Israel

Israel ignoriert bestehendes Recht – und die Menschen in Gaza, Libanon und Syrien

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Israelische Einheiten kehren aus Syrien zurück. Arabische Staaten haben dieses Vorgehen kritisiert.
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Israel will auch mit den Bombenangriffen in Syrien das Gesicht des Nahen Ostens verändern, ignoriert dabei aber die Interessen der Nachbarn, was dauerhaft nicht hilft. Der Kommentar.

Die Regierung von Benjamin Netanjahu zeigt mit den Bombenangriffen in Syrien erneut, wie sehr Israel seine Ziele nach dem blutigen Überfall der Hamas vom 7. Oktober vergangenen Jahres verändert hat. Wollte Israel sich zunächst gegen die Hamas und später die Hisbollah verteidigen, will Netanjahu inzwischen das „Gesicht des Nahen Ostens“ verändern.

Bei den Angriffen in Syrien hat Israel mal wieder bestehendes Recht ignoriert und ist sogar beim Nachbarn einmarschiert. Die kaum hörbare Kritik der westlichen Verbündeten lässt vermuten, dass etwa die USA das israelische Vorgehen unterstützen, weil auch sie nicht wollen, dass den islamistischen Milizen das Waffenarsenal der geschlagenen syrischen Armee in die Hände fällt.

Vordergründig ist Netanjahus Regierung mit dem Vorgehen erfolgreich. Hamas und Hisbollah sind militärisch besiegt. Mit dem Sturz des Assad-Regimes verliert der Iran eine tragende Säule der gegen Israel gerichteten „Achse des Widerstands“. Außerdem ist Israel eine der stärksten Mächte im Nahen Osten.

Israel vergisst, das man dauerhaft nur im Frieden leben kann, wenn die Interessen der Nachbarn berücksichtigt werden. Doch Israel ignoriert, was die Menschen in Gaza, Libanon oder in Syrien wollen.

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