China spricht von „Machtergreifung“ – und übt Militärmanöver vor Taiwan mit scharfen Waffen
China führt Militärübungen vor Taiwan mit echten Waffen durch. Das Regime will den neuen Präsidenten und separatistische Bewegungen bestrafen.
Update vom 24. Mai, 10.27 Uhr: Am Freitag (24. Mai) hat China Raketenangriffe auf Taiwan simuliert. Dabei sollen Kampfflugzeuge zum Einsatz gekommen sein, die mit scharfen Raketen und Bomben ausgerüstet waren, berichtete der staatliche chinesische Nachrichtensender CCTV. „Raketen und anderen Bewaffnungssysteme waren jederzeit angriffsbereit“, heißt es in dem Bericht. Die Übungen im Osten des Inselstaats seien ein Test für Chinas Fähigkeit zur „Machtergreifung“ in Taiwan, wie Reuters berichtete.
Die Angriffssimulation ist Teil einer Militärübung der chinesischen Armee. Diese sei als Strafe für Taiwans neu gewählten Präsidenten Lai Ching-te, sowie „für separatistische Kräfte“ abgehalten worden, wie der Sprecher des Ost-Verbandes der Volksbefreiungsarmee, Marine-Oberst Li Xi, am Donnerstag (23. Mai) mitteilte.
„Zerschmetterten Schädeln und Blut“ – China richtet Warnung an Taiwan
Update vom 23. Mai, 10.30 Uhr: Wenige Tage nach der Amtseinführung von Taiwans neuem Präsidenten Lai Ching-te hat China den taiwanischen Unabhängigkeitsbefürwortern in drastischen Worten mit einem Blutvergießen gedroht. „Die Unabhängigkeitskräfte werden mit zerschmetterten Schädeln und im Blut enden“, nachdem sie mit Chinas „großem“ Vorhaben der „vollständigen Vereinigung“ mit Taiwan konfrontiert wurden, sagte Außenamtssprecher Wang Wenbin am Donnerstag in Peking. Die aktuellen chinesischen Militärübungen rund um Taiwan (siehe Erstmeldung) nannte er eine „ernsthafte Warnung“.
„Ernsthafte Warnung“: China startet Militärübung vor Taiwan
Erstmeldung: Peking – Das Großmanöver soll nicht nur ein Signal an Taiwan sein: China hat eine großangelegte Militärübung um die ostasiatische Inselrepublik angekündigt. „Dies ist auch eine harte Strafe für die separatistischen Kräfte einer Unabhängigkeit Taiwans und eine ernsthafte Warnung gegen Einmischung und Provokation durch externe Kräfte“, erklärte der Sprecher des Ost-Verbandes der Volksbefreiungsarmee, Marine-Oberst Li Xi, am Donnerstag (23. Mai).
Die Militärübungen erfolgen, nachdem der neue taiwanische Präsident Lai Ching-te am vergangenen Montag ins Amt eingeführt wurde. China betrachtet Taiwan als abtrünnige Provinz, die wieder mit dem Festland vereinigt werden soll, notfalls mit militärischer Gewalt. Seit einigen Jahren schickt China regelmäßig Kampfflugzeuge und Kriegsschiffe in die Nähe der Insel.
Das Militär will den Angaben zufolge die gemeinsame Kampfbereitschaft zu Wasser und in der Luft sowie den Angriff auf Schlüsselziele trainieren. Schiffe und Flugzeuge würden sich Taiwan von Norden und Süden für „Patrouillen“ nähern und auch mehreren Inseln nahekommen, etwa dem nur wenige Kilometer vom chinesischen Festland entfernten Eiland Kinmen.
Neuer taiwanischer Präsident Lai wohl Anlass für das Großmanöver
Hintergrund der nun angekündigten Übung dürfte die Amtseinführung des neugewählten taiwanischen Präsidenten sein. Seine Demokratische Fortschrittspartei (DPP) hatte im Januar die Präsidentschaftswahl gewonnen und tritt für Taiwans Unabhängigkeit ein. Die regierende Kommunistische Partei in Peking wirft der DPP Separatismus vor.
Die Warnung dürfte auch den Verbündeten Taiwans gelten und insbesondere den USA, die der Inselrepublik für den Verteidigungsfall Unterstützung zugesichert haben und ihr zum Ärger Pekings regelmäßig Waffen liefern.
Taiwans Verteidigungsministerium verurteilte die Militärübung als „irrationale Provokation“, die den Frieden und die Stabilität in der Taiwanstraße gefährde. Die Streitkräfte zu Wasser, am Boden und in der Luft seien entsendet worden, um „Freiheit und die Demokratie mit praktischen Handlungen“ zu verteidigen, hieß es aus Taipeh. Weitere Details zu den Maßnahmen nannte das Ministerium nicht. (AFP/dpa/frs)