Die Demokraten machen sich lustig über Trumps Verbindung zu Elon Musk. Der Technologie-Milliardär hat Einfluss auf Entscheidungen im Weißen Haus.
Washington, D.C. – Nach dem Sieg der US-Wahl sieht sich der künftige US-Präsident Donald Trump derzeit dem Spott der Demokraten ausgesetzt. Sie machen sich über ihn lustig, indem sie behaupten, nicht er, sondern der Milliardär und Unternehmer Elon Musk habe das Sagen. Sogar aus Trumps eigener Partei werden allmählich Zweifel laut. Einige Republikaner halten das gute Verhältnis der beiden Männer schon jetzt für angezählt.
Ob der Spitzname „Präsident Musk“ zu einem Zerwürfnis zwischen dem bekanntermaßen launischen neuen US-Präsidenten und dem reichsten Mann der Welt führen werde, bleibe abzuwarten, schreibt das US-Portal The Hill. Fest stehe, dass diese spöttische Bezeichnung erstmals aufgetaucht sei, nachdem Musk dazu beigetragen hatte, ein parteiübergreifendes Abkommen über Haushaltsausgaben zu Fall zu bringen – obwohl dessen Ausarbeitung Monate gedauert hatte.
„Präsident Musk“: Demokraten verspotten Trump wegen Einfluss des Tech-Moguls
Zusammen mit Vivek Ramaswamy veröffentlichte Musk eine Reihe von Beiträgen im Internet, in denen sie gegen das mehr als 1500 Seiten umfassende Notstands-Ausgabenpaket wetterten. Die Technologieunternehmer argumentierten, dass das Paket den Zielen ihres ‚Department of Government Efficiency‘ (DOGE) zuwiderlaufe. Dieser Kommission, die sich auf die Reduzierung der Staatsausgaben und der Bürokratie konzentriert, stehen beide gemeinsam vor. Bei den Republikanern im Repräsentantenhaus stießdas Vorgehen der DOGE-Leiter auf gemischte Reaktionen. Schlussendlich verkündeten der gewählte Präsident und sein Vize J. D. Vance dann aber ebenfalls ihre Ablehnung der Maßnahme.
Elon Musk: Erst US-Schattenpräsident – und jetzt Trump-Gegenspieler?
Gegenüber der Website machte der demokratische Abgeordnete Ami Bera jetzt darauf aufmerksam, dass Musk die öffentliche Oppositionskampagne lange vor Trumps eigener Erklärung gestartet habe. Das deute darauf hin, dass Musk den designierten Präsidenten zum Eingreifen gezwungen habe; auch wenn er zuvor nicht die Absicht dazu hatte. „Elon Musk mischt sich ein und ich denke, er zwingt Trump, sich einzumischen“, glaubt der Demokrat.
Machtdynamik im Weißen Haus: Musk drängte Trump zur Ablehnung von Budget-Paket
Diese Machtdynamik, so der Abgeordnete weiter, könne in Zukunft zu Problemen führen, da zwei der mächtigsten Persönlichkeiten der Welt – auch wenn sie im Moment auf einer Linie liegen – auf eine schmutzige Scheidung zusteuern könnten. „Was wir vom ehemaligen Präsidenten Trump gelernt haben, ist, dass er das Rampenlicht mit niemandem teilen will. Wie sieht das also aus?“, fragte Bera.
Trump und Musk hatten schon vor der Wahl eine enge Beziehung und scheinen sich immer noch gut zu verstehen, trotz der Machtdynamik, die einige zu der Behauptung veranlasst hat, der Tech-Mogul habe jetzt das Sagen. Das könnte sich allerdings ändern. „Ich gehe davon aus, dass es irgendwann zu einem Bruch kommen wird, denn die Geschichte lehrt uns, dass die meisten Menschen in Trumps Welt nicht lange durchhalten. Vielleicht wird Musk das widerlegen, aber die Geschichte lehrt uns, dass das nicht der Fall ist“, so der republikanische Stratege Doug Heye in der Veröffentlichung.
Musk fordert, Trump folgt: Der wachsende Einfluss des Tech-Giganten auf die Politik
Doch noch ist es nicht so weit; und auch in einer anderen Sache hat Musk seinen Willen bekommen. Am Samstag (28. Dezember) schloss sich Trump dessen Meinung über das H-1B-Visum an, wie The Voice of America berichtete. Er unterstütze das Programm für ausländische Technologiearbeiter voll und ganz, so der designierte Präsident, auch wenn dieses von einigen seiner Unterstützern abgelehnt werde.
Trump, der während seiner ersten Präsidentschaft die Nutzung der Visa einschränken wollte, erklärte am Samstag gegenüber The New York Post dann aber, dass er ebenfalls für das Visa-Programm sei. „Ich habe viele H-1B-Visa auf meinen Grundstücken. Ich glaube an H-1B. Ich habe es schon oft genutzt. Es ist ein großartiges Programm“, wird er dort zitiert. (tpn)