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Die CDU muss sich bewegen

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Die Gefahr von rechts macht es notwendig, dass die demokratischen Parteien trotz aller Unterschiede zur Kooperation bereit sind. Die Linkspartei steht auf dem Boden der Verfassung. Der Kommentar.

Die Debatte über das Kooperationsverbot mit der Linkspartei kommt der Parteiführung sichtlich ungelegen. Doch Verdrängung wird der CDU nicht helfen, wenn es um die Realität in Thüringen geht. Noch ist man in der Partei ganz euphorisch, weil der CDU-Spitzenkandidat Mario Voigt im Duell gegen den AfD-Rechtsaußen Björn Hocke nicht unterlag. Aber einen Wahlsieg wird es für die Union in dem Bundesland nicht geben. Für den amtierenden Ministerpräsidenten der Linken vermutlich auch nicht. Wie verhindert man den Durchmarsch der AfD, wenn sie wirklich stärkste Kraft werden sollte?

CDU-Chef Friedrich Merz.

Die CDU muss sich mit dem Gedanken vertraut machen, dass die nicht besonders originellen Weisheiten der vergangenen Jahre nicht mehr weiterhelfen. Die Linkspartei mit der AfD gleichzusetzen ist aberwitzig - das war es immer schon. Der schleswig-holsteinische CDU-Ministerpräsident Daniel Günther hat völlig recht, wenn er das Thema anspricht. Die Gefahr von rechts macht es notwendig, dass die demokratischen Parteien trotz aller Unterschiede zur Kooperation bereit sind. Die Linkspartei, deren Ziele man nicht teilen muss, steht auf dem Boden der Verfassung. Es wird also höchste Zeit, dass sich die CDU bewegt. Und zwar nicht nach rechts.

Rubriklistenbild: © IMAGO/Sven Simon

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