Nur Stress

9 Dinge, die in der Schule noch frustrierender sind als Mathematik

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Viele sind froh, dass sie ihre Schulzeit hinter sich haben.
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Die Schulzeit ist die schönste Zeit des Lebens? Absolut nicht, finden Leute auf Reddit und teilen, was sie so gar nicht vermissen.

Wie war deine Schulzeit so? Auch wenn du eigentlich eine gute Zeit hattest, gibt es bestimmt die ein oder andere Sache, die dich, nett gesagt, so richtig angekotzt hat. Oft hängen uns die Erfahrungen noch Jahre später nach. Eltern freuen sich trotzdem insgeheim, wenn ihre Kinder wieder zur Schule gehen.

In der r/FragReddit Community will u/psy_com deshalb wissen, was die User:innen in ihrer Schulzeit am meisten frustriert hat. Bei den Antworten können wir alle mitfühlen.

Was fandet ihr in euer Schulzeit am frustrierendsten?
by u/psy_com in FragReddit

1. Die Lehrer:innen

Lehrer:innen sind ein bisschen wie Wundertüten. Wenn du das erste Mal durch die Klassenzimmertür gehst, erwartet dich eine echte Überraschung, die kann positiv oder, wie es viel zu oft der Fall ist, eher negativ sein. Ein User schreibt dazu: „An meiner Schule waren etliche LehrerInnen unterwegs, denen jegliche Empathie gefehlt hat und die in den Pädagogikseminaren scheinbar blau gemacht haben“.

Wer kennt das (leider) nicht? Nicht nur an die typischen Sprüche erinnerst du dich wahrscheinlich noch lange, sondern auch an die richtig fiesen. Userin u/MauOnTheRoad erzählt von einer ziemlich schlimmen Lehrerin: „Sie schrie einmal vor versammelter Mannschaft, dass ich das schlechteste sei, was sie in 20 Jahren Sport jemals erlebt hat, einige Zeit später, dass sie der festen Überzeugung ist, dass ich eine geistige Behinderung hätte und mein IQ nicht im Durchschnitt liegen könne. Überhaupt hätte ich als Arbeiterkind nichts auf der Schule verloren (ein öffentliches Gymnasium), da diese für die ‚Elite‘ sei.“

2. Das Mobbing

Kinder und Jugendliche „können einfach übelste A*löcher sein“, findet ein:e User:in. Steckt man sie alle zusammen für Stunden in ein Gebäude, scheint Mobbing schon fast unvermeidbar, besonders, weil die Erwachsenen im Umfeld lieber wegschauen als zu helfen. „Dass gegen Mobbing so abartig wenig getan wird“, frustriert u/steventuell.

Im Interview mit BuzzFeed News Deutschland erzählt Autor Norman Wolf von seinen Erfahrungen. In den Kommentaren wird deutlich, wie oft Mobbing an Schulen immer noch vorkommt und was es mit den Betroffenen macht. „Man hatte immer das Gefühl, nicht gut genug zu sein“, schreibt u/SavnerFluffy. Ähnliches erzählt auch u/Nervus-opticus: „Jeden Tag vor der Schule Angst zu haben und ständig gedemütigt zu werden. Oft vor der ganzen Klasse“.

3. Gruppenarbeit

Wo wir ja gerade bei Mitschüler:innen waren: Selbst wenn sie normalerweise ganz okay sind, spätestens bei der nächsten Gruppenarbeit ändert sich das. Die laufen nämlich immer unter dem Motto „TEAM = Toll, ein Anderer macht‘s“, schreibt u/Ellinikomori. Meistens muss dann eine Person alles alleine machen, auch wenn eigentlich zehn Leute in der Gruppe sind. Wenn du unser Hauptstädte-Quiz bestehst, musst du nicht mehr in die Schule und ersparst dir weitere Gruppenarbeiten.

Man sollte sich allerdings nicht zu sehr darauf verlassen, dass der oder die Auserwählte sich nicht für die Mehrarbeit rächt:

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by u/Haganrich from discussion Was fandet ihr in euer Schulzeit am frustrierendsten?
in FragReddit

4. Diskriminierung

Deutschland ist voll modern und wirklich alle sind hier gleichberechtigt, stimmts? Von wegen, immer noch sind Leute, die Teil einer Minderheit sind, verbaler und physischer Gewalt ausgesetzt, auch in der Schule. In Baden-Württemberg deckte BuzzFeed News Deutschland einen Präzedenzfall auf: Eine Schülerin wehrte sich gegen das Nikab-Verbot und muss nun mit schwerwiegenden Konsequenzen rechnen.

In den Kommentaren erzählen einige User:innen von ihren Erfahrungen: „Trotz ausreichender schulischer Leistungen und sehr guter Integration haben wir uns entschieden, sie nicht in die Oberstufe zu versetzen, da wir befürchten, ihre Sprachkenntnisse werden nicht ausreichen“, das hat mutmaßlich eine Lehrerin zu u/asia_cat gesagt. Damit ist sie leider nicht alleine: „Oh ja, ich erinnere mich. Schon merkwürdig, wie es für die ganzen schwarzhaarigen Kinder nie gereicht hat, die blonden Kinder sind wohl einfach klüger“, schreibt u/zoethought.

Aber auch Mitschüler:innen machen sich schuldig. So gilt bei vielen „schwul“ immer noch als Beleidigung. „Sinnlose Homophobie pubertierender Jugendlicher. Insbesondere der männlichen Jugendlichen“, haben u/Mysterious-Turnip997 frustriert.

5. Hausaufgaben

Es gibt wohl niemanden, der Hausaufgaben wirklich gerne gemacht hat. Klar, dafür mussten wir uns nachmittags nochmal hinsetzen, obwohl wir doch davor schon stundenlang in der Schule waren. Selbst Nachmittagsunterricht hat einige Lehrkräfte nicht davon abgehalten, hunderte Arbeitsblätter auszuteilen – die nächste Stunde ist ja erst übermorgen.

„Hausaufgaben bringen einen Null weiter“, findet u/n0xD_. „Wer Interesse an den Themen im Unterricht hat, wird sich auch außerhalb der Schule damit beschäftigen. Wer kein Interesse daran hat, wird die Hausaufgaben entweder gar nicht machen, abschreiben (ohne Lerneffekt) oder sie schnell runterschreiben (ebenfalls ohne Lerneffekt).“

„In Retrospektive waren viele Hausaufgaben einfach pure Beschäftigungstherapie von den Lehrern“, glaubt ein Redditor. „Hausaufgaben waren die Hölle, ich hatte nur Ärger deswegen“, erzählt ein:e andere:r User:in. Selbst als Eltern kann man den Hausaufgaben nicht entfliehen, sondern hilft den eigenen Kindern dabei, das finden einige User:innen auf Twitter noch schlimmer.

7. Keine Freizeit und ständiger Druck

Weil wir ja gerade von Hausaufgaben und Nachmittagsunterricht geredet haben: Zählt man diese beiden Dinge zusammen, kommt man immer zum selben Ergebnis. Freizeit? Fehlanzeige. Dazu kommt dann noch ständiger Druck, von den Eltern, von Lehrkräften und von sich selbst. Konstanter Stress, das hört sich doch richtig gesund an.

Deswegen sind viele Nutzer:innen in den Kommentaren froh, die Schulzeit hinter sich gelassen zu haben. „Seitdem ich arbeite, habe ich Feierabend und der Laden kann mir egal sein, ich hab keine Hausaufgaben mehr, endlich Freiheit“, schreibt ein Redditor. Doch selbst in der Berufswelt ist es oft leider nicht anders, auch wenn ZDF-Moderator Markus Lanz das glaubt.

8. Noten

Noten werden wohl ein heiß diskutiertes Thema bleiben, solange es sie gibt. Sie sollen als objektive Leistungsbeurteilung und -einschätzung dienen, doch für viele Schüler:innen verstärken sie den Druck und Stress in der Schule noch mehr. Dazu kommt, dass Lehrkräfte nicht zu 100 Prozent objektiv sein können, schließlich sind sie auch nur Menschen. Besonders bei Mitarbeitsnoten macht sich das schnell bemerkbar.

Diese finden einige User:innen in den Kommentaren besonders unnötig: „Mitarbeitsnoten, warum wird es bewertet, wie gut man sich in den Unterricht einbringt? Im Endeffekt zählt die Leistung bei Klausuren und es ist ziemlich frustrierend, wenn sich Noten verschlechtern, weil man sich im Unterricht zu ruhig verhalten hat.“ Andere erklären wiederum, warum gerade diese Noten für Schüler:innen so wichtig sein können: „Weil es andersherum ziemlich kacke für Leute mit Prüfungsangst oder generell Nervosität wäre, wenn die Note nur von wenigen und dafür stressigen Klausuren abhängen würde.“ Irgendetwas muss sich bei der Notengebung dringend ändern. Wir hätten auch für andere Dinge an Schulen noch ein paar Verbesserungsvorschläge.

9. Komische Regeln

Klar, an jeder Schule braucht es Regeln. Ohne wäre es wahrscheinlich unmöglich, einen Tag mit Kindern und Jugendlichen in einem Gebäude zu überstehen. Aber manche Regeln scheinen absichtlich, willkürlich und komisch. Redditor u/Teecana erzählt zum Beispiel, dass Trinken während des Unterrichts verboten wurde, egal ob Chemiefachraum oder normales Klassenzimmer.
Ein anderer Lehrer hätte verboten, sich ein Buch mit der:dem Sitznachbar:in zu teilen.

Die Strafen für das Nichtbefolgen der Regeln sind oft mindestens genauso komisch. Bei User:in u/yoshi_in_black wurden für vergessene Schulsachen oder Hausaufgaben Verweise verteilt: „Ich hab in der 11. Klasse einen Verweis bekommen, weil ich 3x keine Hausaufgaben hatte“. Aber es geht noch verrückter: An meiner alten Schule würdest du einen Verweis bekommen, wenn du mit deinem Fuß an der Wand lehnst. Das ist aber noch nicht das absurdeste, für das Schüler:innen bestraft wurden.

Was hat dich in deiner Schulzeit so richtig frustriert? Teil dein Leid in den Kommentaren!

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Einige Antworten wurden zur besseren Verständlichkeit bearbeitet und/oder gekürzt.

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