Vorgezogene Bundestagswahl

Deutschland-Koalition fällt in Umfrage durch: Welche Bündnisse bevorzugen die Wähler?

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Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD, l) im Plenum des Bundestags mit Friedrich Merz (M) und Christian Lindner.
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Die Union liegt in Umfragen vorn, doch wer wird Königsmacher? Eine aktuelle Umfrage gibt spannende Einblicke in die Wählermeinungen.

Berlin - Die Frage, wer Deutschlands nächster Kanzler wird, bleibt spannend. Nachdem Olaf Scholz das Ende der Ampel-Koalition bekannt gegeben hat, sind für den 23. Februar vorgezogene Bundestagswahlen angesetzt. Friedrich Merz, der Kanzlerkandidat der Union, führt in allen bisherigen Umfragen. Die Frage, wer als Koalitionspartner für den CDU-Kandidaten zum entscheidenden Faktor wird, bleibt jedoch offen.

Eine aktuelle Umfrage, die im Auftrag der Welt durchgeführt wurde, gibt einen interessanten Einblick, welche Koalition die Deutschen derzeit bevorzugen - und welche Parteienkombination gnadenlos scheitert.

Umfrage vor der Bundestagswahl: GroKo plötzlich Favorit

Letzteres trifft laut der Umfrage vor der Bundestagswahl auf die sogenannte Deutschland-Koalition aus Union, SPD und FDP zu. Eine überwältigende Mehrheit von 74 Prozent der Befragten bewerteten diese potenzielle Zusammenarbeit als „sehr negativ“ oder „eher negativ“. Nur 16 Prozent würden eine solche Koalition positiv sehen - zehn Prozent der Befragten sind unentschlossen.

Die meiste Zustimmung in der Umfrage erhält eine sogenannte Große Koalition aus CDU/CSU und SPD. 41 Prozent der Befragten bewerteten diese Zusammenarbeit positiv, was die höchste Zustimmungsrate unter allen abgefragten Koalitionen darstellt. Dennoch bewerteten 50 Prozent die GroKo als negativ. Begeisterung sieht anders aus. Ein Bündnis aus Union und FDP rangiert auf Platz zwei der Koalitionen mit 28 Prozent Zustimmung.

Eine mögliche Schwarz-Grüne Koalition liegt knapp dahinter: 26 Prozent der Befragten bewerteten diese positiv - 64 Prozent gaben jedoch an, dass sie dieses Bündnis ablehnen würden. Dieser Wert wird vor allem durch die hohe Zustimmung unter den Grünen-Wählern verzerrt: 72 Prozent dieser Gruppe befürworten eine Zusammenarbeit mit der Union. Unter den Unions-Anhängern wollen nur 29 Prozent der Befragten eine Koalition mit Robert Habecks Grünen.

Ehemalige Ampel-Wähler in Umfrage auffällig offen für Koalition mit Union

Ein weiterer bemerkenswerter Aspekt der Umfrageergebnisse ist, dass Wähler, die 2021 noch für eine der drei Ampel-Parteien gestimmt hatten, nun einer Koalition ihrer Partei mit der Union auffällig positiv gegenüberstehen. Während 72 Prozent der Grünen mit Merz regieren wollen, wünschen sich dies 68 Prozent der SPD-Anhänger. Bei den FDP-Wählern befürworten 67 Prozent eine Zusammenarbeit mit der Union. Hier stellt sich die Frage, ob dies als Abrechnung mit der Ampel-Koalition gesehen werden kann, oder ob es sich angesichts der guten Umfragewerte für Friedrich Merz um taktisches Denken handelt.

Besonders interessant ist der Blick auf jüngere Wähler im Alter von 18 bis 29 Jahren: Diese Gruppe bevorzugt entweder eine Kenia-Koalition aus Union, SPD und Grünen oder Schwarz-Grün (jeweils 37 Prozent Zustimmung).

Für die Umfrage im Auftrag der Welt am Sonntag befragte das Meinungsforschungsinstitut YouGov 2577 Personen im Zeitraum zwischen dem 17. und 20. Dezember zu sechs verschiedenen Koalitions-Optionen. (rjs)

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