Donald Trump ist bereits zum zweiten Mal US-Präsident. Dabei ist er mit 79 Jahren nicht mehr der Jüngste. Was würde passieren, falls der Republikaner sterben würde? Ein Überblick.
Der Wahlkampf ging nicht spurlos an Trump vorbei – und der republikanische Präsidentschaftskandidat wurde Opfer eines Attentats.
Als US-Präsident: Das passiert, wenn Trump stirbt
Eine sehr zentrale Frage ist deshalb: Was passiert, wenn Trump als US-Präsident stirbt? In diesem Fall übernimmt sofort der Vize-Präsident das Amt. Dies wäre derzeit J.D. Vance, ehemaliger US-Senator aus dem Bundesstaat Ohio. Nachdem der Vize den Amtseid abgelegt hätte, würde dieser die Geschäfte weiterführen. Danach käme in dieser Rangfolge der Vorsitzende des US-Repräsentantenhauses, dies wäre der Republikaner Mike Johnson. Anschließend würden folgende Ämter laut der amerikanischen Verfassung folgen (absteigend sortiert):
Sprecher des US-Repräsentantenhauses
Außenminister
Finanzminister
Verteidigungsminister
Generalstaatsanwalt (entspricht dem Justizminister)
Innenminister
Landwirtschaftsminister
weitere Kabinettsmitglieder
Damit die Regierung handlungsfähig bleibt, gilt in dieser Frage stets das Prinzip „Designated survivor”. Dies findet beispielsweise bei besonderen Anlässen, wie der traditionellen Rede des US-Präsidenten zur Lage der Nation, Anwendung. Mit der Gefahr eines Anschlags bleibt somit immer ein Kabinettsmitglied der Rede fern. So gibt es im Notfall einen hohen Repräsentanten, der die Regierungsgeschäfte interimsmäßig übernehmen kann.
Donald Trumps Skandale, Fehltritte und Eklats in der Übersicht
Der plötzliche Tod eines Präsidenten trat in der Geschichte der USA bereits mehrfach ein: Ein bekannter Fall ist der um William Henry Harrison. Nur 31 Tage nach seiner Vereidigung erlag der 9. Präsident der Vereinigten Staaten im Jahr 1841 den Folgen einer Lungenentzündung. Ein zweiter prominenter Fall ereignete sich im Jahr 1963: das Attentat auf John F. Kennedy. Nachdem dieser in Dallas erschossen wurde, übernahm sein Vize Lyndon B. Johnson die Amtsgeschäfte. Ein Schicksal, dem auch Trump während des Wahlkampfs der US-Wahl 2024 nahe war. Bei einem Auftritt in Pennsylvania im Juli 2024 wurde der Republikaner von einem Scharfschützen am Ohr getroffen.
Die Sicherheitsvorkehrungen des Secret Service sind seitdem bei öffentlichen Veranstaltungen des aktuellen US-Präsidenten sehr hoch. Doch auch die Gesundheit des Republikaners an sich ist immer wieder ein Thema. Schließlich ist Trump mit 79 Jahren der älteste US-Präsident, jedenfalls wenn das Alter bei Amtsantritt herangezogen wird.
Beträfe auch Trump: Was passiert, wenn der US-Präsident krankheitsbedingt ausfällt?
Wie steht es um Donald Trumps Gesundheit? Zum Zustand des Präsidenten gibt es nur wenige ärztliche Diagnosen, die öffentlich sind. Meistens sind diese schon älter oder sehr allgemein gehalten. Aber der Wahlkampf ging nicht spurlos an Trump vorbei und der geistige Verfall des 79-Jährigen ist ein Thema. Die New York Times veröffentlichte rund zwei Wochen vor der US-Wahl 2024 einen Brief von mehr als 230 Psychiatern und Fachleuten zu Trumps Gesundheitszustand. Darin stellten die Experten klar, dass er deutliche Anzeichen eines kognitiven Verfalls zeige.
Name
Donald John Trump
Geburtstag / Geburtsort
14. Juni 1946 / New York
Ehefrau
Melania Trump
Kinder
Barron Trump, Ivanka Trump, Donald Trump Jr., Tiffany Trump, Eric Trump
Diese Tatsache stellte die Psychologin Diana Diamond bereits im Jahr 2017 im Deutschlandfunk heraus. Die mittlerweile emeritierte Psychologie-Professorin und Expertin für narzistische Störungen argumentierte damals jedoch gegen Ferndiagnosen: „Ich bin vorsichtiger in der Frage, ob Trump wirklich geeignet ist. Ich ziehe es vor, dass die Öffentlichkeit ihre eigenen Schlussfolgerungen zieht“, so Diamond. Im Kontrast dazu stehen bis heute die Diagnosen seiner persönlichen Ärzte: Trumps Gesundheit sei „ausgezeichnet“. So drückte es Ronny Jackson, Arzt des US-Präsidialamtes, im Jahr 2018, während Donald Trumps erster Amtszeit, aus.
Falls der US-Präsident „Rechte und Pflichten des Amtes“ nicht mehr ausführen kann: Zusatzartikel 25 greift
Was passiert also, wenn Trump nicht mehr fähig sein sollte sein Amt auszuüben? Für diesen Fall gibt es in der amerikanischen Verfassung den Zusatzartikel 25. Dieser wurde nach dem bereits erwähnten plötzlichen Tod des Präsidenten Harrison im Jahr 1841 eingeführt. Darin steht unter anderem, dass auch in diesem Fall der Vize-Präsident die vollen Befugnisse zur weiteren Ausführung des Amtes erlangt. Die Regelung ermöglicht es, den US-Präsidenten für unfähig zu erklären, „die Rechte und Pflichten des Amtes auszuüben“.
Dies wurde jedoch noch nie angewandt, denn die Hürden für die Umsetzung sind hoch. Für eine Amtsenthebung müssten der Vize und mehrere wichtige Kabinettsmitglieder eine Erklärung abgeben. Diese würde daraufhin den Vorsitzenden des Senats und des Repräsentantenhauses vorgelegt. Der Präsident könnte widersprechen, allerdings könnte er vom Vize und den Ministern überstimmt werden. Erst mit der Zustimmung des US-Kongresses wäre die Amtsenthebung besiegelt.
So robust Trump aktuell wirkt, das Alter zeichnet auch ihn. Und die Fragen zu seiner Gesundheit, die übrigens auch zu Russlands Präsident Wladimir Putins Gesundheit gestellt werden, werden den Republikaner weiter begleiten. (Verwendete Quellen: New York Times, Washington Post, Das Weiße Haus, Deutschlandfunk, Bundeszentrale für politische Bildung, eigene Recherche) (tu/bz)