170 Millionen Euro

Kaum mehr genutzt – Lauterbach investiert trotzdem weitere Millionen in Corona-Warn-App

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Die Corona-Warn-App verlor in den vergangenen Monaten zunehmend an Relevanz. Gesundheitsminister Lauterbach investiert dennoch deutlich mehr Geld, als geplant.

Berlin – Lange Monate war sie kaum von deutschen Smartphones wegzudenken: Die Corona-Warn-App. Mittlerweile ist die App - ebenso wie die Pandemie - stärker in Vergessenheit geraten. Doch Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) glaubt noch an ihre Relevanz im Management der Corona-Pandemie. Und investiert deshalb weitere 70 Millionen Euro in die App.

Gesundheitsministerium: Corona-Warn-App wird 20 Millionen Euro teurer als geplant

Wie die Welt am Sonntag unter Berufung auf das Bundesgesundheitsministerium berichtet, wird die bereits viel kritisierte Corona-Warn-App noch einmal teurer als ursprünglich geplant. Bis Jahresende werden statt der im Februar kalkulierten 50 Millionen Euro nun 70 Millionen Euro zusätzliche Kosten erwartet.

Anfang des Jahres hatte der Bund noch von insgesamt rund 130 Millionen Euro für die Entwicklung und Weiterentwicklung der App gesprochen. Nun belaufen sich die bislang ausgezahlten Gesamtkosten auf rund 160 Millionen Euro, wie eine Sprecherin des Gesundheitsministers Karl Lauterbach der Zeitung sagte. Wie die Zeitung berichtet, hatte der Bundesrechnungshof im Frühjahr bereits ein Prüfverfahren zur Wirtschaftlichkeit der Corona-Warn-App eingeleitet.

Die Corona-Warn-App soll weitere Updates erhalten. Das Bundesgesundheitsministerium investierte dafür weitere 70 Millionen Euro. (Symbolbild)

Corona-Warn-App: Weitere Updates geplant

Entwicklung, Weiterentwicklung und Betrieb der im Juni 2020 gestarteten Warn-App liegen bei den Unternehmen SAP und T-Systems. Laut Welt am Sonntag begründete das Ministerium die zusätzlichen Kosten mit dem Vorhaben, die App als „Baustein der digitalen Kontaktnachverfolgung weiter auszubauen und zusätzliche Funktionalitäten“ einzubauen.

Konkret sollen demnach einige Funktionen der Warn-App verbessert werden. So sollen weitere Teststationen in die App eingebunden und die Anzeige des aktuelle Status-Nachweises verbessert werden, indem zum Beispiel auch eine Testverwaltung für Familienmitglieder ermöglicht wird. Vor wenigen Tagen hatte Lauterbach zudem ein Update in der App angekündigt. Wer frisch geimpft, getestet oder genesen sei, bei dem werde die App automatisch und ohne Verzögerung ein grünes Zertifikat statt einem blauen zeigen - zum Beispiel in einer Gaststätte sei dies dann auf einen Blick erkennbar, hatte der Minister erklärt. (sf/dpa)

Rubriklistenbild: © Kira Hofmann/ dpa

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