Person wurde festgenommen

Nach Angriff auf Straße: Frederiksen zeigt sich „traurig und erschüttert“

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Mette Frederiksen, Ministerpräsidentin von Dänemark, wurde in Kopenhagen angegriffen.
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Schock vor der Europawahl: Dänemarks Ministerpräsidentin Mette Frederiksen ist Opfer eines Angriffs. Jetzt hat sie sich dazu geäußert.

Update vom 9. Juni, 14.45 Uhr: Dänemarks Ministerpräsidentin Mette Frederiksen hat sich nach dem tätlichen Angriff im Wahlkampf zur Europawahl erstmals selbst an die Öffentlichkeit gewandt und sich für die vielen Nachrichten der Unterstützung bedankt. „Das ist alles unglaublich rührend“, teilte sie am Sonntag (9. Juni) auf Instagram in einem Beitrag mit. Sie sei traurig und erschüttert über das, was vorgefallen war, aber ansonsten wohlauf. Sie benötige nun Ruhe sowie Zeit für sich und ihre Familie.

Aktuell gehen die dänischen Sicherheitsbehörden nicht davon aus, dass die Tat politisch motiviert war. Dem Täter sei nicht bewusst gewesen, dass er die dänische Ministerpräsidentin angegriffen habe. Der Tatverdächtige habe wohl unter Einfluss von Drogen und Alkohol gehandelt, wie die dänische Nachrichtenagentur Ritzau meldete. Ersten Informationen zufolge, soll es sich bei dem mutmaßlichen Täter um einen 39-jährigen Polen handeln, wie die dänische Zeitung Ekstra Bladte weiter berichtet. Der Pole sitzt mittlerweile in Untersuchungshaft, wie auch das polnische Außenministerium bestätigte.

Bundeskanzler Olaf Scholz schickt Genesungswünsche an die dänische Ministerpräsidentin

Die Zeitung B.T. zitierte Augenzeugen, wonach Frederiksen durch den Schlag zur Seite gefallen, aber nicht zu Boden gegangen sein soll. Die Politikerin wurde anschließend im Krankenhaus untersucht und erlitt ein leichtes Schleudertrauma, wie ihr Büro mitteilte. Sie sagte ihre Teilnahme an mehreren Veranstaltungen am Samstag ab und wird auch am Sonntag keine öffentlichen Termine wahrnehmen werden.

Politiker der Regierung und Opposition reagierten entsetzt auf die Attacke und erklärten sich solidarisch mit Ministerpräsidentin. Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) schickte über X Genesungswünsche: „Liebe Mette, ich wünsche dir gute Besserung!“ Frankreichs Präsident Emmanuel Macron reagierte ebenso wie Großbritanniens Premierminister Rishi Sunak.

Frederiksen den Umständen entsprechend wohl auf – Tatverdächtiger in Untersuchungshaft

Update vom 8. Juni, 11.45 Uhr: Dänemarks Ministerpräsidentin Mette Frederiksen ist nach dem Angriff auf offener Straße im Krankenhaus untersucht worden. „Der Schlag hat ein leichtes Schleudertrauma verursacht“, teilte ihr Büro mit. Sie sei ansonsten in guter Verfassung, aber durch den Vorfall erschüttert. Frederiksens Teilnahme an mehreren Veranstaltungen am Samstag wurde abgesagt.

Die 46-Jährige war am Freitag in der Kopenhagener Innenstadt von einem Mann körperlich angegangen worden. Die Polizei nahm einen 39-jährigen Mann fest, der nun vor Gericht erscheinen soll. Die Hintergründe der Tat waren unklar.

Geschockte Reaktionen nach Angriff auf dänische Ministerpräsidentin Frederiksen

Update vom 8. Juni, 6.45 Uhr: Nach der Attacke auf die dänische Ministerpräsidentin Frederiksen reagierten Politiker der Regierung und Opposition entsetzt und erklärten sich solidarisch mit der 46 Jahre alten Ministerpräsidentin. Der konservative dänische Verteidigungsminister Troels Lund Poulsen schrieb auf X: „Welch ein Schock. So ist Dänemark nicht. Wir überfallen unsere Ministerpräsidentin nicht.“

Auch international gab es zahlreiche Reaktionen auf den Vorfall. „Gewalt hat keinen Platz in der Politik“, schrieb die Präsidentin des Europäischen Parlaments, Roberta Metsola, auf X. EU-Ratspräsident Charles Michel sprach von einem „feigen Akt der Aggression“, EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen schrieb: „Ich verurteile diese verachtenswerte Tat, die allem widerspricht, woran wir in Europa glauben und wofür wir kämpfen. Ich wünsche Dir Kraft und Mut - ich weiß, dass Du von beidem reichlich hast.“

Auf offener Straße: Dänemarks Ministerpräsidentin Frederiksen angegriffen

Erstmeldung: Kopenhagen – Mette Frederiksen ist in Kopenhagen offenbar auf offener Straße von einem Mann angegriffen worden. Das berichtet die Nachrichtenagentur Ritzau, auch die dänische Zeitung Ekstra Bladte berichtet über den Vorfall. Das Büro der Ministerpräsidentin bestätigte den Angriff. Ein mutmaßlicher Täter wurde inzwischen festgenommen, heißt es weiter. Ob und wie schwer die Ministerpräsidentin bei dem Angriff verletzt wurde, ist bisher nicht bekannt.

Die Polizei bestätigte zunächst lediglich einen Vorfall im Zusammenhang mit der Regierungschefin, ohne Einzelheiten zu nennen. Ein Mensch sei festgenommen worden, der Vorfall werde untersucht. Weitere Angaben würden vorerst nicht gemacht, erklärte die Polizei im Onlinedienst X.

Mette Frederiksen angegriffen: Dänemarks Ministerpräsidentin war in Kopenhagen unterwegs

Ekstra Bladte berichtete über den Angriff auf Frederiksen zudem, dass sich der Vorfall unweit der Wohnadresse der Politikerin auf einem Marktplatz ereignet haben soll. Im Vorfeld der Europawahl hat die 46-Jährige mehrfach gemeinsam mit der Spitzenkandidatin der Sozialdemokraten für die EU, Christel Schaldemose, Wahlkampf betrieben. Schaldemose erklärte allerdings laut der Nachrichtenagentur Ritzau, dass Frederiksens Anwesenheit auf dem Markt nichts mit ihrer Kampagne für die EU-Wahl 2024 zu tun hatte.

Auf X kommentierte Umweltminister Magnus Heunicke des Angriffs auf Frederiksen. „Mette ist natürlich schockiert über den Angriff. Ich muss sagen, dass es uns alle erschüttert“, schrieb der Politiker. „So etwas darf in unserem schönen, sicheren und freien Land nicht passieren. Wir alle haben die Verantwortung, füreinander und für die Werte zu sorgen, auf denen unser Land aufbaut.“

Angriff auf Mette Frederiksen: Ministerpräsidentin Dänemarks seit 2019 im Amt

Mette Frederiksen ist seit Juni 2019 Ministerpräsidentin Dänemarks. Ekstra Bladte schreibt zu dem Angriff auf die Politikerin, dass es der Politikerin unter „den gegebenen Umständen“ gut gehe. Innerhalb kürzester Zeit reagierten zahlreiche Politiker des Landes auf den Angriff auf die Ministerpräsidentin und verurteilten ihn als Angriff auf die demokratischen Werte des Landes.

EU-Ratspräsident Charles Michel verurteilte den „feigen Akt der Aggression“ in einer Erklärung auf X. EU-Parlamentspräsidentin Roberta Metsola sprach von einem „empörenden“ Angriff und betonte, Gewalt habe keinen Platz in der Politik. (fbu)

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