Armee rückt vor

Ukraine begünstigt Vorstoß von Putins Truppen durch fatale Fehler

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Die Ukraine kämpft gegen die russische Invasion, doch interne Probleme könnten ihre Verteidigung schwächen. Ein Bericht enthüllt die Fehler.

Krasnogorowka – Die Zahlen sind verheerend: Die militärischen Verluste Russlands im Ukraine-Krieg von Kreml-Machthaber Wladimir Putin nehmen stetig zu.

Ukraine-Front im Donbass: Russlands Armee rückt vor

Trotzdem gelingt es den russischen Invasionstruppen, kontinuierlich Territorium von der ukrainischen Armee im gebeutelten Osten des Landes zu erobern. Berichten zufolge haben die Russen in der vergangenen Woche die Kontrolle über die Dörfer Prohres, Voschod, Jewhenivka, Losuwatske, Iwano-Dariwka und Pischchane im Donbass erlangt.

Die russische Armee scheint auch die Kontrolle über große Teile der Kleinstadt Krasnogorowka (ehemals 16.000 Einwohner) zu haben, die etwa zwölf Kilometer westlich der Großstadt Donezk (rund 900.000 Einwohner) liegt. Die Intensität der Kämpfe in dieser Region wird durch einen ukrainischen Himars-Angriff auf ein großes russisches Flugabwehrsystem deutlich. Auch weiter nördlich, in der Nähe von Pokrowsk und Dserschynsk, haben die Russen die Oberhand. Aber warum ist das so?

Die Truppen der Ukraine schießen im Donbass angeblich eigene Drohnen ab

Einige Beobachter und Soldaten machen Kiew für die jüngsten militärischen Rückschläge verantwortlich. „Die Ukraine schießt ihre eigenen Drohnen im ‚Friendly Fire‘ ab, während Russland einen großen Vormarsch macht“, berichtete die britische Zeitung The Telegraph, die traditionell enge Beziehungen zum Verteidigungsministerium in London unterhält.

Berichten zufolge konnte die russische Armee in kurzer Zeit sechs Kilometer auf die zur Festung ausgebaute Kleinstadt Pokrowsk (ehemals 65.000 Einwohner) vorrücken, weil ukrainische Drohneneinheiten angeblich eigene Drohnen mit Störsendern ausschalteten oder behinderten. Dies ermöglichte es den Panzerverbänden des Moskauer Regimes, „gezielt schlecht organisierte und gefährdete“ ukrainische Truppen in diesem Abschnitt der Oblast Donezk anzugreifen, die sich daraufhin zurückziehen mussten.

Interne Probleme könnten im Donbass die Verteidigung der Ukrainme schwächen. (Archivbild)

Berichterstatter kritisiert Ukraine-Taktik gegen russische Armee

Die Informationen können nicht unabhängig überprüft werden. The Telegraph stützt seine Analyse auf den ukrainischen Kriegsberichterstatter Jurij Butussow, der bereits als Quelle für viele Medien diente. Nach seiner Einschätzung führte eine schlechte Koordination zwischen den Störsendern der ukrainischen Einheiten für elektronische Kriegsführung dazu, dass eine „erhebliche Anzahl unserer eigenen Drohnen“ zerstört wurde.

„Ein kritisches Problem ist das Fehlen einer einzelnen zuständigen Autorität für alle Drohnen- und elektronischen Kriegsführungskräfte, die weiterhin verstreut und unkoordiniert eingesetzt werden“, kritisierte der Journalist auf Social Media. Er fügte hinzu: „Unsere eigene elektronische Kriegsführung zerstört eine beträchtliche Anzahl unserer eigenen Drohnen. Drohneneinheiten werden Aufgaben ohne Rücksicht auf taktische und technische Fähigkeiten zugewiesen.“

Ukraine-Soldat vermisst mehr Panzer an Donbass-Front gegen Russland

Die Ukrainer hatten zuletzt eine Düsenjet-Drohne gegen russische Drohnen vorgestellt und angedeutet, dass diese ebenfalls einen Störsender enthält. Normalerweise werden die Jammer von Soldaten am Boden bedient und sehen aus wie breite Gewehre aus Science-Fiction-Filmen. Theoretisch sollen Jammer dazu dienen, ferngesteuerte Drohnen durch die Übernahme der Kontrolle von Video- und Navigationssignalen abzuwehren.

Jammer können auch das GPS-Signal einer gegnerischen Drohne stören, indem sie elektromagnetische Wellen einer bestimmten Frequenz aussenden, sodass die feindlichen Drohnen nicht wie geplant starten oder landen können. Es gibt jedoch noch mehr Kritik. Ein anonymer ukrainischer Soldat beklagte laut Bild die unzureichende Anzahl von Panzern für die Gegenwehr: „Wir haben 400 westliche Schützenpanzer für 1000 Kilometer Front. Echte Gegenstöße sind da unmöglich.“ (pm)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Madeleine Kelly

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