Geschäftsreiseflugzeug

Embraer Legacy 600: Der Jet, mit dem Prigoschin abgestürzt sein soll

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In der Nähe von Moskau stürzte ein Flugzeug vom Typ Embraer Legacy 600 ab. Was Sie über den Jet wissen müssen, in dem Söldner-Chef Prigoschin umgekommen sein soll.

Moskau – Kurz nach dem Start in Moskau ist am Mittwoch ein Privatjet mit zwei Piloten und acht Passagieren abgestürzt: Jewgeni Prigoschin, der gefürchtete Chef der russischen Söldner-Truppe Wagner soll möglicherweise unter den Toten sein. So berichten es russische Medien. Was war das für ein Flugzeug, das vom Himmel fiel?

Die Aufnahmen von der Absturzstelle zeigen die Überreste eines Business-Jets mit dem Kennzeichen RA-02795. Die Maschine wird Prigoschins Wagner-Imperium zugerechnet und war vom Typ Embraer Legacy 600 – ein Flugzeug, das nicht in Russland hergestellt wurde.

Prigoschin abgestürzt? Das ist die Embraer Legacy 600

Die Legacy 600 ist ein Geschäftsreiseflugzeug des brasilianischen Herstellers Embraer. Die erste Maschine hob 2001 ab. Bis zum Absturz bei Moskau gab es noch nie einen Vorfall, bei dem die Insassen einer Embraer Legacy 600 ums Leben kamen. 

Embraer Business-Jet Legacy 600 wurde fast 300 mal weltweit verkauft. Die Aufnahme zeigt das Flugzeug der serbischen Regierung.

Die Embraer Legacy 600 ist eine Variante des Passagierjets Embraer ERJ 145, der vor allem in Nord- und Südamerika auf Kurzstreckenflügen eingesetzt wird. Das Flugzeug wird von zwei Düsentriebwerken angetrieben, die am Leitwerk der Maschine angeordnet sind. Während in der Passagier-Version bis zu 50 Passagiere Platz haben ist die Legacy 600 für maximal 14 Passagiere ausgelegt.

Embraer Legacy 600: Die wichtigsten Daten

Höchstgeschwindigkeit: 850 km/h

Reichweite: maximal 6.300 Kilometer

Besatzung: 2 Piloten

Passagiere: bis zu 14

Länge: 26,33 Meter

Spannweite: 21,17 Meter

Höhe: 6,64 Meter

Das ist Embraer, der Hersteller des abgestürzten Prigoschin-Jets Legacy 600

Embraer wurde 1969 als staatlicher brasilianischer Luftfahrt-Konzern gegründet, um Flugzeuge für die eigene Luftwaffe herzustellen. Mit dem aufgebauten Knowhow wagten sich die Brasilianer in den folgenden Jahren an die Entwicklung von Kurzstrecken-Flugzeugen für die zivile Luftfahrt. Lange unterschätzt, trat Embraer erfolgreich in den Wettbewerb mit westlichen Herstellern wie ATR oder Bombardier. 1994 wurde das staatliche Unternehmen privatisiert und wird heute an der Börse gehandelt. Auch in Europa fliegen mittlerweile zahlreiche Embraer-Jets. Unter anderem setzt der Lufthansa-Konzern auf Kurzstrecken sieben Embraer 190 über Lufthansa Cityline und 17 Embraer 195 bei Austrian Airlines ein. (kem)

Rubriklistenbild: © Manfred Segerer/Imago

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