Luftwaffe in Eile

Bundeswehr setzt auf neue Super-Rakete gegen Putins Wunderwaffe

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Die Bundeswehr will sich gegen mögliche russische Angriffe aus der Luft wappnen. Dafür soll ein neuer Lenkflugkörper her, der als Gamechanger angesehen wird.

Berlin – Boris Pistorius ist der einzige Bundesminister im Kabinett von Bundeskanzler Friedrich Merz, der sein Amt bereits vor dem Regierungswechsel bekleidete. Entsprechend erlebt der SPD-Politiker keinen Neustart. Was umso wichtiger ist, da dem Verteidigungsminister in diesen Zeiten eine besonders bedeutsame Rolle zukommt.

Das verdeutlicht die Entwicklung im Ukraine-Krieg samt der daraus von Politikern wie Experten abgeleiteten Gefahr durch Russland und Kreml-Chef Wladimir Putin für die EU, die Nato, den Westen. Ebenso die Merz-Aussage während seiner ersten Regierungserklärung, Deutschland solle künftig über die „stärkste Armee Europas“ verfügen. Dafür soll die Truppe nach dem 100-Milliarden-Euro-Sondervermögen aus der Ampel-Zeit auch von der Lockerung der Schuldenbremse im Zuge des Finanzpakets von Union und SPD profitieren.

Bundeswehr soll aufgerüstet werden: Luftwaffe will Raketenabwehrsystem Arrow 4 von Israel

Deutlich höhere Investitionen in die eigene Verteidigung sind also die Zeichen der Zeit. Dazu passt die Ansage des neuen Außenministers Johann Wadephul. Am Rande des informellen Treffens der Nato-Außenminister in Antalya hatte der CDU-Politiker betont, Deutschland werde Washington bei dem von US-Präsident Donald Trump vorgegebenen Ziel folgen, fünf Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) in die Verteidigung zu pumpen.

Folgt bald das nächste Arrow-Modell? Verteidigungsminister Boris Pistorius will die Bundeswehr mit Arrow-4-Lenkflugkörpern ausstatten.

Pistorius wird die Sätze des CDU-Chefs und des neuen Ministerkollegen gerne gehört haben. Auch wenn er weiß, dass die Herausforderungen für ihn und die Bundeswehr dadurch nicht kleiner werden. Denn Baustellen gibt es an allen Ecken und Enden. Auch in der Luftabwehr.

Wie die Lücke am Himmel geschlossen werden soll, machte zuletzt Generalleutnant Lutz Kohlhaus deutlich. Auf dem Ground Based Air Defence (GBAD) Summit der CPM GmbH im Leonardo Royal Hotel Berlin verriet der stellvertretende Inspekteur der Luftwaffe, dass die Bundeswehr den Plan verfolgt, das israelische Raketenabwehrsystem Arrow 4 zu beschaffen.

Bundeswehr will Arrow 4: Luftabwehrsystem kann ballistische Raketen abfangen

Kohlhaus beschrieb den Vorgang als „offizielle Luftwaffenforderung“, wie das Portal defence-network schreibt, hinter dem ebenfalls die CPM GmbH steht. Er habe sich auf einer kürzlich erfolgten Israel-Reise ein Bild vom Arrow 4 machen können: „Wir haben dort gesehen, dass auch Israel sich einem Mengenproblem stellen muss. Auch dort sind die Lenkflugkörper gerade der leistungsfähigen Systeme Arrow 3, Arrow 2 begrenzt.“

Von Taurus bis Leopard – die Waffensysteme der Bundeswehr im Überblick

Die Bundeswehr ist zu See, an Land und in der Luft mit verschiedenen Waffensystemen präsent.
Marine, Heer und Luftwaffe können auf ein breites Angebot an militärischem Arsenal zurückgreifen. Wir zeigen in dieser Fotostrecke eine Auswahl. © dpa (3) / Boris Roessler / Moritz Frankenberg / Bernd von Jutrczenka
Ein Startfahrzeug eines Patriot-Luftabwehrsystems der Bundeswehr. (Symbolfoto)
Patriot (MIM-104): Weitreichendes Flugabwehrraketensystem zur Abwehr von Flugzeugen, Marschflugkörpern und ballistischen Raketen. Bekämpfungsreichweite ca. 68 Kilometer, kann mehrere Ziele gleichzeitig erfassen und bekämpfen. © IMAGO / Schöning
Ein Flugabwehrsystem Skyranger 35 von Rheinmetall, in diesem Fall auf einem GTK Boxer als Waffenplattform.
Ein Flugabwehrsystem Skyranger 35 von Rheinmetall, in diesem Fall auf einem GTK Boxer als Waffenplattform – es kombiniert Kanone und Boden-Luft-Raketen und ist spezialisiert auf Drohnenabwehr. © IMAGO / Zoonar
Die Fregatte F 222 Baden-Württemberg nimmt an der multinationalen Formationsfahrt teil auf dem Transit im Ostchinesischen Meer im Rahmen des Indo-Pacific Deployment, am 11.09.2024.
Die Fregatte „Baden-Württemberg“ ist das Typschiff der modernen F125-Klasse der Deutschen Marine und wurde für langandauernde, weltweite Einsätze mit geringer Besatzung konzipiert. Sie zeichnet sich durch hohe Automatisierung, vielseitige Einsatzmöglichkeiten und eine besondere Eignung für Stabilitätsmissionen und Kriseninterventionen aus. © Bundeswehr/Leon Rodewald
Ein Tornado-Kampfflugzeug startet während der Übung „Baltic Hunter 2023“ vom Flugplatz des Taktischen Luftwaffengeschwaders 73 „Steinhoff“ in Rostock-Laage.
Der Tornado ist ein zweistrahliges Mehrzweckkampfflugzeug, das von Deutschland, Großbritannien und Italien entwickelt wurde und seit den 1980er Jahren vor allem für Tiefflugangriffe, Aufklärung und elektronische Kampfführung eingesetzt wird. Er bleibt trotz seines Alters ein wichtiger Bestandteil der Luftwaffe, insbesondere als Träger für die nukleare Teilhabe und spezialisierte Aufgaben. © Jens Büttner/dpa
Kampfpanzer Leopard 2A7 der Bundeswehr (vorne) bei einer Übung mit einem Puma-Schützenpanzer (hinten). (Archivfoto)
Der Leopard 2 ist ein deutscher Kampfpanzer, der seit 1979 das Rückgrat der Panzertruppe bildet und als Hauptwaffensystem der Bundeswehr sowie vieler Nato-Staaten gilt. Er vereint hohe Feuerkraft durch seine 120-mm-Glattrohrkanone, starken Panzerschutz und außergewöhnliche Beweglichkeit und ist speziell für den Kampf gegen gegnerische Panzerverbände konzipiert. © IMAGO/Björn Trotzki
Infanterist der Zukunft der Bundeswehr ausgestattet u.a. mit Panzerfaust 3.
Die Panzerfaust 3 ist eine moderne, tragbare Panzerabwehrwaffe der Bundeswehr, die mit einem Mehrfachscharfschuss-System und einem hochentwickelten Gefechtskopf ausgestattet ist, um gut geschützte Fahrzeuge zu bekämpfen. Sie bietet eine hohe Präzision, Reichweite von bis zu 600 Metern und kann sowohl gegen gepanzerte Fahrzeuge als auch gegen befestigte Ziele eingesetzt werden. © Björn Trotzki/imago
Drohne "Luna"
„Luna“ ist ein unbemanntes Aufklärungsdrohnensystem der Bundeswehr, das zur Echtzeitüberwachung und Zielaufklärung auf dem Gefechtsfeld eingesetzt wird. Mit einer Reichweite von bis zu 100 Kilometern liefert die „Luna“-Drohne Bild- und Videodaten zur Unterstützung von Einsatzkräften. © dpa
Wuchtig: Eine Panzerhaubitze 2000 der Bundeswehr.
Die Panzerhaubitze 2000 ist ein selbstfahrendes Artilleriegeschütz der Bundeswehr mit einer 155-mm-Kanone, das Reichweiten von 30 Kilometern mit Standard- und bis zu 40 Kilometern mit reichweitengesteigerter Munition erzielt. © IMAGO / Sven Simon
Am 28.02.22 lief das Minenjagdboot Dattelnzur Verstärkung der NATO-Nordflanke aus.
Das Minenjagdboot „Datteln“ ist Teil der Frankenthal-Klasse (Klasse 332) der Deutschen Marine und spezialisiert auf das Aufspüren und Beseitigen von Seeminen. Es nimmt regelmäßig an internationalen Nato-Einsätzen und Übungen teil und trägt so zur Sicherung von Seewegen bei. © Presse- und Informationszentrum Marine
Soldaten bei der Waffen- und Geräteausbildung mit einem Gewehr (Archivfoto aus dem Jahr 2005).
Das G36 ist seit 1997 das Standard-Sturmgewehr der Bundeswehr und zeichnet sich durch sein geringes Gewicht, die modulare Bauweise und die einfache Handhabung aus. Es verfügt über eine Feuerrate von etwa 750 Schuss pro Minute und ist mit einem integrierten Optiksystem ausgestattet. Es wird schrittweise durch das modernere G95 ersetzt. © dpa
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Die Bundeswehr nutzt aktuell die Pistole P8 als Standarddienstpistole im Kaliber 9 x 19 mm, plant jedoch deren Ablösung durch die modernere P13. Für Spezialkräfte werden bereits die neuen Walther P14 und P14K eingeführt, die speziell auf deren Anforderungen zugeschnitten sind. (Symbolfoto) © dpa (Symbolbild)
Bundeswehr in Hamburg
Der Wiesel ist ein leicht gepanzertes, luftverlastbares Kettenfahrzeug der Bundeswehr, das vor allem bei Fallschirmjägern und Spezialkräften im Einsatz ist. Es existiert in verschiedenen Varianten, etwa mit 20-mm-Maschinenkanone oder Panzerabwehrlenkwaffen, und bietet hohe Mobilität bei geringem Gewicht. © Markus Scholz/dpa
Von Kiew schon lange angefragt: der Taurus-Marschflugkörper aus Deutschland.
Der Taurus ist ein hochpräziser, weitreichender Marschflugkörper, der von Deutschland und Schweden entwickelt wurde und vor allem zur Bekämpfung stark geschützter Bodenziele aus großer Entfernung eingesetzt wird. Mit einer Reichweite von über 500 Kilometern und modernster Zielerfassungstechnologie ermöglicht der Taurus präzise Angriffe bei minimalem Risiko für das Trägerflugzeug. © IMAGO / Political-Moments
Deutsches Flugabwehrsystem Iris-T
Das Luftverteidigungssystem IRIS-T SLM. Es dient der Abwehr von Flugzeugen, Hubschraubern, Marschflugkörpern und Drohnen. Seit 2024 in der Bundeswehr eingeführt. © Wolfgang Kumm/dpa
Korvette läuft zu EU-Einsatz vor Libyen aus
Die Korvette „Ludwigshafen am Rhein“ ist ein modernes Kriegsschiff der Braunschweig-Klasse der Deutschen Marine, das vor allem für Küstenüberwachung, Aufklärung und Schutzaufgaben eingesetzt wird. Sie ist mit einem 76-mm-Geschütz, Flugabwehrraketen und Seezielflugkörpern bewaffnet und zeichnet sich durch hohe Wendigkeit und moderne Sensorik aus. © picture alliance / dpa
Mit dieser Ausrüstung kämpft unsere Bundeswehr
Der Mungo ist ein leicht gepanzertes Mehrzweckfahrzeug der Bundeswehr, das speziell für den schnellen Transport von Soldaten und Material, insbesondere für Spezialkräfte, entwickelt wurde. Aufgrund seiner kompakten Bauweise und Luftverlastbarkeit eignet sich der Mungo besonders für Einsätze in schwierigem Gelände und bei schnellen Operationen. © Quelle: Bundeswehr
PIONIERPANZER DACHS: Der Panzer ist ein Arbeitsgerät der Pioniere und basiert auf dem Fahrgestellt des Leopard 1. Mit seinem Teleskoparmbagger errichtet er Ein- und Ausfahrten sowie Zu- und Abfahrten an Gewässerübergangsstellen und macht den Gewässergrund befahrbar. Außerdem dient er zum Anlegen und Beseitigen von Hindernissen und Sperren auf dem Gefechtsfeld. TECHNISCHE DATEN: Motorleistung: 610 kW (830 PS); Gewicht: ca. 43 t; Baggerleistung: ca. 140 Kubikmeter/h
Der Pionierpanzer Dachs ist ein spezialisiertes Unterstützungsfahrzeug der Bundeswehr, das auf dem Leopard-1-Fahrgestell basiert und für Aufgaben wie Baggern, Räumen und Bergen eingesetzt wird. Ausgestattet mit Baggerarm, Räumschild und Seilwinde ermöglicht er Pionieren das Überwinden von Hindernissen und das Befahrbarmachen von Wegen unter Gefechtsbedingungen. © Quelle: Bundeswehr
Ein Raketenwerfer MARS II steht in der Alb-Kaserne.
Der MARS II ist das moderne Raketenartilleriesystem der Bundeswehr, das präzisionsgelenkte Raketen mit Reichweiten von bis zu 84 Kilometern abfeuern kann. Es basiert auf dem amerikanischen MLRS M270, bietet hohe Feuerkraft und Flexibilität und wird vor allem zur Unterstützung von Bodentruppen eingesetzt. © Sebastian Gollnow/dpa
Die Eurofighter sind beeindruckende Kampfjets. Zahlreiche westliche Armeen haben sie in ihrem Bestand. Fotos lassen erahnen, welche technischen Fähigkeiten sie haben.
Der Eurofighter Typhoon ist ein Mehrzweckkampfflugzeug europäischer Herkunft, das durch seine hohe Wendigkeit und vielseitige Bewaffnung sowohl Luftüberlegenheits- als auch Präzisionsangriffe ermöglicht. Er bildet das Rückgrat der Luftwaffen mehrerer europäischer Staaten und ist für Luftverteidigung, Begleitschutz sowie internationale Einsätze ausgelegt. © dpa
U-Boot der Klasse U212A
Die U-Boote der Klasse 212 A sind das Rückgrat der deutschen Marine und zählen zu den modernsten konventionellen U-Booten weltweit. Dank ihres außenluftunabhängigen Brennstoffzellenantriebs sind sie besonders leise, ausdauernd und schwer zu orten, was sie ideal für Aufklärungs- und Spezialoperationen macht. (Symbolfoto)  © picture alliance / Daniel Reinhardt/dpa
Die Bundeswehr in Afghanistan: Von dem Ausspäh-Programm "Prism" wußten die Deutschen angeblilch schon seit 2011.
Der Dingo ist ein gepanzertes Allschutz-Transport-Fahrzeug (ATF) der Bundeswehr, das vor allem für Patrouillen- und Konvoifahrten in gefährlichen Einsatzgebieten entwickelt wurde und durch hervorragenden Minen- und ballistischen Schutz vielen Soldaten das Leben gerettet hat.  © picture alliance / dpa
Bundeswehr
Das MANTIS, ehemals auch Nächstbereichschutzsystem C-RAM (NBS C-RAM), ist ein stationäres Luft-Nahbereichs-Flugabwehrsystem (engl. Short Range Air Defense, kurz SHORAD). Neben den klassischen Zielen der Flugabwehr, wie Flugzeuge und Hubschrauber, kann es sowohl gegen kleine Ziele wie Drohnen/UAVs und Lenkwaffen als auch gegen sogenannte RAM-Ziele (Raketen, Artilleriegeschosse und Mörser) eingesetzt werden. © Bundeswehr
Wiesbaden Army Airfield
Der Kampfhubschrauber Tiger ist ein deutsch-französischer, zweisitziger Mehrzweckhubschrauber der Bundeswehr, der für Panzerabwehr, Luftnahunterstützung und Aufklärung konzipiert wurde. Er ist mit modernen Waffen wie Panzerabwehrlenkraketen, Maschinengewehren und Luft-Luft-Raketen ausgestattet ist. Die Bundeswehr plant, den Tiger bis 2032 aus der Nutzung zu nehmen und schrittweise durch leichtere Kampfhubschrauber zu ersetzen. © Andreas Arnold/dpa
Militärische Fahrzeuge im Norden von Sachsen-Anhalt
Der Schützenpanzer Marder war über Jahrzehnte das Standardfahrzeug der Panzergrenadiertruppe der Bundeswehr und gilt als bewährtes, wendiges und feuerkräftiges Waffensystem. Mit seiner 20-mm-Bordmaschinenkanone, Panzerabwehrlenkwaffen und moderner Nachtsichttechnik bot er den Panzergrenadieren Schutz, Mobilität und vielseitige Einsatzmöglichkeiten – sowohl im Kalten Krieg als auch bei Auslandseinsätzen, etwa in Afghanistan. © Klaus-Dietmar Gabbert/dpa
Symbolbild: Das Panzergrenadierbataillon 112 ist mit dem Schützenpanzer Puma auf dem Weg in die Letzlinger Heide zum Gefechtsübungszentrum Heer, am 12.02.2024.
Der Puma ist der modernste Schützenpanzer der Bundeswehr und ersetzt schrittweise den Marder. Er bietet eine hochmoderne Kombination aus starker Bewaffnung, umfassendem Schutz und digitaler Vernetzung, wodurch er optimal auf die Anforderungen moderner Gefechtsführung und die Zusammenarbeit mit dem Kampfpanzer Leopard 2 ausgelegt ist. © Bundeswehr/Julia Dahlmann
Tag der Bundeswehr 2024
Der CH-53 ist der größte und schwerste Transporthubschrauber der Bundeswehr und seit 1975 im Einsatz, vor allem für den schnellen Transport von Personen, Material und bei Katastrophenhilfe sowie in Auslandseinsätzen wie Afghanistan und Mali. Aufgrund seines Alters und steigender Wartungsprobleme soll der CH-53 bis 2030 durch den moderneren CH-47F Chinook ersetzt werden. © Frank Hammerschmidt/dpa

Diese Modelle sind bereits im Besitz der Bundeswehr. Diese gibt an, Arrow sei speziell entwickelt worden, „um ballistische Raketen abzufangen – insbesondere solche, die nukleare, chemische und biologische Sprengköpfe tragen könnten“. In diesem Zusammenhang werden auch die Spannungen mit Russland erwähnt.

Der Spiegel verweist darauf, dass Arrow-3-Lenkflugkörper auch Raketen zerstören können, die auf ihrer ballistischen Bahn zeitweise außerhalb der Atmosphäre im Weltraum fliegen. Dagegen sollen die Arrow-4-Lenkflugkörper demnach in der Übergangsschicht zum Weltraum zum Einsatz kommen. Laut Militärs seien sie nicht weniger als ein Gamechanger für die Abwehrfähigkeit Deutschlands.

Arrow für die Bundeswehr: „Gesamtes Höhenspektrum wird abgedeckt“

Konkret spricht das Nachrichtenmagazin von einer Höhe von 30 bis 100 Kilometern. Dort seien Arrow-4-Raketen ein Fortschritt, könnten im besten Fall auch Hyperschallraketen abfangen, die Putin gerade entwickeln lässt. Ein großer Vorteil: Sie könnten mit den gleichen Radar- und Startgeräten auf die Reise geschickt werden wie die seit kurzem im Bundeswehrbestand befindlichen Arrow 3.

Luftabwehr made in Germany: Das Modell IRIS-T SLM ist ein Produkt der deutschen Firma Diehl.

„Damit ist die Bundeswehr künftig in der Lage – beginnend mit der Heeresflugabwehr bis zu Arrow 3 – das gesamte Höhenspektrum abzudecken“, frohlockt Kohlhaus. Lücke geschlossen. Die Arrow sind als Ergänzung der Flugabwehrsysteme Patriot aus den USA und IRIS-T SLM der deutschen Firma Diehl gedacht. Diese beiden Modelle sind auf tiefer fliegende Ziele spezialisiert.

Wie der Spiegel unter Berufung auf Rüstungskenner schreibt, befindet sich die Arrow-4-Abwehrrakete noch in der Entwicklungsphase. Bis Tests unter Realbedingungen abgehalten werden könnten, würden noch Monate vergehen. Aber die Luftwaffe wolle von Anfang an mit im Boot sein. Am Geld sollte die Beschaffung nicht scheitern. Eile sei aber geboten, denn wie überall setzte die Bundeswehr auch bei der Flugabwehr über viele Jahre den Rotstift an.

Bundeswehr will mehr Raketenabwehrsysteme: Weitere IRIS-T SLM gefordert

So stellte auch Kohlhaus bei seinem Auftritt klar, dass selbst mit Arrow 4 eine Lücke offensichtlich bleibe – die im Bestand: „Wir haben zu wenig von allem.“ Dem Portal hartpunkt zufolge erklärte der 64-Jährige auch, die Luftwaffe fordere die schnelle Beschaffung von weiteren sechs IRIS-T-SLM-Systemen.

Effektive Waffe gegen Luftangriffe: Das Patriot-Raketenabwehrsystem stammt aus den USA.

So sollen die sechs bereits bestellten ergänzt werden. Inklusive 16 Patriots und einem Arrow-System würden damit 29 dieser Waffensysteme zur Verfügung stehen. Und damit wäre zumindest „für den Moment“ das Maximum für die Luftwaffe erreicht. Denn für mehr reiche das Personal nicht, gestand der Offizier.

Auch das ist die bittere Wahrheit, der sich Pistorius in seiner zweiten Amtszeit gegenüber sieht. Es gibt sie also auch in diesen Wochen: die Sätze, die der Verteidigungsminister alles andere als gerne hören wird. (mg)

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