VonPatrick Mayerschließen
Die ukrainische Armee braucht Nachschub für die Verteidigung gegen Wladimir Putin. Donald Trump hält jedoch Raketen zurück. So handeln die Ukrainer selbst.
Donbass – Die militärische Lage ist für die Ukrainer im Ukraine-Krieg im November 2025 einmal mehr sehr brenzlig und angespannt. Die russische Armee ist im Donbass bei Pokrowsk auf dem Vormarsch, und weil ausreichend westliche Waffen-Lieferungen fehlen, muss die ukrainische Armee etwa ihre Leopard-2-Panzer nachrüsten. Ein weiteres Problem: Im Ringen mit Wladimir Putin ist oft ungewiss, welche Waffen Kiew noch aus den USA erhält.
Und so setzen die leidgeprüften Ukrainer etwa auf Langstrecken-Drohnen, mit denen sie zum Beispiel Putins Öl-Raffinerien in Russland ins Visier nehmen. Und sie vertrauen im erweiterten Umfeld der Front laut eines Berichts der Ukrainska Prawda verstärkt auf Mittelstrecken-Drohnen, von der Online-Nachrichtenseite auf Englisch als „Middle-Strike-Drones“ bezeichnet. Sie sollen demnach amerikanische Raketen wie die berüchtigten ATACMS für die HIMARS-Mehrfachraketenwerfer ersetzen.
Verluste für Wladimir Putin: Ukrainer setzen Mittelstrecken-Drohnen wie die „Shark-M“ ein
So ist zum Beispiel die Shark-M eine Weiterentwicklung der Shark-Drohnen des ukrainischen Technologie-Unternehmens Ukrspecsystems. Die Waffe ist mit ihrer Form tatsächlich Haien nachempfunden (Englisch: Sharks). An ihrer Vorderseite sind Augen und martialisch anmutende Zähne von Haien aufgemalt, um die Drohne wohl optisch bedrohlicher wirken zu lassen. Am Kopfbereich hat die Drohn eine Kamera montiert, mit der die Drohnen-Piloten die unbemannten Luftgefährte in ihre Ziele steuern können.
Beim Kurznachrichtendienst X kursiert etwa ein Video, das dokumentieren soll, wie die Ukrainer mit Shark-M-Drohnen eine ganze russische S-300-Flugabwehrbatterie angreifen. Die mehr als sieben Meter langen Luftabwehrraketen des S-300P sind offenbar viel zu groß, um die vergleichsweise kleinen Drohnen zu bekämpfen. So soll in genanntem Beispiel das Luftverteidigungssystem den Mittelstrecken-Drohnen schutzlos ausgeliefert gewesen sein. Die Echtheit des Videos lässt sich jedoch nicht unabhängig überprüfen.
Laut Hersteller-Angaben soll die Shark-M eine Kommunikationsreichweite von bis zu 180 Kilometern haben, ihre Batterie ermöglicht demnach sieben Stunden Flugzeit. Was sehr lange für eine derartige Drohne ist. Sie kann damit weit hinter den Frontlinien auch in russischem Territorium eingesetzt werden. Und genau das ist wohl ihr Einsatz-Repertoire. So werden mit den Mittelstrecken-Drohnen neben Luftverteidigungsstellungen offenbar Logistik-Strecken, Kommandozentralen und Munitionslager ins Visier genommen.
Drohnen gegen Wladimir Putin: Ukrainische Shark-M sorgt offenbar für Russland-Verluste
Die 14,5 Kilogramm schwere Drohne wird dafür mit einer Art Katapult gestartet. Laut Ukrspecsystems hat die tückische Waffe sogar eine maximale Flug-Reichweite von 420 Kilometern. Die Shark-M verfügt demnach über eine Full-HD-Kamera mit 30-fachem optischem Zoom. Hersteller-Angaben zufolge können mit der Drohne tagsüber Ziele auf bis zu 53 Kilometer und nachts auf bis zu 8,7 Kilometer Entfernung erkannt werden und am Tag auf eine Reichweite von 6,5 Kilometer als militärische Ziele identifiziert werden.
Die Drohne kann bei einer Spannweite von 3,4 Metern mit einem Fallschirm gelandet werden, sollte ein Einsatz abgebrochen werden und/oder kein Ziel gefunden werden. Eine symmetrische Blockchiffre-Verschlüsselung soll für eine sichere Kommunikation mit der Drohne sorgen, die zudem widerstandsfähig gegen elektronische Kriegsführung sein soll. Mit Stückkosten von angeblich 50.000 US-Dollar soll die Shark-M die kostengünstige Alternative für riesige HIMARS-Raketen sein. (Quellen: Ukrainska Prawda, X, Ukrspecsystems) (pm)
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