Russische Manöver unwirksam

Cherson: Ukrainische Streitkräfte zerstören russische Munitionslager

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Ukrainische Streitkräfte haben nach eigenen Angaben sechs Munitionslager im von Russland belagerten Süden des Kriegslandes zerstört

Nach den Angaben der ukrainischen Streitkräfte hat das Militär sechs Munitionsdepots im von russischen Truppen besetzten Süden des Landes zerstört.

Cherson/Melitopol - Fünf Munitionslager seien im Gebiet Cherson vernichtet worden, teilte das Kommando «Süd» des ukrainischen Militärs am Freitag auf seiner Facebook-Seite mit. Daneben soll in der Stadt Melitopol im Gebiet Saporischschja ein Depot zerstört worden sein. Unabhängig lassen sich die Angaben nicht überprüfen.

Im Gebiet Cherson hat die ukrainische Armee zu Wochenbeginn eine Gegenoffensive gestartet. Über den Verlauf der Bodenoperationen hüllt sich die Militärführung in Schweigen. Informationen gibt es lediglich über die Schläge der eigenen Artillerie. Demnach wurden neben den fünf Depots auch zwei von den Russen genutzten Fährverbindungen über einen Fluss getroffen. Die Brücken seien ebenso weiter unter Beschuss, teilte das ukrainische Militär mit. Die Fähr- und Brückenverbindungen gelten als strategisch wichtig für den Nachschub der russischen Kräfte westlich des Flusses Dnipro.

Im ebenfalls teilweise von russischen Truppen besetzten Gebiet Saporischschja ist erneut Melitopol Ziel ukrainischer Artillerieangriffe geworden. Ein Munitionslager nahe des Flughafens sei dabei so genau getroffen worden, dass es noch stundenlang Explosionen gegeben habe, teilte der ukrainische Bürgermeister der Großstadt, Iwan Fjodorow, auf seinem Telegram-Kanal mit. Auf dem beigefügten Video sind heftige nächtliche Detonationen zu erkennen.

Britische Experten schätzen Russlands Militärübungen als nutzlos ein

Veranstaltungen wie das Manöver Wostok-22, das derzeit abgehalten wird, hätten sich nicht darin bewährt, die Fähigkeiten des Militärs zu großangelegten, komplexen Einsätzen zu erhalten, hieß es im Geheimdienst-Update des britischen Verteidigungsministeriums zum Ukraine-Krieg am Freitag.

«Solche Veranstaltungen laufen stark nach Drehbuch ab, ermutigten keine Eigeninitiative und sind in erster Linie darauf ausgerichtet, die russische Führung und das internationale Publikum zu beeindrucken», hieß es in der Mitteilung weiter. Die britischen Militärexperten gehen auch davon aus, dass die tatsächliche Teilnehmerzahl an Wostok-22 deutlich geringer ist als von Moskau angegeben. «Russland behauptete öffentlich, es seien 50 000 Soldaten beteiligt, es ist aber unwahrscheinlich, dass mehr als 15 000 Militärangehörige teilnehmen werden». Das seien nur 20 Prozent der Teilnehmerzahl der vergangenen Wostok-Übung im Jahr 2018.

Schwere Kämpfe dauerten unterdessen nach Angaben der Briten im Süden der Ukraine an - auch in der Nähe des von russischen Truppen besetzten Kernkraftwerks Saporischschja. Seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine Ende Februar veröffentlicht die britische Regierung regelmäßig Geheimdienstinformationen zu dessen Verlauf. Moskau wirft London eine gezielte Desinformationskampagne vor.

Wie wirkungsvoll ist die Gegenoffensive im Ukraine-Krieg wirklich? Während Kiew von Erfolgen spricht, erklärt Russland diese schon jetzt für gescheitert. Das Land spricht von einer „Illusion für den Westen“. (dpa)

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