Proteste gegen den ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump im Jahr 2019 in London. In der Darstellung sitzt der Politiker auf einer goldenen Toilette und twittert.
Donald Trump soll während seiner Präsidentschaft Akten zerissen und in der Toilette im Weißen Haus heruntergespült haben. Der Ex-Präsident bestreitet das - doch jetzt gibt es Fotos.
Mar-a-Lago - Am frühen Montagmorgen durchsuchte das FBI das Luxusanwesen des früheren US-Präsidenten Donald Trump in Mar-a-Lago in Florida. Eine solche Razzia ist in der Geschichte der USA bislang beispiellos und bedarf einer Genehmigung auf höchster Ebene des Justizministeriums. Die Beamten der US-Bundespolizei waren offenbar auf der Suche nach wichtigen Dokumenten aus Trumps Amtszeit. Am Montag geriet dann auch die Toilette im Weißen Haus in den Fokus - das ist selbst für amerikanische Verhältnisse ungewöhnlich.
Trump spülte vertrauliche Dokumente offenbar die Toilette herunter - und warum das wichtig ist
In den vergangenen Monaten war ans Licht gekommen, dass Trump während seiner Präsidentschaft offenbar Dokumente zerissen und diese im Müll entsorgt oder die Toilette herunterspült haben soll. Das ergaben Recherchen der New York Times-Journalistin Maggie Haberman zu ihrem Buch „Confidence Man“. Nach dem Presidential Records Act müssen jedoch alle Dokumente aufbewahrt werden, die von einem US-Präsidenten erstellt oder an ihn geschickt werden. Das Vernichten von Aufzeichnungen ist demnach möglicherweise illegal.
Schon im Februar war bekannt geworden, dass mehrfach die Toilette im West Wing verstopft gewesen sei, was ehemalige Mitarbeiter des Präsidenten auf Trumps besondere Art der „Aktenvernichtung“ zurückführten. Nun erhielt Haberman offenbar Fotos zugespielt, die dies dokumentieren sollen. Die Journalistin teilte die Bilder am Montag auf Twitter. Die Papierschnipsel würden Trumps Handschrift aufweisen, so Haberman. „Trumps Angewohnheit, Papiernotizen zu zerreißen, die wieder zusammengeklebt werden musste, war bekannt; seine Angewohnheit, sie wegzuwerfen, nicht“, ergänzt die NYT-Autorin in einem weiteren Kommentar zu dem Beitrag.
NEW IN AXIOS: Trump denied flushing documents as president, as I learned during reporting last year for CONFIDENCE MAN. A Trump White House source recently provided PHOTOS of paper with Trump’s handwriting in two different toilets via @mikeallenhttps://t.co/wv6rrupO1n
Nach erstmaligem Bekanntwerden der Vorwürfe im Februar hatte Trump angegeben, es sei „kategorisch unwahr“, dass er Akten in der Toilette heruntergespült habe. Haberman habe die Geschichte erfunden, um Werbung für ihr „größtenteils frei erfundenes Buch“ zu machen, so der Ex-Präsident damals weiter. Die Autorin Maggie Haberman war während Trumps Amtszeit als Korrespondentin der NYT im Weißen Haus tätig, der Präsident soll ihre Berichterstattung damals obsessiv verfolgt haben.
Donald Trumps Skandale, Fehltritte und Eklats in der Übersicht
Trump selbst hatte während seiner Amtszeit öffentlich über die Toilettenspülung im Weißen Haus gewütet. Diese müsse zehn bis 15-Mal gedrückt werden, beschwerte sich der US-Präsident damals. Die Auslassungen wurden unter dem Hashtag #Toiletgate bekannt, der nun eine neue Dimension bekommen dürfte. Ob die mutmaßliche Zerstörung der Dokumente und das häufige Spülen in einem Zusammenhang stehen, ist unklar.
Neues „Toiletgate“ ist nicht Trumps einziges Problem
Neben den Vorwürfen, vertrauliche Dokumente in der Toilette heruntergespült zu haben, soll der ehemalige US-Präsident auch wichtige Akten mit in sein Anwesen in Mar-a-Lago genommen haben. Darunter war offenbar geheimes Material sowie ein - wie Trump es nannte - „Liebesbrief“ des nordkoreanischen Diktators Kim Jong-un und ein Brief von Barack Obama. Das Nationalarchiv musste im Februar dieses Jahres 15 Kartons mit Akten in Trumps Sitz in Florida abholen.
Die jüngsten FBI-Durchsuchungen sind allerdings nicht Trumps einziges Problem. Bei den öffentlichen Anhörungen des Untersuchungsausschusses zur Kapitol-Attacke belasteten Zeugen den ehemaligen Präsidenten schwer. Demnach habe Trump gewusst, dass die Demonstranten am 6. Januar 2021 bewaffnet waren und sie bewusst zum Kapitol geschickt. Zuletzt hatten sich die Hinweise verdichtet, dass das Justizministerium das Verhalten Trumps selbst genauer untersucht. Im Raum steht die Frage, ob Justizminister Merrick Garland strafrechtliche Schritte gegen Trump einleiten könnte.
Außerdem untersucht ein Staatsanwalt in Georgia derzeit die Hintergründe von Trumps Bemühungen, das Ergebnis der Präsidentschaftswahl zu kippen. Der ehemalige Reality-TV-Star kokettiert indes immer wieder öffentlich damit, bei der Wahl 2024 erneut als Präsidentschaftskandidat anzutreten. Mit Blick auf ein mögliches politisches Comeback Trumps warf die New York Times die Frage auf, ob er für öffentliche Ämter - und damit auch für das Präsidentenamt - gesperrt werden könnte, sollte er wegen der Mitnahme von Akten und Dokumenten aus dem Weißen Haus gegen geltendes US-Recht verstoßen haben (dpa/bme).