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Friedrich Merz hat beim Landesparteitag der CDU die Kompetenz von Robert Habeck (Grüne) angezweifelt. Darüber ärgerte sich jetzt Ricarda Lang.
Stuttgart - Die Grünen als die Schuldigen für viele der Probleme in Deutschland zu sehen, darüber sind sich derzeit einige Parteien einig. Zuletzt hatte Ricarda Lang bereits beklagt, dass es zu einem Volkssport geworden sei, ihre Partei anzufeinden. Dafür, dass diese Anti-Stimmung im Land herrscht, sehen sich jedoch auch die Grünen selbst verantwortlich, weshalb es vergangene Woche zum großen Knall kam und die Parteispitze um Lang und Omid Nouripour samt des gesamten Vorstands ihren Rücktritt ankündigte.
Für manch einen geht dieser Schritt aber nicht weit genug. So bezeichnete CSU-Chef Markus Söder Lang und Nouripour schlicht als „Bauernopfer“ und forderte, dass Wirtschaftsminister und Vizekanzler Robert Habeck (Grüne) ebenfalls zurücktreten solle.
Friedrich Merz über Robert Habeck: „Wir haben von Technik beide keine Ahnung“
Auch der Kanzlerkandidat der Union, Friedrich Merz (CDU), stimmte in den Chor gegen Habeck ein und kritisierte ihn dafür, dass er sich eine Kompetenz anmaße, die er laut dem CDU-Politiker nicht habe. Beim Landesparteitag sagte Merz: „Der Robert Habeck ist Kinderbuchautor, okay. Ich bin Jurist, das ist hoffentlich auch okay. Aber uns beide verbindet eines, wir haben von Technologie beide keine Ahnung.“ Seiner Meinung nach müsse man diesen Bereich Unternehmen und Universitäten überlassen und diesen Institutionen vertrauen.
Ricarda Lang hält nichts von der Strategie des Union-Kanzlerkandidaten Friedrich Merz
Habeck hatte tatsächlich früher als freier Autor gearbeitet, doch was dies zur Sache tue, versteht unter anderen Ricarda Lang nicht. Bei X (ehemals Twitter) fragt die Noch-Grünen-Chefin: „Die Strategie von Friedrich Merz gegen seine miserablen Sympathiewerte ist also, seine politischen Gegner verächtlich zu machen, indem er sich über Kinderbuchautoren und Klempner lustig macht?“ Dies halte Lang für „gewagt“.
Die Strategie von @_FriedrichMerz gegen
— Ricarda Lang (@Ricarda_Lang) September 28, 2024
seine miserablen Sympathiewerte ist also, seine politischen Gegner verächtlich zu machen, indem er sich über Kinderbuchautoren und Klempner lustig macht? Gewagt.
Wie beliebt Merz ist, ist jedoch Ansichtssache. Nach einem jüngsten Trendbarometer von RTL und ntv schneidet Merz (16 Prozent) im unionsinternen Vergleich schlechter ab als Hendrik Wüst (31 Prozent) und Markus Söder (23 Prozent). In einem hypothetischen Kanzlerduell würde Merz (27 Prozent) jedoch Amtsinhaber Olaf Scholz (SPD, 23 Prozent) schlagen.
Rubriklistenbild: © Kay Nietfeld/dpa

