USA

Donald Trump versucht, was nur einmal in der Geschichte gelang

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Nun also doch: Donald Trump tritt trotz seiner Niederlage erneut an und will wieder US-Präsident werden. Historisch stehen die Zeichen auf Erfolg schlecht.

Palm Beach (Florida) – Er macht es noch einmal: Donald Trump will wirklich wieder Präsident werden. Der Ex-Präsident machte sein Versprechen wahr und erklärte aus seinem Wohnsitz Mar-a-Lago seinen Willen zum Comeback und damit verbunden gleich auch das Comeback des ganzen Landes. Eine Jahreszahl für die Rückkehr steht auch schon fest: 2024 wird es so weit sein, wenn die USA das nächste Mal ein Staatsoberhaupt wählen.

Was Donald Trump da versucht, haben zahlreiche Kandidatinnen und Kandidaten vor ihm bereits ausprobiert. Hillary Clinton wollte 2008 für die Demokraten antreten, doch verlor gegen Barack Obama. 2016 versuchte sie ihr Glück erneut, diesmal gegen Donald Trump und mit bekanntem Ausgang. Richard Nixon scheiterte 1960, gewann dafür 1968 und wurde schließlich Präsident. Daneben gibt es zahlreiche weitere Geschichten von erfolgreichen und weniger erfolgreichen Comeback-Versuchen in der Geschichte der amerikanischen Präsidentschaft.

Weg frei für Trump: Haley steigt aus US-Vorwahlkampf aus

Donald Trump will wieder US-Präsident werden
Nun ist es raus: Donald Trump will 2024 erneut als US-Präsident antreten. Dann wird der Milliardär aus New York 78 Jahre alt sein. Trump hatte das Amt 2017 bis 2021 inne, verlor 2020 aber die Wahl und musste auf eine zweite Amtszeit verzichten. Die soll nun im dritten Anlauf gelingen. Trump wäre erst der zweite Präsident in der Geschichte der USA, dem ein solches Comeback gelingen würde. © Andrew Harnik/dpa
Nikki Haley tritt als US-Botschafterin bei der UN zurück und 2024 vielleicht noch einmal an
Nikki Haley war Trumps letzte verbliebene Rivalin. Doch am Ende zog auch sie sich aus dem parteiinternen Rennen um die US-Präsidentschaft zurück. Nach ihrer Serie von Niederlagen am Super Tuesday verkündete Haley ihren Ausstieg. Die ehemalige Gouverneurin des Bundesstaates South Carolinas wechselt ihre Haltung zu Donald Trump wie andere Leute die Kleidung. Als Botschafterin Trumps bei den Vereinten Nationen war sie enge Vertraute des Ex-Präsidenten, nach dem Sturm aufs Kapitol distanzierte sie sich. Dann sagte sie, sie werde nicht kandidieren, sollte Trump erneut antreten. Haley gilt als Establishment-Republikanerin, die für möglichst geringe Sozialausgaben, niedrige Steuern und eine aggressive Außenpolitik steht. © Evan Vuccid/dpa
Floridas Gouverneur Ron de Santis spricht nach dem Sieg bei den Midterms zu seiner Anhängerschaft
Als härtester Konkurrent für die Nominierung bei den Republikanern für die US-Wahl 2024 galt lange Ron DeSantis. Der Gouverneur Floridas feierte bei den Midterms einen klaren Sieg und wurde von der Wählerschaft im Amt bestätigt. Er galt als der Hoffnungsträger in der Partei. Das Rennen um die Präsidentschaftsnominierung hat er aber inzwischen aufgegeben. DeSantis hatte sich in der Vergangenheit als Trump-Fan inszeniert, geht mittlerweile aber auf Distanz zum Ex-Präsidenten. Hier zu sehen ist der Politiker mit seiner Frau Casey DeSantis und den drei gemeinsamen Kindern. © IMAGO/Luis Santana
Der erfahrene Politiker Asa Hutchinson tritt als Anti-Trump-Kandidat an
Er war bereits Staatsanwalt, Abgeordneter im Repräsentantenhaus, Behördenleiter der Anti-Drogenbehörde DEA und Gouverneur des Bundesstaates Arkansas. Jetzt wollte Asa Hutchinson 2024 republikanischer Präsidentschaftskandidat werden, doch nach der Vorwahl in Iowa zog er seine Kandidatur zurück. Hutchinson trat als Alternative zu Donald Trump an, denn seines Erachtens sollte dieser „nicht der nächste Anführer unseres Landes sein“. Hutchinson forderte Trump auf, seine Kandidatur aufgrund der Anklage gegen ihn in New York zurückzuziehen – eine Sicht, die die republikanische Wählerschaft nicht teilt. © SCOTT OLSON / AFP
Vivek Ramaswamy, Trump-Fan mit Anti-Woke-Agenda
Vivek Ramaswamy hatte Großes vor. Der 38-jährige, rechtslibertäre Tech-Unternehmer mit indischen Wurzeln wollte US-Präsident werden. Nach seinem enttäuschenden Abschneiden bei der Vorwahl in Iowa warf er aber das Handtuch und empfahl, Trump zu Wählen. Der Trump-Fan sieht die USA in einer „nationalen Identitätskrise“ und fordert eine „nationale Wiederbelebung“. Dazu will er z.B. das FBI und das Bildungsministerium abschaffen. Er wolle Trumps „America-First-Aganda auf die nächste Stufe bringen“.  © Anna Moneymaker / AFP
US-Wahl 2024: Ehemaliger Trump-Vertrauter Christie will ins Weiße Haus
Chris Christie hatte auch noch einmal Ambitionen auf das Weiße Haus angemeldet. Der frühere Gouverneur des US-Bundesstaats New Jersey war einst ein enger Vertrauter von Donald Trump, hat sich aber mittlerweile von ihm losgesagt und kritisiert ihn sogar öffentlich. So bezeichnete er den früheren Präsidenten wegen dessen Haltung zum Ukraine-Krieg als „Feigling“ und „Marionette“ des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Christie wollte 2016 schon einmal Präsidentschaftskandidat seiner Partei werden, zog nach schlechten Ergebnissen bei den Vorwahlen aber zurück. Diesmal gab er bereits vor den Vorwahlen der Republikaner auf. © Charles Krupa/dpa
Zu den krassen Außenseitern zählt auch Douglas James „Doug“ Burgum, der hier im Juli 2023 bei einer Veranstaltung in Iowa um Stimmen wirbt.
Zu den krassen Außenseitern zählte von Beginn an Douglas James „Doug“ Burgum, der hier im Juli 2023 bei einer Veranstaltung in Iowa um Stimmen wirbt. Der Republikaner, der am 4. Dezember aus dem Rennen ausstieg, ist seit dem 15. Dezember 2016 Gouverneur von North Dakota. Vor seiner politischen Karriere war er Softwareunternehmer, Microsoft-Manager und Risikokapitalgeber. Im April unterzeichnete Burgum ein Gesetz, das Abtreibungen in der sechsten Schwangerschaftswoche verbietet. Zudem hat er zahlreiche Gesetze unterzeichnet, die die Rechte von trans Menschen einschränken. © SCOTT OLSON/afp
Senator Tim Scott aus dem Bundesstaat South Carolina begreift seinen Aufstieg aus armen Verhältnissen als Verkörperung des amerikanischen Traumes. In einem im April veröffentlichten Video spricht er sich gegen eine Politik der Spaltung aus und fordert mehr Optimismus. Scott betont darin auch seine Religiosität und seinen Wunsch, die konservativen Werte Amerikas zu verteidigen. Als Beispiele nennt er etwa den Schutz der Grenzen und der Kampf gegen Abtreibung.
Tim Scott (blaues Hemd) hat sich aus dem Rennen um die Kandidatur verabschiedet. Am 12. November zog der Senator aus South Carolina seine Kandidatur zurück. In einem im April veröffentlichten Video sprach er sich gegen eine Politik der Spaltung aus und forderte mehr Optimismus. Scott betonte darin auch seine Religiosität und seinen Wunsch, die konservativen Werte Amerikas zu verteidigen. Als Beispiele nannte er etwa den Schutz der Grenzen und der Kampf gegen Abtreibung. Seinen Aufstieg aus armen Verhältnissen begreift Scott als Verkörperung des amerikanischen Traumes.  © ALLISON JOYCE
Mike Pence könnte 2024 bei der US-Wahl für das Amt des Präsidenten kandidieren.
Ausgestiegen ist auch Trumps ehemaliger Vizepräsident. „Dies ist nicht meine Zeit“, sagte Mike Pence am 28. Oktober 2023. Pence war in Umfragen weit abgeschlagen und hatte Medienberichten zufolge Probleme bei der Beschaffung von Geldern für seine Kampagne. „Wir wussten immer, dass dies ein harter Kampf sein würde, aber ich bereue nichts“, erklärte Pence. Mit kritischen Kommentaren nach den Midterms hatte sich der ultrakonservative Pence für einen möglichen Machtkampf innerhalb der Republikanischen Partei in Stellung gebracht. © IMAGO/Aimee Dilger
Larry Elder ist 2024 der erste schwarze Präsidentschaftskandidat bei den Republikanern
Am 26. Oktober zog sich Larry Elder zurück. Schon bei seinem ersten Versuch als Politiker war er gescheitert: 2021 versuchte der rechte Radiomoderator und Rechtsanwalt erfolglos, Kaliforniens demokratischen Gouverneur Gavin Newsom abzulösen. Elder vertritt rechtsradikale Ansichten, wie ein Abtreibungsverbot, glaubt, dass an Grenzen „Mauern funktionieren“, Antirassismus sowie Diversität, Gleichberechtigung und Inklusion hingegen nicht. © SCOTT OLSON / AFP
Perry Johnson ist im Grunde der republikanische Antipolitiker im Kampf um die Präsidentschaftskandidatur.
Am 20. Oktober zog sich auch Perry Johnson aus dem Wahlkampf zurück. Er war im Grunde der republikanische Antipolitiker im Kampf um die Präsidentschaftskandidatur. Aufgefallen war der Unternehmer zuvor nur im Jahr 2022, als er für das Amt des Gouverneurs in Michigan kandidieren wollte. Wegen unsauberer Machenschaften wurde er allerdings von den republikanischen Vorwahlen vorzeitig ausgeschlossen. Johnson positionierte sich im Wahlkampf gegen Abtreibungen. Zudem kritisierte er die Höhe der Hilfsgelder, die die USA der Ukraine zur Verfügung stellen. Zugleich stellte Johnson aber klar, dass er Wladimir Putin nicht vertraue. © SCOTT OLSON/afp
Weitere Kandidaten im Kampf um die Bewerbung sind bisher Ryan Binkley, Will Hurd, Corey Stapleton und Francis Suarez.
Weitere Kandidaten im Kampf um die Bewerbung waren auch Will Hurd, Corey Stapleton und Francis Suarez. Auch sie haben ihre Kandidatur bereits wieder zurückgezogen. Im Rennen sind dagegen noch Ryan Binkley, John Anthony Castro und E. W. Jackson. Chancen auf eine Nominierung dürften sie allerdings kaum haben. Großer Favorit bleibt allen Anklagen und Prozessen zum Trotz weiter der frühere Präsident Donald Trump. Die Republikaner haben auf jeden Fall die Qual der Wahl. © ALLISON JOYCE/afp

Doch Präsidenten, die wie Donald Trump an ihrer Wiederwahl scheiterten und es dennoch ein weiteres Mal versuchten, die gibt es nur sehr selten – mit Trump genau eine Handvoll. Nur einem einzigen gelang es aber auch, die Wahl im dritten Anlauf zu gewinnen.

Donald Trumps geistige Vorfahren - nur einer gewann die Wiederwahl

  • Martin Van Buren (1837-1841)
  • Stephen Grover Cleveland (1885-1889, 1893-1897)
  • Theodore Roosevelt (1901-1909)
  • Herbert Hoover (1929-1933)

Der erste geistige Vorfahre Donald Trumps war Martin van Buren. Wie der Milliardär kam auch van Buren aus New York, allerdings aus einfachen Verhältnissen. Er gilt gemeinsam mit Andrew Jackson als einer der Begründer der Demokratischen Partei in den 1830er Jahren. 1837 bis 1841 wurde er zum achten Präsidenten der Vereinigten Staaten gewählt. Die Präsidentschaftswahl 1840 verlor van Buren. Vier Jahre später versuchte er das politische Comeback, aber die heftig in innerparteiliche Streitereien verwickelte Demokratische Partei nominierte stattdessen James Polk - einen Befürworter der Sklaverei. Van Buren versuchte sich kein viertes Mal an einer Nominierung.

Donald Trump tritt wieder an - kein Republikaner hat das bislang geschafft

Auch Theodore Roosevelt kämpfte einst um das Comeback als US-Präsident. Im Gegensatz zu Donald Trump hatte Roosevelt zu diesem Zeitpunkt bereits acht Jahre als Staatsoberhaupt gedient. Doch nach seinem Amtsende 1909 war er mit der Politik seines von ihm selbst gewählten Nachfolgers William H. Taft dann doch nicht mehr zufrieden. 1912 forderte er Taft in der Vorwahl der Republikanischen Partei heraus. Roosevelt wollte eine dritte Amtszeit. Das wäre zu diesem Zeitpunkt auch noch möglich gewesen. Erst 1947 wurde der 22. Verfassungszusatz beschlossen, der die Amtszeit eines Präsidenten auf zwei Perioden beschränkt. Doch die Republikaner verhinderten auf dem Nominierungsparteitag den Tabubruch, entschieden sich gegen Roosevelt und für Amtsinhaber Taft.

Donald Trump mit Ehefrau Melania Trump in Mar-a-Lago, kurz nach seiner Ankündigung, sich erneut um die US-Präsidentschaft zu bewerben.

Auch der nächste Präsident, der es wie Donald Trump trotz einer Niederlage noch einmal wissen wollte, war Republikaner. Herbert Hoover regierte die USA von 1929 bis 1933 als ihr 31. Präsident. Eine zweite Amtszeit blieb ihm verwehrt, Hoover scheiterte bei der US-Wahl 1932 deutlich an Franklin D. Roosevelt, dem Demokraten und Erfinder des „New Deal“. Hoover galt zum Zeitpunkt seiner Niederlage als unbeliebtester Präsident der vergangenen 50 Jahre. 1936 unterstützte Hoover den Republikaner Alf Landon, der ebenfalls gegen Roosevelt verlor. 1940 versuchte Hoover es dann selbst wieder und bewarb sich um die Nominierung der Republikaner für die US-Wahl. Doch der Versuch scheiterte kläglich. Kaum Delegierte hatten Interesse an einer Rückkehr des einst so krachend gescheiterten Kandidaten.

Donald Trump will wieder Präsident werden – das gelang bisher nur einem Demokraten

Der einzige Mensch, dem gelang, was Donald Trump nun versucht, ist Grover Cleveland. Der ehemalige New Yorker Gouverneur war von 1885 bis 1889 der erste US-Präsident der Demokraten. Vier Jahre später wurde ihm eine zweite Amtszeit verwehrt, Cleveland verlor die Wahl gegen den Kandidaten der Republikaner, Benjamin Harrison. Der gescheiterte Präsident zog sich ins Privatleben zurück und trat aus „purer Langeweile“ vier Jahre später wieder an, wie das US-Magazin Politico schrieb. Er setzte sich bei den Vorwahlen der Demokraten durch, errang die Nominierung und gewann die US-Wahl 1892. Er ist damit bis heute der einzige von insgesamt 45 US-Präsidenten, der zwei Amtszeiten absolvierte, die nicht direkt aufeinanderfolgten. Das, was bislang nur einem Demkraten gelang, will Donald Trump jetzt erstmals als Republikaner schaffen. (Daniel Dillmann)

Transparenzhinweis: In einer vorherigen Version des Artikels stand, dass Grover Cleveland „der einzige von insgesamt 46 Präsidenten“ gewesen sei, der zwei Amtszeiten absolvierte, die nicht direkt aufeinanderfolgten. Korrekt aber ist, dass Cleveland der einzige von insgesamt 45 Präsidenten war. Wir bitten, diese Ungenauigkeit zu entschuldigen.

Rubriklistenbild: © Rebecca Blackwell/dpa

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