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Das Wohngeld steht vor der Erhöhung. Durch das 3. Entlastungspaket ist eine Reform angestoßen worden. Das Kabinett sagt Ja. Bald gibt es 190 Euro mehr.
Update vom 28. September 2022, um 17:44 Uhr: Mehr Berechtigte, mehr Geld: Das Wohngeld kann ab Januar 2023 erhöht werden. Die Reform wurde am Mittwoch (28. September 2022) im Bundeskabinett gebilligt. Dadurch sollen mehr Haushalte in Deutschland einen staatlichen Mietzuschuss bekommen. Das Wohngeld soll zudem um durchschnittlich 190 Euro im Monat aufgestockt werden. Mit dem Vorhaben reagiert die Bundesregierung auf die stark steigenden Energiepreise in Deutschland im Zuge des Ukraine-Krieges. Um die Kosten für die Verbraucherinnen und Verbraucher abzufedern, hatte die Ampel-Koalition die Wohngeldreform in das Entlastungspaket 3 eingebettet. Im Schnitt sollen die anspruchsberechtigten Haushalte dann monatlich rund 370 Euro bekommen. Dem Vorhaben muss nun noch der Bundestag zustimmen.
Wohngeld ab Januar 2023: Das Bundeskabinett billigt die Reform – Bundestag muss noch zustimmen
Erstmeldung vom 23. September 2022, um 13:57 Uhr: Berlin – Paukenschlag in der deutschen Politik: Das Wohngeld für Haushalte mit wenig Einkommen soll ab Januar um durchschnittlich 190 Euro pro Monat steigen. Das ist am Freitag, dem 23. September, bekannt geworden. Inmitten der Gaskrise und steigenden Energiekosten will die Ampel-Koalition so Betroffenen mehr Unterstützung ermöglichen. Vorausgegangen waren Debatten, die hinterfragten, ob das Entlastungspaket 3 ausreichenden Hilfen für bedürftige Menschen beinhalten würde.
Wohngeld in Deutschland wird erhöht: Geywitz will Bezüge um etwa 190 Euro anpassen
Wie aus einem Entwurf von Bauministerin Klara Geywitz (SPD) hervorgeht, sollen Haushalte künftig im Schnitt monatlich etwa 370 Euro bekommen. Bisher liegt die durchschnittliche Unterstützung bei 177 Euro pro Monat und Haushalt. Über den Plan der Ampel berichtete zuerst das ARD-Magazin Fakt. Laut Deutscher Presse-Agentur soll der Kreis der Wohngeld-Empfänger nochmals deutlich ausgeweitet werden. Zu den bisher 600.000 Haushalten kommen bis zu 1,4 Millionen weitere Haushalte dazu, deren Einkommen jetzt unter die neue Wohngeld-Schwelle fällt.
Bereits am vergangenen Mittwoch, dem 21. September, sagte Geywitz, dass der Gesetzesentwurf zur deutlichen Ausweitung des Wohngeldes in der kommenden Woche vorgelegt werden soll. „Mein Ziel ist, dass wir Ende September damit ins Kabinett gehen können“, sagte Geywitz bei Bild-TV. Künftig gelte in etwa: „Wer Mindestlohn verdient oder eine Rente hat in dieser Höhe“ bekomme mit der Ausweitung Wohngeld. Durch das 3. Entlastungspaket war eine Reform des Wohngeldes angestoßen worden. Die Bezieherinnen und Bezieher von Wohngeld sollen nach den Beschlüssen des Koalitionsausschusses zunächst einen weiteren Heizkostenzuschuss erhalten. Danach soll der Zuschuss dauerhaft ins Wohngeld integriert werden.
190 Euro mehr beim Wohngeld: Berechnung ist komplex – Einkommensgrenze und Voraussetzungen mit Wohngeldrechner prüfen
Während es nun im Schnitt 190 Euro mehr beim Wohngeld in Deutschland geben könnte, errechnen sich die genauen Bezüge nicht nur anhand des Einkommens der Berichtigten. Weitere Faktoren, die berücksichtigt werden müssen, sind Miete, Haushaltsgröße und Wohnort. Dadurch kann es passieren, dass die Berechnung des Wohngeldes als höchst komplex angesehen wird. Laut zuständigem Ministerium führt dies unter anderem dazu, dass noch nicht alle Haushalte, die Anspruch auf Wohngeld haben, bereits einen Antrag gestellt haben.
Wohngeld beantragen: So können Betroffene prüfen, ob sie die Voraussetzungen erfüllen
Damit ein Haushalt in Deutschland Wohngeld erhalten kann, muss ein entsprechender Antrag beim zuständigen Wohngeldamt eingereicht werden. Dies kann in der Regel entweder online oder nach persönlicher Vorsprache auf dem Amt erfolgen. Das Wohngeldamt prüft anschließend, ob die Voraussetzungen für Wohngeld erfüllt sind.
Wer sich fragt, ob er für Wohngeld berechtigt ist, kann dies online mit dem Wohngeld-Rechner des Ministeriums ausrechnen lassen. Wie es bereits am Mittwoch hieß, erwägt die Bundesregierung auch, Pflegebedürftige im Heim über das Wohngeld vor finanzieller Überlastung zu schützen. Der Eigenanteil könnte aufgrund der Inflation in Deutschland um einige Hundert Euro ansteigen. Derzeit wird eine Lösung überlegt, ob zusätzliche Entlastungen über das Wohngeld möglich sind.
