VonMarcus Giebelschließen
Wladimir Putin gibt nicht viel über sich und sein Leben preis. Sein Einkommen aber sehr wohl. Allerdings wirft die Auskunft des Kreml Fragen auf.
München - Mitten im Ukraine-Krieg überrascht der Kreml mit einer fragwürdigen Mitteilung. Dabei geht es nicht etwa um Propaganda rund um die Invasion, die in Russland nur als Spezialoperation betitelt werden darf. Sondern um das Einkommen Wladimir Putins.
Infolge des Einmarschs ins Nachbarland sterben täglich Menschen, Gebäude oder gleich ganze Häuserblöcke werden dem Erdboden gleichgemacht und immer mehr Gräueltaten kommen ans Tageslicht. Unterdessen veröffentlicht der Kreml die Verdienste das Machthabers in Moskau.
Ukraine-Krieg: Putin soll laut Kreml 2021 nur 114.000 Euro verdient haben
Nach Regierungsangaben verdiente Putin im vergangenen Jahr 10,2 Millionen Rubel, was umgerechnet 114.000 Euro entspricht. Als offizieller Besitz des seit mehr als zwei Jahrzehnten - offiziell oder inoffiziell - starken Mannes im Kreml werden eine 77 Quadratmeter große Wohnung, drei Autos und ein Pkw-Anhänger aufgelistet. Mehr nicht.
Mit dem Einkommen stellen ihn selbst andere Politiker deutlich in den Schatten. Manche bewegen sich nach offiziellen Angaben in völlig anderen Sphären. Bei Handelsminister Denis Manturow sollen 704,7 Millionen Rubel (7,9 Millionen Euro) aufs Konto geflossen sein. Im Kreml wird der Sonderbeauftragte Wladimir Medinski mit 106,7 Millionen Rubel (1,2 Millionen Euro) als Spitzenreiter angegeben, er leitet auf russischer Seite die Friedensverhandlungen mit der Ukraine.
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Putins Gehalt: Film von Nawalny-Team weckte Zweifel an Besitzverhältnissen des Präsidenten
Mit diesen beiden kann es der Kreml-Chef also offiziell nicht annähernd aufnehmen. Kritiker vermuten allerdings, dass Putin um ein Vieles reicher ist.
Als die Gehaltsliste erstmal in der Welt war, setzte es schnell Spott. So verwiesen User auch auf den inhaftierten Kreml-Gegner Alexej Nawalny, der bereits diverse Korruptionsskandale aufdeckte. Beispielsweise hatte dessen Team im vergangenen Jahr in einem zwei Stunden langen Film Putin einen riesigen Palast an der Schwarzmeerküste zugewiesen und die mutmaßlich verschleierten Besitzverhältnisse aufgezeigt. Damals konterte der Kreml mit „Lüge“-Vorwürfen und sprach von „Unsinn“. Eine allzu bekannte Taktik aus diesen Kriegstagen. (mg)
