G20-Gipfel in Bali

„Felsenfest“: Vor G20-Treffen zwischen Xi und Biden betont China die Freundschaft mit Russland

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Im Vorfeld des G20-Gipfels in Bali trifft Joe Biden am Montag erstmals als US-Präsident auf Chinas Staatschef Xi Jinping. Die Ukraine-Krise dürfte die Gespräche dominieren.

München/Bali – Es sind zwei Welten, die unterschiedlicher kaum sein könnten, die zehntausend Kilometer entfernt voneinander liegen und die in der kommenden Woche doch ganz nah aneinander rücken werden. Da ist einerseits Nusa Dua, einer der luxuriösesten Ferienorte auf der indonesischen Insel Bali, mit weißen Stränden und kristallklarem Wasser. Hier treffen sich ab Dienstag die Staats- und Regierungschef der 19 größten Volkswirtschaften sowie Vertreter der EU zum G20-Gipfel. Urlaubsstimmung wird allerdings keine aufkommen, und das liegt an der bitteren Lage an jenem anderen, weit entfernten Ort, der auch im Tropenparadies ganz nah ist, der Ukraine.

Russlands Angriffskrieg gegen das Nachbarland, da sind sich alle Beobachter einig, wird die Tagesordnung auf Bali bestimmen. Auch wenn der Gastgeber des G20-Treffens, Indonesiens Präsident Joko Widodo, lieber über andere Themen sprechen würde. „Recover Together, Recover Stronger“ hat er zum Motto des Gipfels bestimmt, was die Veranstalter etwas ungelenk mit „Gemeinsam erholen, stärker erholen“ ins Deutsche übersetzen. Gemeint ist: Die Weltgemeinschaft solle zusammenarbeiten, um die Schwierigkeiten zu überwinden, vor die sie die Corona-Pandemie gestellt hat. Spätestens aber, wenn der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj per Video nach Bali zugeschaltet wird, dürfte der Ukraine-Krieg in den Mittelpunkt rücken. Nicht dabei in Indonesien ist hingegen Wladimir Putin – Russlands Machthaber wird seinen Außenminister Sergej Lawrow an die diplomatische Front entsenden.

Die G20: Die wichtigsten Industrie- und Schwellenländer in einer Gruppe

19 Staaten und die Europäische Union bilden die G20. Sie repräsentieren mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung, erwirtschaften über 85 Prozent des globalen Bruttoinlandsprodukts und sind für 80 Prozent der weltweiten CO2-Emissionen verantwortlich. Diese Staaten gehören dazu:
19 Staaten und die Europäische Union bilden die G20. Sie repräsentieren mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung, erwirtschaften über 85 Prozent des globalen Bruttoinlandsprodukts und sind für 80 Prozent der weltweiten CO2-Emissionen verantwortlich. Diese Staaten gehören dazu: © Lars Berg/dpa
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In Sachen Bevölkerung nur auf Platz Drei, doch bei der Wirtschaftsleistung ganz oben: Die Vereinigten Staaten von Amerika. © Michael Brochstein/dpa
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imago472024753.jpg © imago
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Das bevölkerungsreichste Land unter den G20 ist die Volksrepublik China. Regiert wird der autoritäre Staat von Präsident Xi Jinping, der seine Macht auf dem Parteitag 2022 endgültig festigte. Die 1,3 Milliarden Menschen in China sind für 15 Prozent der Wirtschaftsleistung der G20-Gruppe verantwortlich. © Jade Gao/afp
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Die Gründungskonferenz der G20 fand 1999 in Berlin statt. Bis 2008 firmierten die Gipfel unter der Bezeichnung „Finanzministertreffen“. 2017 kehrte die Gruppe der G20 nach Deutschland zurück und kam in Hamburg zusammen. Der Gipfel wurde von massiven Protesten begleitet. Es kam zu heftigen Auseinandersetzungen von Sicherheitskräften und Demonstranten. Zentrum des Konflikts war der Stadtteil Sankt Pauli. © Michael Kappeler/dpa
Deutschland ist als drittgrößte Wirtschaftsmacht der Welt ebenfalls Mitglied der G20. 2017 fand der Gipfel in Hamburg statt - und wurde begleitet von massiven Protesten und einem gigantischen Polizeiaufgebot.
Deutschland ist als drittgrößte Wirtschaftsmacht der Welt ebenfalls Mitglied der G20. 2017 fand der Gipfel in Hamburg statt - und wurde begleitet von massiven Protesten und einem gigantischen Polizeiaufgebot. © imago
Gastgeber des G20-Gipfels 2017 war der damalige Bürgermeister Hamburgs und spätere Bundeskanzler Deutschlands, Olaf Scholz. Er begrüßte unter anderem US-Präsident Donald Trump und First Lady Melania in der Hansestadt.
Gastgeber des G20-Gipfels 2017 war der damalige Bürgermeister Hamburgs und spätere Bundeskanzler Deutschlands, Olaf Scholz. Er begrüßte unter anderem US-Präsident Donald Trump und First Lady Melania in der Hansestadt. © imago
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Die viertgrößte Wirtschaftsleistung bei den G20 erzielt Japan. Der ostasiatische Staat besteht aus 6.852 Inseln. Bewohnt sind davon 425, auf denen mehr als 125 Millionen Menschen leben. Der Ballungsraum Tokio ist mit 37,3 Millionen Einwohner die größte Stadt der Welt. © Philip Fong/afp
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Großbritannien ist nach dem Brexit zwar kein Mitglied der EU mehr, dafür aber immer noch vertreten bei der G20. Staatsoberhaupt des Königreichs ist seit dem Tod von Königin Elisabeth II. ihr Sohn Charles III. Bei der G20 wird das Land aber durch die Regierung vertreten. © Aaron Chown/dpa
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Frankreich ist eines der drei EU-Länder, das auch mit einer eigenen Vertretung bei der G20 teilnimmt. Das einzige Treffen der Gruppe in der „Grande Nation“ fand im Jahr 2007 in der Hafenstadt Cannes statt. Aktivisten von Oxfam karikieren das Teilnehmerfeld: Angela Merkel, Nicolas Sarkozy, Barack Obama, David Cameron, usw. © Martin Bureau/afp
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Indien ist das Land unter den G20 mit der zweitgrößten Bevölkerung. Im Jahr 2002 fand in Dehli der einzige Gipfel der Gruppe in dem Land statt. Chili gilt als Grundnahrungsmittel in Indien, das offenbar auch von diesen beiden als indische Götter verkleideten Kindern geschätzt wird. © Avishek Das/dpa
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Brasilien ist das größte Land Südamerikas und eines der zwei Länder des Kontinents, die auch in der G20 vertreten sind. Das Land der Strände wie hier Ipanema in Rio de Janeiro erlebte kurz vor dem G20-Gipfel in Bali einen Regierungswechsel. Präsident Jair Bolsonaro wurde abgewählt und Lula da Silva feierte sein Comeback. © Jose Lucena/dpa
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Neben den USA ist auch der andere nordamerikanische Staat Teil der G20: Kanada. Das Land hoch im Norden wurde von 2015 bis 2025 von Premierminister Justin Trudeau regiert. Zweimal hintereinander trafen sich die Mitglieder der G20 in Kanada: Im Jahr 2000 in Montreal und im Jahr 2001 in Ottawa. Mit gerade einmal 35 Millionen Menschen stellt Kanada die drittkleinste Bevölkerung innerhalb der G20. © Chris Roussakis/dpa
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Südkorea ist neben China und Japan das dritte Land aus Ostasien, das bei der G20 dabei ist. Die Hauptstadt Seoul wurde kurz vor dem G20-Gipfel in Bali von einer Tragödie erschüttert. Mehr als 150 Menschen starben bei einer Massenpanik. Tausende kamen in den Straßen zusammen, um der Opfer zu gedenken. © Anthony Wallace/afp
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Russland ist eigentlich auch Mitglied der G20. Ob Präsident Wladimir Putin aber am G20-Gipfel in Bali teilnehmen wird, das steht noch nicht fest. Das Land ist aufgrund des Kriegs mit der Ukraine international zunehmend isoliert, hat mit Ländern wie China und Indien aber auch unter den G20-Staaten noch Verbündete. © Alexander Nemenov/afp
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Australien ist mit Blick auf die Bevölkerung das kleinste Land der G20. Der Staat „Down Under“, berühmt für das Opernhaus in Sydney, ist auch das einzige Land aus Ozeanien in der Gruppe der Zwanzig. © Bai Xuefei/dpa
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Mexiko ist wie der Nachbar im Norden, die USA, Mitglied der G20. Der mittelamerikanische Staat ist mit einer Einwohnerzahl von 127 Millionen der achtgrößte der G20. Viele Menschen in Mexiko feiern wie hier jedes Jahr den Tag der Toten, mit aufwendigen und gruseligen Kostümen. © Eduardo Verdugo/dpa
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Indonesien ist ebenfalls Mitglied der G20. Der Inselstaat beheimatet 257 Millionen Menschen und 128 Vulkane. 80 davon gelten als aktiv. Ausbrüche wie hier beim Vulkan Merapi gehören in Indonesien zum Alltag. © Slamet Riyadi/dpa
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Ein Land auf zwei Kontinenten und ebenso Mitglied der G20: die Türkei. Die Bosporus-Meerenge in Istanbul, der größten Stadt der Türkei, ist der Zugang zum Schwarzen Meer, über das wiederum Getreide für die ganze Welt aus den Häfen von Odessa und Mariupol verschifft wird. © Ozan Kose/afp
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Saudi-Arabien ist, was Wirtschaftsleistung und Bevölkerungszahl angeht, eines der kleinsten Länder der G20. Doch aufgrund der großen Rohstoff-Reserven, hauptsächlich Erdöl, kommt dem Land eine strategisch wichtige Bedeutung zu. Regiert wird das Königreich von Salman ibn Abd al-Aziz. Doch als eigentlicher Strippenzieher in dem absolutistisch regierten Land gilt Kronprinz Mohammed bin Salman (im Bild). © Uncredited/afp
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Südafrika ist das einzige afrikanische Land in der Gruppe der Zwanzig. Es hat außerdem die geringste Wirtschaftleistung aller G20-Staaten. Das Land am Kap der Guten Hoffnung gilt mit seinen Städten wie Johannesburg und Kapstadt als eine Hochburg der Mode - vom Minimalismus bis zur Haute Couture. © Kim Ludbrook/dpa
Italien ist ebenfalls Teil der G20 und wird aktuell durch Premierministerin Giorgia Meloni, hier beim Gipfel in Rio de Janeiro und im Gespräch mit dem ehemaligen Premierminister Kanadas, Justin Trudeau, vertreten.
Italien ist ebenfalls Teil der G20 und wird aktuell durch Premierministerin Giorgia Meloni, hier beim Gipfel in Rio de Janeiro und im Gespräch mit dem ehemaligen Premierminister Kanadas, Justin Trudeau, vertreten. © imago
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Eine Sonderrolle in den G20 kommt der Europäischen Union zu. Sie ist als Staatenbund mit einer eigenen Delegation bei den G20 vertreten. Die EU weist die zweitgrößte Wirtschaftsleistung und die zweitgrößte Bevölkerung in der G20 aus. Mit Deutschland, Frankreich und Italien sind drei EU-Mitgliedsländer auch als Einzelstaaten in der G20 vertreten. © Dragan Tatic/dpa
Neben der EU ist auch die Afrikanische Union beim G20-Gipfel 2025 in Südafrika mit einer Delegation vertreten.
Neben der EU ist auch die Afrikanische Union beim G20-Gipfel 2025 in Südafrika mit einer Delegation vertreten. © imago
2025 findet der G20-Gipfel in Johannesburg statt - unter massiven Sicherheitsvorkehrungen. Die Regierung Südafrika gab bekannt, mehr als 3.500 zusätzliche Polizisten einzusetzen.
2025 findet der G20-Gipfel in Johannesburg statt - unter massiven Sicherheitsvorkehrungen. Die Regierung Südafrika gab bekannt, mehr als 3.500 zusätzliche Polizisten einzusetzen. © imago

USA und China: Biden und Xi reisen gestärkt nach Bali

Bereits am Vorabend des Gipfels treffen am Montag (14. November) US-Präsident Joe Biden und Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping in Bali aufeinander. Es ist die erste Begegnung der beiden Politiker seit Bidens Amtsantritt. Fünfmal hat er seitdem mit Xi telefoniert, persönlich begegnet waren sich beide nur, als Biden noch Vize unter Barack Obama war. Für Xi Jinping ist der Trip nach Bali erst die zweite Auslandsreise seit Beginn der Corona-Pandemie vor über zwei Jahren, anschließend wird er zum Gipfel der Asiatisch-Pazifische Wirtschaftsgemeinschaft (Apec) nach Thailand fliegen. Biden besucht vor dem G20-Gipfel ein Treffen des Verbands Südostasiatischer Nationen (Asean) in Kambodscha. Bei beiden Treffen geht es darum, bestehende Allianzen zu stärken.

Sowohl Biden als auch Xi reisen gestärkt nach Bali. Biden, weil seine Demokratische Partei bei den US-Zwischenwahlen besser als erwartet abgeschnitten hat und sein bislang schärfster Konkurrent Donald Trump angeschlagen ist; Xi Jinping, weil er sich auf dem Parteitag seiner Kommunisten eine historische dritte Amtszeit sichern konnte und seitdem ausschließlich von loyalen Jasagern umgeben ist. So viel Macht wie Xi hatte kein chinesischer Staatschef seit Mao Zedong.

Peking spricht von „gegenseitigem Vertrauen“ zwischen China und Russland

„Es gibt vieles, das wir besprechen müssen“, sagte Joe Biden am Mittwoch auf einer Pressekonferenz. Er wolle Xi Jinping „darlegen, was die roten Linien sind“, und in Erfahrung bringen, was für China die „kritischen nationalen Interessen“ seien und ob diese mit den US-Interessen „in Konflikt stehen oder nicht“. Auch um die Ukraine solle es bei der Begegnung gehen, verlautete im Vorfeld aus dem Weißen Haus. So sagte Bidens Nationaler Sicherheitsberater Jake Sullivan, es sei positiv zu werten, dass China bislang keine Waffen für einen Einsatz in der Ukraine nach Moskau geschickt habe – und auch nicht internationale Sanktionen gegen Russland untergrabe.

Sullivan hob zudem hervor, dass Xi Jinping beim Peking-Besuch von Bundeskanzler Olaf Scholz in der vergangenen Woche den Einsatz von Atomwaffen verurteilt hatte. Scholz feierte Xis Aussage nach seiner Rückkehr nach Deutschland als Erfolg („Alleine dafür hat sich die ganze Reise gelohnt“), Grundlegendes hat sich am Verhältnis zwischen China und Russland in den vergangenen Monaten allerdings nicht verändert. Peking hält weiterhin zu Moskau und hat den Ukraine-Krieg bislang nicht verurteilt. Von einer „Allianz“ der beiden Länder wollte Biden im Vorfeld des Gipfels allerdings nicht sprechen. „Sie halten sich ein wenig auf Distanz“, so der US-Präsident.

Wenn sich Xi Jinping und Joe Biden in Bali treffen, geht es auch um Wladimir Putins Krieg gegen die Ukraine.

Dennoch ist es unwahrscheinlich, dass Biden auf Bali von Chinas Staatschef mehr als die paar unverbindlichen Worte zu hören bekommt, wie sie auch Scholz Xi Jinping in Peking entlocken konnte. Aus China hieß es zu dem Thema am Freitag erneut demonstrativ, „dass die russisch-chinesischen Beziehungen felsenfest sind“. In Peking sprach Chinas Außenamtssprecher Zhao Lijian zudem von „gegenseitigem Vertrauen“ zwischen den beiden Staaten. Nach Zugeständnissen in Richtung USA klingt das nicht.

Taiwan-Frage steht zwischen China und den USA

Zumal Biden angekündigt hat, noch andere, für China weitaus heiklere Themen in Bali ansprechen zu wollen. Neben Handelsfragen dürfte vor allem der Taiwan-Konflikt für dicke Luft auf der Tropeninsel sorgen. „Ich bin mir sicher, dass wir über Taiwan diskutieren werden“, sagte Biden. Und auf die Frage eines Journalisten, ob er Xi gegenüber bekräftigen werde, dass die USA die von Peking beanspruchte Insel im Falle eines chinesischen Angriffs verteidigen werde, sagte der Präsident: „Ich werde dieses Gespräch mit ihm führen.“

Über das Ergebnis seines Treffens mit Xi wolle Biden auch die taiwanische Regierung informieren, hieß es zudem aus Washington. Für China ein Tabubruch: „Der offizielle Austausch zwischen den USA und Taiwan verstößt gegen die Verpflichtung der USA, nur inoffizielle Beziehungen zu Taiwan zu unterhalten“, sagte Pekings Außenamtssprecher. „China lehnt dies entschieden ab.“

Für das Treffen zwischen Xi und Biden verheißen diese Töne wenig Gutes. Und auch Biden dürfte sich in Bali wenig versöhnlich zeigen. Denn zu Hause in den USA mag bei den Zwischenwahlen aus Sicht der Demokraten das Schlimmste verhindert worden sein; im Repräsentantenhaus aber dürften die Republikaner einer Mehrheit holen. Wenn sich dann innenpolitische Projekte nicht mehr ganz so leicht durchsetzen lassen, könnte Biden den Fokus auf die Außenpolitik legen. Und hier ist klar, was die Amerikaner hören wollen: 82 Prozent von ihnen – so viele wie noch nie – blicken negativ auf China, das ergab unlängst eine Umfrage des Pew Research Center. Sowohl Demokraten als auch Republikaner dürften im Umgang mit Peking also weiterhin die Konfrontation suchen. Für die Lösung der Ukraine-Krise bedeutet das ebenso wenig etwas Gutes wie Chinas wiederholte Beteuerungen, treu an der Seite Moskaus zu stehen.

Rubriklistenbild: © AFP (Montage)

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