Bericht enthüllt: Trumps Firmen kassierten Millionen aus China und Saudi-Arabien
VonStefan Krieger
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Trumps Unternehmen erhalten in seiner Amtszeit Gelder von ausländischen Regierungen und Firmen. Ein Kongressbericht wirft ihm Verfassungsbruch vor.
Washington, DC – Neuer Ärger für Donald Trump. Nach Angaben in einem Untersuchungsbericht des US-Kongresses haben Unternehmen des ehemaligen US-Präsidenten während seiner Amtszeit insgesamt mindestens 7,8 Millionen Dollar (7,1 Millionen Euro) von ausländischen Regierungen und Firmen erhalten.
Der Bericht wurde von Mitgliedern der Demokratischen Partei in einem Regierungsaufsichtsausschuss des Repräsentantenhauses erstellt. Sie beschuldigen Trump, gegen eine Verfassungsklausel verstoßen zu haben, die Amtsträgern ausländische Einkünfte ohne Kongressgenehmigung untersagt. Der Bericht trägt den Titel „White House For Sale“ („Weißes Haus zu verkaufen“).
Gelder an Trump auch aus China
Das Geld sei nach Angaben des am Donnerstag (4. Januar, Ortszeit) veröffentlichten Berichts aus rund 20 Ländern an Hotels und Immobilienunternehmen des Ex-Präsidenten geflossen. Trump habe als Präsident Gelder „von einigen der abstoßendsten Regimes der Welt“ erhalten, heißt es in der Untersuchung. Unter ihnen seinen auch China, Saudi-Arabien, die Türkei und die Demokratische Republik Kongo, so die Vorwürfe. Die Autoren heben zudem hervor, dass sie keinen Zugriff auf sämtliche Dokumente über ausländische Zahlungen an die Trump-Unternehmen gehabt hätten.
Allein von der chinesischen Regierung und Firmen – darunter die ICBC-Bank und die Fluggesellschaft Hainan Airlines – seien mindestens 5,5 Millionen Dollar an Trump-Unternehmen gegangen, konstatiert der Bericht. Die Summe könne tatsächlich höher sein, da Trumps frühere Buchhaltungsfirma Mazar sowie die Börsenaufsichtsbehörde SEC die entsprechenden Akten nur teilweise der Untersuchung zugänglich gemacht hätten.
Teure Aufenhalte in Donald Trumps Luxushotels
Der Bericht nennt konkret eine Zahlung von 19.391 Dollar, die eine chinesische Delegation im August 2017 im Trump International Hotel in Washington tätigte. Ausländische Delegationen waren häufig in diesem Hotel in unmittelbarer Nähe zum Weißen Haus untergebracht. Das Hotel wurde 2022, also nach Trumps Amtszeit, an eine private Investorengruppe verkauft und gehört nun zur „Waldorf Astoria“-Kette.
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Dem Bericht zufolge flossen während Trumps Amtszeit zudem mindestens 615.422 Dollar an verbotenen Zahlungen aus Saudi-Arabien an seine Firmen, darunter auch für einen Aufenthalt im Washingtoner Luxushotel im März 2018. Trump pflegte während seiner Präsidentschaft enge Kontakte zu Riad.
Millionen an Trumps Unternehmen: Der Kongress war nicht informiert
Nach Ansicht von US-Medien gibt es keine Anzeichen dafür, dass Trump oder seine Firmen den Kongress über die Zahlungen informiert haben. NBC-Reporter Ryan Nobles verneinte eine entsprechende Frage im US-Fernsehen:„Darüber gibt es überhaupt keine Aufzeichnungen. Und in der Tat ist es nie passiert“, sagte Nobles und fügte hinzu: „Und das ist einer der Gründe, warum die Demokraten im Repräsentantenhaus glauben, dass dies ein Verstoß gegen das Gesetz ist … Jetzt ist es so weit, dass dieser Bericht veröffentlicht wurde. Aber die Demokraten sind in der Minderheit. Also können sie nicht viel mehr tun, als dies an die Öffentlichkeit zu bringen. Es sei denn, die Republikaner schließen sich an und verweisen die Sache entweder an das Justizministerium oder etwas in dieser Richtung.“
Der 77-jährige Rechtspopulist Trump hat trotz seiner diversen juristischen Verstrickungen laut den Umfragen beste Chancen, von den Republikanern erneut zum Präsidentschaftskandidaten ernannt zu werden. Die Vorwahlen beginnen am 15. Januar im Bundesstaat Iowa, die Präsidentschaftswahl ist für den 5. November angesetzt. (skr)