Ex-Präsident unter Druck

Neue Entwicklung in Trumps Dokumente-Prozess: Mögliche Gefängnisstrafe steht im Raum

+
Ex-Präsident Donald Trump weiß die Massen hinter sich.
  • schließen

Seine Rechtsstreitigkeiten nutzte Donald Trump bisher, um mehr Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Doch sie können auch ernste Folgen haben. Im Fall Mar-a-Lago geht es um eine mögliche Gefängnisstrafe.

Palm Beach – Der Fall Mar-a-Lago und die der Geheimhaltung unterliegenden Dokumente spitzt sich zu. Donald Trump hatte nach seiner Amtszeit als Präsident brisante Dokumente mit auf sein Privatanwesen Mar-a-Lago in Florida genommen, die eigentlich der Geheimhaltung unterlagen. Nachdem Ermittlungen im Juni 2023 aufgenommen wurden, äußerte sich jetzt Marc Elias, demokratischer Rechtsanwalt MSNBC gegenüber: „Die Leute vergessen, wie schädlich die Beweislage des Florida-Falls ist“. Seiner Einschätzung nach könne der Fall Mar-a-Lago nicht nur politische Folgen für Trumps Präsidentschaftskandidatur haben, sondern auch eine mögliche Gefängnisstrafe stehe im Raum: „Es besteht eine reale Gefahr, dass er lange ins Gefängnis muss.“

Fehler des FBI: Versteckter Raum und Schrank auf Trump-Anwesen nicht durchsucht

Laut neuen Berichten durch ABC News vom Freitag (02.02.) übersah das FBI zwei Bereiche, als sie das Anwesen unter die Lupe nahmen. Obwohl das FBI ansonsten sehr gründlich in ihren Untersuchungen war und sich sehr ausführlich auf Trumps Anwesen vorbereitet hatte, wurde offenbar sowohl ein versteckter Raum als auch ein Schrank mit potenziellen Dokumenten übersehen. Jack Smith, Sonderermittler des Falls Mar-a-Lago, befragte mehrere Zeugen, um herauszufinden, ob Dokumente übersehen wurden. Ein ehemaliger Mitarbeiter im Justizministerium, Jordan Strauss, betitelte laut ABC News das Versagen des FBI als „überraschend“.

Trump soll außerdem mutmaßlich das Schloss des Schranks ausgetauscht haben, um weitere Dokumente vor dem FBI und seinem eigenen Anwalt versteckt zu halten. Ein zentraler Anklagepunkt gegen Trump ist auch das gezielte Verheimlichen von Dokumenten vor dem FBI. Daher wäre das Austauschen des Schloss ein relevanter Punkt in der Anklage. Der ehemalige Präsident weist nach wie vor alle Anklagepunkte von sich und besteht auf seiner Unschuld.

Prozesse gegen Donald Trump: Mar-a-Lago nicht einziger Fall mit potenzieller Gefängnisstrafe

In einer ersten Untersuchung durch das FBI wurden insgesamt über 100 relevante Dokumente in Trumps Büro und Keller gefunden. In einer zweiten Untersuchung einige Monate später tauchten weitere brisante Dokumente auf, die der Geheimhaltung unterlagen. Angeklagt wurden außerdem ein Gehilfe Trumps, Walt Nauta und Carlos De Oliveira, der das Anwesen verwaltete.

Der Gerichtsfall Mar-a-Lago wird voraussichtlich am 20. Mai beginnen und reiht sich in zahlreiche weitere Rechtsstreitigkeiten Trumps ein. Mar-a-Lago ist auch nicht der einzige Fall, der eine potenzielle Gefängnisstrafe nach sich ziehen könnte. Insgesamt muss sich Trump 91 Anklagen für schwere Straftaten stellen, darunter allein 37 Anklagepunkte im Fall Mar-a-Lago. Im Bundesstaat New York muss sich der ehemalige Präsident einer Klage wegen Betrugs und Steuerhinterziehung stellen. (Simon Schröder)

Kommentare