Zoff bei den Republikanern

„Kein tägliches Drama“: Ron DeSantis reizt Trump mit einem Interview bei Piers Morgen

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Ron DeSantis hat Donald Trump in einem Interview diverse Seitenhiebe versetzt. Der reagiert wenig überraschend schnell – und in alter trumpscher Manier.

Washington – Das Verhältnis zwischen den beiden Republikanern Ron DeSantis und Donald Trump kühlt weiter ab. Nachdem sich DeSantis lange Zeit mit Äußerungen über seinen parteiinternen Konkurrenten eher zurückgehalten hatte, vollzieht er nun einen Kurswechsel. In einem Interview hat er sich jetzt mit mehreren kritischen Verweisen auf Donald Trump bezogen. Der wiederum hielt mit seiner Reaktion nicht lange hinter dem Berg – und agierte wie so oft: online und wütend.

„Kein tägliches Drama“: Ron DeSantis übt in Interview mit Piers Morgan Kritik an Donald Trump

Ron DeSantis hat in einem Interview mit TV-Moderator Piers Morgan durch verschiedene Bemerkungen in Richtung Donald Trump dessen Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Mit Blick auf die Ermittlungen gegen Trump wegen Schweigegeldzahlungen an eine Pornodarstellerin erklärte DeSantis etwa, zu dem „zugrundeliegenden Verhalten“ könne er nichts sagen, da dies „nicht sein Fachgebiet“ sei.

Angesprochen auf die Unterschiede zwischen ihm und Donald Trump, betonte DeSantis sein Führungsstil beinhalte „kein tägliches Drama“. Statt auf die Durchsetzung der eigenen Agenda würde er sich auf die Agenda des Volkes konzentrieren und das große Ganze im Blick haben. Bisher hatte sich DeSantis trotz wiederholter Attacken des Ex-Präsidenten nur selten zu seinem Konkurrenten geäußert.

Nutzt das Trump-Team Gerüchte über eine drohende Anklage, um einen Kontrahenten zu schwächen? (Archivfoto)

Der Republikaner gilt in seiner politischen Ausrichtung als nicht minder weit rechts stehend als der ehemalige US-Präsident. Derzeit sorgt DeSantis mit Plänen für ein hochumstrittenes Gesetz zu Schulunterricht über sexuelle Orientierung für Aufsehen. Ein republikanischer Großspender beschrieb ihn einst als „wie Trump, aber ein bisschen klüger, disziplinierter und schroff, ohne zu schroff zu sein“.

Trump reagiert verärgert auf Äußerungen von Ron DeSantis

Donald Trump reagierte auf die Seitenhiebe verärgert. Auf seinem eigenen Mediendienst Truth Social schrieb er in dem für ihn typischen Wording: „Während ich gegen linksradikale Verrückte, Verfolger und unfaire Staatsanwälte kämpfe, die uns alle vernichten wollen, arbeitet Ron DeSanctimonious nicht für die Menschen in Florida, wie er es sollte, er ist zu sehr damit beschäftigt, mit einem quotenschwachen Fernsehmoderator aus England zu plaudern und verzweifelt zu versuchen, seine scheiternde Kampagne zu retten – aber das ist meine Schuld, ich habe ihn dorthin gebracht!“

„Ron DeSanctimonious“ ist der Spitzname, den Trump seinem republikanischen Kollegen verliehen hat, wobei „Sanctimonious“ so viel wie „scheinheilig“ bedeutet. In seinem Interview mit Morgan erklärte DeSantis diesen Spitznamen „irgendwie“ zu mögen. Trump hatte DeSantis unterstützt, als dieser 2018 für das Amt des Gouverneurs kandidierte.

Der Gouverneur erklärte in seinem Interview mit Morgan hinsichtlich Donald Trump auch, dass „das Wichtigste, was passiert ist, was seinen Ton geändert hat, mein Sieg bei der Wiederwahl war“. Nun ändert sich auch DeSantis Ton. (ales)

Rubriklistenbild: © Brendan Smialowski/AFP

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