Imagepflege

Corona-Chats enthüllt: Italien-Politiker wollten deutschen Fall ausschlachten - „ein Weltkrieg“

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Eine riesige Zeichnung mit einer Krankenschwester an der Fassade des Krankenhauses Papa Giovanni XXIII. im italienischen Bergamo.
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Italienische Politiker wollten offenbar deutsche Corona-Fälle „ausnutzen“, um das eigene Image zu schützen. Interne Whatsapp-Nachrichten belasten auch die Regierung.

Rom – Zu Beginn der Corona-Pandemie blickte Europa vor allem auf ein Land: Italien. Schon im März 2020 zählte der Mittelmeerstaat mehr Tote als China. Aufgrund des kaputt gesparten Gesundheitssystems und überlasten Krankenhäusern fehlte der Platz, alle Patienten zu behandeln. Bilder von Militärkonvois in Bergamo, die sich mittlerweile als deutlich weniger bedrohlich herausstellten, gingen um die Welt. Wie nun öffentlich wird, waren italienische Politiker zu Beginn scheinbar mehr um das eigene Image als die Gesundheit der Bevölkerung bedacht.

Whatsapp-Chats über Italiens Corona-Politik: „Es ist wie ein Weltkrieg“

Der britische Guardian berichtet von internen Whatsapp-Nachrichten zwischen italienischen Politikern und hochrangigen Gesundheitsbeamten. Demnach wollte Italien, wo es zu Beginn die meisten Covid-Fälle gegeben hatte, von der eigenen Infektionslage ablenken.

So soll Ex-Gesundheitsminister Roberto Speranza am 5. März geschrieben haben, man müsse „ausnutzen“, dass es Berichte zum ersten Covid-Fall in Deutschland gibt. Einige dieser Fälle hatten ihren Ursprung in Italien. Giuseppe Ruocco, damals Generalsekretär des Gesundheitsministeriums, machte sich laut Guardian darüber lustig. „Heute haben wir 2 Covid-Fälle in Österreich, 1 in Frankreich und 1 in Spanien ... und vielleicht 1 in Deutschland verschenkt“, schrieb er. Am 29. Februar habe er geschrieben: „Vieles ist im Gange: der wissenschaftliche Ausschuss streitet sich mit Conte und Speranza, drängt auf ein Umdenken ... Es ist ein Weltkrieg.“

Laut Guardian leitete die Staatsanwaltschaft mittlerweile eine Untersuchung gegen den ehemaligen Ministerpräsidenten Giuseppe Conte, Ex-Gesundheitsminister Speranza und 17 weitere Beamte ein. Es gehe um den Verdacht auf „schwere schuldhafte Epidemie“ und Totschlag im Zusammenhang mit der Reaktion der Regierung zu Beginn der Pandemie. Die italienische Tageszeitung La Repubblica berichtet auch von einem fehlenden Pandemieplan.

Immunsystem stärken und so Grippe bis Corona vorbeugen – acht einfache Regeln

Frau hält Glas Wasser in der Hand.
Wer ausreichend trinkt, hält die Schleimhäute in Mund und Rachen feucht. Das ist wichtig, weil diese die erste Schutzbarriere des Körpers gegen Viren und Bakterien darstellen. Trocknen die Schleimhäute aus, können Viren leichter andocken und sich einen Weg in den Körper bahnen. Auch das Lutschen von Bonbons hilft dabei, die Schleimhäute feucht zu halten.  © Tanya Yatsenko/Imago
Korb voll mit Gemüse und Obst
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse sorgt dafür, dass dem Körper wichtige Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente zugeführt werden. Es wird vermutet, dass ein Zusammenhang zwischen einem gesunden Darm und einem gesunden Immunsystem besteht, denn ein Großteil der Antikörper produzierenden Zellen befinden sich im Darm, informiert das Portal München Klinik, der Gesundheitsversorger der Stadt München. © Oleksandr Latkun/Imago
Frau krault im Schwimmbad
Auch Bewegung macht uns weniger anfällig für Krankheitserreger. Mitverantwortlich ist die antientzündliche Wirkung von Sport und Bewegung auf unseren Körper. Davon profitiert auch unser Immunsystem, so Professor Karten Krüger von der Justus-Liebig-Universität in Giessen im Interview mit der Krankenkasse BKK Provita. Sein Forschungsgebiet: Die Wirkung von Bewegung auf unser Immunsystem. Ihm zufolge wird man seltener krank und übersteht eine Erkrankung besser, wenn man sich regelmäßig bewegt, gut schläft, sich ausgewogen ernährt und ein gutes Stressmanagement pflegt.  © Imago
Hand, die Weinglas und Zigarette hält
Inhaltsstoffe in Zigarettenrauch und Alkohol blockieren die körpereigene Abwehr und machen uns so anfälliger für Krankheiten. Nach einer durchzechten Nacht kann das Immunsystem Studien zufolge sogar bis zu 24 Stunden lang nicht wie gewohnt arbeiten, so die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Auch Rauchen fördert wie Alkohol Entzündungsprozesse im Körper, was eine erhöhte Anfälligkeit für Atemwegsinfekte zur Folge haben kann. Zudem trocknet Zigarettenrauch die Schleimhäute aus, was deren Abwehrkraft abschwächt.  © macondo/Imago
Frau öffnet das Fenster zum Lüften
Vor allem im Herbst und im Winter sollten Sie regelmäßig lüften. Denn trockene Heizungsluft trocknet die Schleimhäute in Mund und Nase aus. Diese stellen die erste Barriere für Viren und Bakterien dar. Im ausgetrockneten Zustand sind die Schleimhäute weniger widerstandsfähig. © Roman Möbius/Imago
Wanderweg im Bergischen Land nahe der Müngstener Brücke
Bewegung an der frischen Luft stärkt unsere Atemwege. Auch das Immunsystem profitiert, weil über die Haut durch Kontakt mit Sonnenlicht Vitamin D produziert wird. „Es ist wissenschaftlich unstrittig, dass eine ausreichende Vitamin D-Versorgung zur normalen Funktion des Immunsystems beiträgt. Auch zeigen Studien, dass Menschen mit einer unzureichenden Vitamin D-Versorgung ein erhöhtes Risiko für akute Atemwegsinfekte aufweisen und von der Gabe von Vitamin D-Präparaten profitieren können“, heißt es in einem Bericht des Bundesinstituts für Risikobewertung.  © Olaf Döring/Imago
Gestresste Frau im Büro
Stress ist ein wahrer Immunkiller. Durch die Ausschüttung von Stresshormonen verlieren die Immunzellen die Fähigkeit, sich zu vermehren, um Krankheitserreger abzutöten. Auch die Menge an Antikörpern in unserem Speichel verringert sich, so eine Information des Universitätsspitals Zürich.  © Joseffson/Imago
Frau schaltet den Wecker aus
Ausreichend Schlaf zählt zu den Grundpfeilern eines intakten Immunsystems. Wissenschaftler der Universität Tübingen und der Universität Lübeck konnten dem ärztlichen Journal zufolge zeigen, dass bereits nach drei Stunden ohne Schlaf die Funktion der T-Zellen beeinträchtigt war. „T-Zellen zirkulieren ständig im Blutkreislauf und suchen nach Erregern. Die Adhäsion (Anmerkung der Redaktion: bedeutet so viel wie „Haftkraft“) an andere Zellen erlaubt ihnen dabei, im Körper zu wandern und beispielsweise an infizierte Zellen anzudocken, um sie anschließend zu beseitigen“, sagt Erstautor Stoyan Dimitrov.  © Oleksandr Latkun/Imago

Italiens Corona-Chats: „Sie können nicht die Wahrheit sagen“

Epizentrum der damaligen Infektionslage war die Lombardei. Allein in Bergamo wurden während der ersten Welle des Virus 6.000 überzählige Todesfälle registriert, und laut Staatsanwaltschaft hätten 4.000 verhindert werden können, wenn die Provinz sofort unter Quarantäne gestellt worden wäre.

Die lokale Politik zögerte jedoch. So deute ein WhatsApp-Austausch zwischen den regionalen Gesundheitsbeamten Aida Andreassi und Marco Salmoiraghi auf einen Versuch der Verantwortlichen hin, die Wahrheit über den Ernst der Lage zu verbergen. „Wisst ihr, was der Präsident der Lombardei gesagt hat?“ schrieb Andreassi demnach. „Sie können nicht die Wahrheit sagen. Ich sagte: ‚Nun, dann ist es so, als ob wir in China wären‘. Er entgegnete, dass wir schlimmer als China sind – zumindest gibt es dort eine Diktatur“.‘ Dass die örtliche Politik Corona-Fälle verheimlichen wollte, hört man nicht nur aus Italien. Auch in Österreich gibt es entsprechende Vorwürfe. (as)

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