öko-logisch

Drill-Baby Trump wütet gegen Naturschutz-Pläne

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Arbeitet an seinem Denkmal: US-Präsident Joe Biden.
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Der amtierende Präsident Joe Biden will kurz vor seinem Abtritt große Teile der Gewässer vor den Küsten der USA unter Schutz zu stellen. Donald Trump ist empört - die Kolumne „Öko-logisch“.

Donald Trump ging das Maga-Käppi hoch – darf man vermuten. Die Sprecherin des US president elect, Karoline Leavitt, jedenfalls stellte auf X gleich klar: „Wir werden bohren, Baby, bohren.“

Was ist passiert? Der noch amtierende Präsident Joe Biden hat kürzlich entschieden, große Teile der Ozeangewässer vor den Küsten der USA, etwa im ölreichen Golf von Mexiko, unter Schutz zu stellen. Das empörte den Mann, der in wenigen Tagen an seiner Stelle ins Weiße Haus einziehen wird.

Die Entscheidung, die die fossile Industrie bremst, sei schändlich, ließ Trumps Sprecherin wissen. Schließlich habe das US-Volk Trump bei der Wahl im November doch ein Mandat zur Ausweitung der Öl- und Erdgasbohrungen und damit zur Senkung der Energiepreise erteilt.

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Biden, das ist offensichtlich, will kurz vor knapp das Bild aufpolieren, das er mit seiner Präsidentschaft vor der Geschichte abgibt. Sein Vorvorgänger Barack Obama hat den Friedensnobelpreis bekommen und zusammen mit China die Vorarbeiten zum Weltklimavertrag geleistet, der 2015 in Paris geschlossen wurde. Sein Vorgänger und Nachfolger Drill-Baby-Trump gefällt sich darin, die Welt in Brand zu setzen, verbal, mit Zöllen und mit einem Extra-Schub CO2. Das reicht ebenfalls für ein historisches Ausrufezeichen!

Biden schützt Ozeane

Da musste Biden, den man zu Hause in den USA vor allem mit explodierenden Staatsschulden, hohen Preisen im Supermarkt und zittrigem Gang verbindet, etwas nachlegen. Am besten etwas mit Natur, das mögen doch (fast) alle. Neben den Ozeanflächen will Biden auch noch zwei große Areale in Kalifornien unter Schutz stellen.

Was wird von Biden bleiben? Von den Last-Minute-Dekreten wohl wenig. Trump und Co. haben schon angekündigt, seine Entscheidungen möglichst schnell wieder aufzuheben, und das, obwohl auch viele republikanische Gouverneure von Küsten-Bundesstaaten die Bohrpläne der Ölindustrie kritisch sehen.

Loben wird man Biden in der historischen Bilanz dafür, dass er die USA für vier Jahre zurück in die Welt(klima)gemeinschaft führte und die US-Wirtschaft mit seinem Öko-Programm des „Inflation Reduction Act“ (IRA) in Teilen ergrünen ließ. Das ist zwar nicht so plakativ wie ein Friedensnobelpreis, aber vielleicht nachhaltiger. Und es lässt sich nicht auf ein Käppi schreiben. Sei’s drum.

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