- VonJens Greinkeschließen
Künstliche Intelligenz breitet sich in vielen Bereichen aus und bringt Herausforderungen für Gesellschaft und Politik mit sich.
US-Präsident Donald Trump benutzt sie, um sich als Papst-Fake lächerlich zu machen, viele Influencer wollen mit ihrer Hilfe die Reichweite verbessern – doch die Künstliche Intelligenz (KI) ist längst nicht mehr nur ein nettes Spielzeug der Social-Media-Freaks. Dieses neue Instrument ist auch in unserem Privatleben und in fast allen Wirtschaftsbranchen mit enormem Tempo auf dem Vormarsch.
Laut einer aktuellen Erhebung der Vereinten Nationen (UN) ist die Nutzung der KI für etwa 20 Prozent der Menschen weltweit von „substanzieller“ Bedeutung. Die rasante Ausbreitung dieser Technologie lässt sich dabei in fast keinem Winkel der Welt aufhalten. Daraus erwachsen Folgen für die Gesellschaft und Verantwortlichkeiten für die Politik.
Jedes fünfte Unternehmen: Einsatz von KI steigt kometenhaft
KI wird laut UN in fast allen Bereichen eingesetzt, sei es Bildung, Gesundheit oder Beruf. Es vollziehe sich hier ein weltweiter technologischer „Neustart“. Und auch in Deutschland ist die Nutzung der KI innerhalb eines Jahres um acht Prozent gestiegen, Tendenz kometenhaft steigend. Fast jedes fünfte Unternehmen in Deutschland nutzt diese Technologie, wobei größere Unternehmen (48 Prozent KI-Nutzung) hier deutlich aktiver sind als mittlere Unternehmen mit 50 bis 250 Beschäftigten (17 Prozent) und kleinere Unternehmen mit bis zu 49 Beschäftigten (17 Prozent). Und im Alltag ist die KI nicht nur als Übersetzungs-Tool oder Navigationshilfe kaum noch wegzudenken: Für viele Menschen in Deutschland ist sie längst das neue und vor allem bessere Google.
Die Rufe nach einem zumindest halbwegs angemessenen Schritttempo in der Politik werden deshalb immer lauter. So fordert Agnes Heftberger, Vorsitzende der Geschäftsführung von Microsoft Deutschland, dass das von der neuen schwarz-roten Regierung installierte Digitalministerium am besten ein eigenes „KI-Ministerium“ werden soll. Deutschland müsse seine Wettbewerbsfähigkeit angesichts der weltweiten Konkurrenz „drastisch nach oben bringen“, wie sie der Bild-Zeitung sagte.
Forderungen in Sachen KI: Technische Innovation bringt viele Aufgaben
Auch der Tüv-Verband fordert eine klare Prioritätensetzung, vor allem in Sachen Sicherheit: „In einer Zeit globaler Unsicherheiten – von Trumps aggressiver Zollpolitik bis zum andauernden Krieg in der Ukraine – kommt es für die Bundesregierung mehr denn je darauf an, Vertrauen zu schaffen [...] in technische Innovationen“, so Tüv-Verbands-Geschäftsführer Joachim Bühler.
Auf den neuen Digitalminister Karsten Wildberger (CDU), vormals Vorstandschef des Düsseldorfer Ceconomy Konzerns sowie Vorsitzender der Geschäftsführung der Media-Saturn-Holding, kommen so große Herausforderungen zu. Digital-Experten raten zu gezielten Investitionen in entsprechende Unternehmen, Talentförderung und den Aufbau der benötigten Infrastruktur – aber auch zu weitreichenden Kontrollmechanismen. (Jens Greinke)