. Die 48-jährige Juristin ist seit 2021 Richterin am Bundesverwaltungsgericht in Leipzig. Bereits von 2009 bis 2013 war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin am Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe und später Richterin am Oberverwaltungsgericht Rheinland-Pfalz.
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In einem Brief an die Abgeordneten von SPD und Union, der Table.Media vorliegt, sprechen sich die parlamentarischen Geschäftsführer beider Fraktionen Dirk Wiese (SPD) und Steffen Bilger (CDU) für Emmenegger aus. Dort heißt es unter anderem: „Die Fraktionsführungen haben jeweils in persönlichen Gesprächen ein sehr positives Bild von Frau Dr. Emmenegger gewinnen können und sind von ihrer persönlichen und fachlichen Geeignetheit für das Amt überzeugt.“
Nach Richterwahl-Debakel um Brosius-Gersdorf – SPD präsentiert neue Kandidatin
Vor der Sommerpause hatte musste die Koalition eine geplante Abstimmung über drei Verfassungsrichter verschieben, nachdem es aus den Reihen der Unions-Fraktion Kritik an der SPD-Kandidatin Frauke Brosius-Gersdorf gegeben hatte. Im Fokus stand vor allem ihre Haltung zum Thema Abtreibungen. Nach einer mehrwöchigen öffentlichen Debatte kündigte Brosius-Gersdorf daraufhin an, für das Amt nicht mehr zur Verfügung zu stehen. Als Begründung nannte die Juristin die Haltung der Unions-Fraktion, die ihr klargemacht habe, dass man sie nicht wählen werde.
Richterwahl noch im September geplant – Schwarz-Rot braucht Zwei-Drittel-Mehrheit
Für die Wahl ist eine Zwei-Drittel-Mehrheit im Bundestag nötig. Union und SPD benötigen also auch die Stimmen von Linkspartei und Grünen. Emmenegger soll nun am 22. September vom Wahlausschuss des Bundestags offiziell aufgestellt und am 26. September im Plenum zur Wahl gestellt werden. Die beiden anderen Kandidaten für das Bundesverfassungsgericht sind der von der Union aufgestellte Bundesarbeitsrichter Günter Spinner und die von der SPD nominierte Staatsrechtlerin Ann-Katrin Kaufhold. Im Bundestag ist für die Wahl eine Zwei-Drittel-Mehrheit nötig. Richter am Bundesverfassungsgericht werden für zwölf Jahre gewählt – ohne Möglichkeit auf eine Wiederwahl. (fdu)