Abstimmung bereits am 21. Juli?

Demokraten wollen Biden-Nominierung trotz Kritik schneller durchdrücken – Protest aus der Partei

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Die Führung des Democratic National Committee plant eine virtuelle Abstimmung, um Biden vorzeitig als Kandidaten zu nominieren. Kongress-Abgeordnete kündigen Protest an.

Washington, D.C. – Die Führung des Democratic National Committee, dem nationalen Organisationsgremium der US-Demokraten, arbeitet offenbar darauf hin, die Nominierung von Präsident Biden für die US-Wahl 2024 bis Ende Juli formal und auf virtuellem Weg zu bestätigen. Diese Zielsetzung birgt Brisanz, ist die Partei doch weiterhin stark gespalten hinsichtlich der Kandidatur des 81-Jährigen.

Krönung vor Parteitag? Demokraten zoffen sich um Biden-Nominierung

Wie unter anderem die New York Times berichtet, bestätigte die Komitee-Führung die Pläne, Bidens Nominierung noch vor dem Parteitag in Stein meißeln zu wollen. Man wolle sichergehen, dass er im November auf allen Wahlzetteln stehe, heißt es unter Berufung auf vier anonyme Insider.

Offenbar sind einige Demokraten daran interessiert, die öffentliche Diskussion über Joe Biden möglichst schnell durch eine abgeschlossene Nominierung zu beenden. Doch analog zum hitzigen internen Diskurs innerhalb der Partei zeigen sich mit diesem Schritt bei Weitem nicht alle Parteianhänger einverstanden.

Die in Wiesbaden geborene Susan Wild (rechts) stemmt sich gemeinsam mit zwei weiteren demokratischen Abgeordneten des Repräsentantenhauses der Vereinigten Staaten gegen eine vorgezogene Nominierung Joe Bidens.

Demokratische Kongress-Abgeordnete bei US-Wahl gegen vorgezogene Nominierung von Biden

Ebenfalls in der New York Times wird geschildert, dass einige demokratische Biden-Skeptiker darauf drängen, einen Weg zur Änderung des Nominierungsprozesses zu finden, um potenzielle Herausforderer des amtierenden US-Präsidenten zuzulassen.

Dabei seien auch wichtige Spender und prominente Strategen involviert und arbeiten an Ideen, Kandidaten neben Biden zu lancieren. Zudem, schreibt ZDFheute, wollen drei nicht näher benannte Demokraten und Abgeordnete des US-Repräsentantenhauses einen Brief unterzeichnen, um gegen eine beschleunigte Nominierung zu protestieren.

Namentlich handelt es sich hierbei um Susan Wild, Mike Quigley und Jared Huffman. Sie teilten bereits am Dienstag (16. Juli) mit, dass man sich gegen eine virtuelle Abstimmung am 21. Juli ausspreche und stattdessen den ursprünglich anberaumten Termin, im Rahmen des Demokraten-Parteitages von 19. bis zum 22. August, abwarten möchte.

39 Prozent der Demokraten gegen erneute Biden-Nominierung für US-Wahl

Zuletzt hatten sich, unabhängig von dem genannten Kongress-Trio, bereits 26 bekannte Demokraten dahingehend positioniert, Joe Biden einen Verzicht auf die erneute Kandidatur nahezulegen.

Eine zu Beginn der Woche veröffentlichte Umfrage von Reuters/Ipsos brachte derweil ans Licht, dass aktuell 39 Prozent der Demokraten gegen ein erneutes Antreten Bidens bei der US-Wahl sind. Joe Biden setzte sich unlängst bei den Präsidentschaftsvorwahlen seiner Partei durch, muss aber noch formell von den Delegierten aller Bundesstaaten als offizieller Kandidat nominiert werden. (chnnn)

Rubriklistenbild: © Foto links: IMAGO/ABACAPRESS | Foto rechts: IMAGO/ZUMA Wire

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